„Willst du dazu eigentlich mal was sagen?“ – fragte sie, während sie in meiner Küche stand Es war vor anderthalb Jahren im Winter, mein Sohn war 5 Monate alt. Der Bruder meines Mannes bat darum, mit seiner Freundin eine Woche bei uns bleiben zu dürfen. Wie kann man da nein sagen? Begeistert war ich nicht – schließlich war unser Baby gerade geboren, ich hatte kaum Zeit zum Schlafen oder Essen und die Verwandten sorgten nicht gerade für Entspannung. Aber gut, ich dachte, vielleicht helfen sie mir, ich kann mich etwas ausruhen und endlich wieder mit jemandem Tee trinken und reden. Sie kamen mit leeren Händen, um eine Woche bei uns zu wohnen – wenigstens ein kleines Geschenk fürs Baby hätte angebracht gewesen! Ich habe die Regel: In ein Zuhause mit Baby geht man nicht mit leeren Händen – so wurde ich erzogen. Aber offenbar herrschte bei ihnen eine andere Auffassung. Sie kamen geschäftlich, verrieten aber nicht, worum es genau ging. Ich gab mir Mühe, eine gute Gastgeberin zu sein: kochte, putzte, lernte sie besser kennen. Alles schien okay, doch während der Tage in unserem Haus bot sie mir kein einziges Mal Hilfe an – weder beim Kochen noch beim Putzen, noch bei der Versorgung des Babys, wenn ich Hausarbeit machte. Sie verschwand morgens für ihre eigenen Angelegenheiten, ihr Freund schlief bis mittags, mein Mann war bei der Arbeit – und ich rannte mit dem Baby durch die Wohnung. Sie kam wieder, legte sich auf die Couch, relaxte oder sah fern, während ich mich mit dem Säugling und dem Haushalt abmühte: draußen war Matsch, überall Dreckspuren im Flur, dazu musste gekocht, das Kind gefüttert und gebadet werden. Am dritten Tag war ich schon mit meinen Nerven am Ende. Ich sprach meinen Mann auf meine Beschwerden an, doch er zuckte nur mit den Schultern: „In Frauenangelegenheiten mischt sich ein Mann nicht ein.“ Am vierten Tag kam mein Mann nach der Arbeit, und die lieben Gäste fuhren ins Kino. Wir vier kochten gemeinsam etwas, aßen zusammen, dann kamen die beiden wieder, diesmal mit jeder Menge Bier und Knabbereien – natürlich nichts, was für eine stillende Mutter geeignet wäre. Wenigstens ein Stück Kuchen hätten sie besorgen können… Das glückliche Paar aß mit, dann schauten sie einen Film und riefen meinen Mann dazu. Da war ich gekränkt und holte sie zum Gespräch: – Entschuldige, aber könntest du mir nicht wenigstens einmal deine Hilfe anbieten? Du siehst doch, ich habe ein kleines Kind und bin total erschöpft. Du könntest wenigstens mal Kartoffeln schälen oder generell mal fragen, ob du helfen kannst. – Willst du mich etwa ermahnen? Ich glaube nicht, dass das angemessen ist! Ich bin doch auch erschöpft. (Wieso eigentlich – vom Sofa?) – Schau mal, Liebling, du bist in MEINER Wohnung, nicht umgekehrt. Ich bin nicht deine Gastgeberin, du bist mein Gast. – Ich habe keine Lust, mir das anzuhören! – Weißt du was, meine Liebe, pack deine Sachen und geh bitte! Sie packten und waren weg. Ich habe danach noch lange wegen des Ganzen geweint. Wie seht ihr das? Ist so ein Verhalten normal?

“Wirst du noch etwas sagen?” fragte sie, während sie in meiner Küche stand.

Es war vor anderthalb Jahren, mitten im Winter. Mein Sohn war gerade mal fünf Monate alt. Der Bruder meines Mannes hatte gefragt, ob er mit seiner Freundin für eine Woche bei uns bleiben dürfe. Wie sollte man da nein sagen? Begeistert war ich allerdings nicht. Unser Baby war erst wenige Monate auf der Welt, meine Nächte waren schlaflos, das Essen kam zu kurz, und an Freizeit war ohnehin nicht zu denken da kündigten sich noch Verwandte als Gäste an.

Ich hatte gehofft, sie würden mir womöglich zur Hand gehen. Vielleicht würde ich mal eine Tasse Tee trinken und mich unterhalten können, während jemand das Baby übernimmt.

Doch sie kamen mit leeren Händen an, nicht einmal ein kleines Geschenk für das Kind, nicht mal eine Rassel. In meiner Familie gilt: Geht man zu Leuten mit Baby, kommt man nicht mit leeren Händen. Scheinbar wurde sie anders erzogen.

Weshalb sie wirklich nach München gekommen waren, behielten sie für sich angebliche Geschäfte, aber nichts davon wurde genauer erklärt.

Ich gab mir alle Mühe, war eine gute Gastgeberin, kochte, putzte, bemühte mich, sie besser kennenzulernen. Nach außen war alles harmonisch, aber während der ganzen Woche bot sie mir kein einziges Mal ihre Hilfe in der Küche oder beim Haushalt an und schon gar nicht beim Baby, wenn ich mit tausend Aufgaben gleichzeitig beschäftigt war.

Sie ging morgens früh raus, um ihre eigenen Angelegenheiten zu erledigen; ihr Freund schlief meist bis Mittag, mein Mann war bei der Arbeit, und ich hastete mit dem Baby durch die Wohnung. Kaum kam sie zurück, legte sie sich auf das Sofa, entspannte, schaute Fernsehen bis zum Abend.

Währenddessen kämpfte ich mit dem Säugling, wischte den Matsch vom Parkett, weil draußen im Januar das Schmuddelwetter alles ins Haus trug. Das Essen musste hin, das Kind gewickelt und gebadet werden.

Am dritten Tag war ich wirklich ausgelaugt. Ich erzählte meinem Mann von meinem Frust er zuckte nur mit den Schultern, zwischen Frauen wolle er sich nicht einmischen. Am vierten Tag kam er spät von der Arbeit, und das Paar verschwand glücklich ins Kino.

Wir schafften das Abendessen mit vereinten Kräften, aßen endlich zusammen, und sie kehrten just zum fertigen Essen zurück mit Haufen Bierflaschen und Knabbereien, aber natürlich nichts für eine stillende Mutter. Wenigstens einen Kuchen hätten sie mitbringen können

Das verliebte Pärchen saß gemütlich beim Abendessen und ging dann ins Wohnzimmer, um einen Film zu schauen. Sie riefen meinen Mann dazu: “Komm zu uns!” Da platzte mir der Kragen.

Ich nahm sie beiseite. Meine Stimme zitterte ein wenig. “Entschuldige bitte, aber könntest du mir nicht wenigstens ein einziges Mal deine Hilfe anbieten? Ich habe ein kleines Kind, ich bin einfach erschöpft. Kartoffeln für die Suppe schälen, irgendetwas anbieten das reicht schon.”

“Willst du mir etwa Vorwürfe machen? Ich glaube kaum, dass das angebracht ist! Ich bin auch müde”, entgegnete sie verschlafen. (Wovon eigentlich? Vom vielen Liegen auf dem Sofa?)

“Hör mal, mein Liebes, du bist hier in meiner Wohnung. Ich bin nicht dein Gast, du bist mein Gast.”

“Ich habe keine Lust, mir das anzuhören!”

“Weißt du was? Pack deine Sachen und geh!”

Sie packten tatsächlich, keine Stunde später waren sie weg. Ich habe danach noch lange aus Enttäuschung und Wut geweint.

Findet ihr es normal, dass Menschen sich so verhalten können?

Rate article
Homy
Add a comment

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!:

„Willst du dazu eigentlich mal was sagen?“ – fragte sie, während sie in meiner Küche stand Es war vor anderthalb Jahren im Winter, mein Sohn war 5 Monate alt. Der Bruder meines Mannes bat darum, mit seiner Freundin eine Woche bei uns bleiben zu dürfen. Wie kann man da nein sagen? Begeistert war ich nicht – schließlich war unser Baby gerade geboren, ich hatte kaum Zeit zum Schlafen oder Essen und die Verwandten sorgten nicht gerade für Entspannung. Aber gut, ich dachte, vielleicht helfen sie mir, ich kann mich etwas ausruhen und endlich wieder mit jemandem Tee trinken und reden. Sie kamen mit leeren Händen, um eine Woche bei uns zu wohnen – wenigstens ein kleines Geschenk fürs Baby hätte angebracht gewesen! Ich habe die Regel: In ein Zuhause mit Baby geht man nicht mit leeren Händen – so wurde ich erzogen. Aber offenbar herrschte bei ihnen eine andere Auffassung. Sie kamen geschäftlich, verrieten aber nicht, worum es genau ging. Ich gab mir Mühe, eine gute Gastgeberin zu sein: kochte, putzte, lernte sie besser kennen. Alles schien okay, doch während der Tage in unserem Haus bot sie mir kein einziges Mal Hilfe an – weder beim Kochen noch beim Putzen, noch bei der Versorgung des Babys, wenn ich Hausarbeit machte. Sie verschwand morgens für ihre eigenen Angelegenheiten, ihr Freund schlief bis mittags, mein Mann war bei der Arbeit – und ich rannte mit dem Baby durch die Wohnung. Sie kam wieder, legte sich auf die Couch, relaxte oder sah fern, während ich mich mit dem Säugling und dem Haushalt abmühte: draußen war Matsch, überall Dreckspuren im Flur, dazu musste gekocht, das Kind gefüttert und gebadet werden. Am dritten Tag war ich schon mit meinen Nerven am Ende. Ich sprach meinen Mann auf meine Beschwerden an, doch er zuckte nur mit den Schultern: „In Frauenangelegenheiten mischt sich ein Mann nicht ein.“ Am vierten Tag kam mein Mann nach der Arbeit, und die lieben Gäste fuhren ins Kino. Wir vier kochten gemeinsam etwas, aßen zusammen, dann kamen die beiden wieder, diesmal mit jeder Menge Bier und Knabbereien – natürlich nichts, was für eine stillende Mutter geeignet wäre. Wenigstens ein Stück Kuchen hätten sie besorgen können… Das glückliche Paar aß mit, dann schauten sie einen Film und riefen meinen Mann dazu. Da war ich gekränkt und holte sie zum Gespräch: – Entschuldige, aber könntest du mir nicht wenigstens einmal deine Hilfe anbieten? Du siehst doch, ich habe ein kleines Kind und bin total erschöpft. Du könntest wenigstens mal Kartoffeln schälen oder generell mal fragen, ob du helfen kannst. – Willst du mich etwa ermahnen? Ich glaube nicht, dass das angemessen ist! Ich bin doch auch erschöpft. (Wieso eigentlich – vom Sofa?) – Schau mal, Liebling, du bist in MEINER Wohnung, nicht umgekehrt. Ich bin nicht deine Gastgeberin, du bist mein Gast. – Ich habe keine Lust, mir das anzuhören! – Weißt du was, meine Liebe, pack deine Sachen und geh bitte! Sie packten und waren weg. Ich habe danach noch lange wegen des Ganzen geweint. Wie seht ihr das? Ist so ein Verhalten normal?
Komm zurück und kümmere dich um mich