Was soll ich mit meinem Erbe machen? Ich habe zwei Töchter und nur eine Wohnung – Wie kann ich gerecht vererben, damit meine Familie zusammenbleibt?

Was macht man nur mit dem Erbe? Ich habe zwei Töchter und eine Wohnung

Ich bin mittlerweile 75 Jahre alt und seit einigen Jahren beschäftigt mich eine große Frage.

Da sind meine zwei Töchter und ich habe keine Ahnung, wie ich das am klügsten anstelle. Wem soll ich meine Wohnung in meinem Testament hinterlassen? Es wäre doch wirklich das Letzte, wenn meine Töchter sich nach meinem Ableben so richtig in die Haare kriegen würden und am Ende nicht mal mehr miteinander sprechen. Von solchen Tragödien habe ich wirklich schon genug gehört, und seien wir ehrlich: Es gibt kaum etwas Peinlicheres als eine Familie, die sich wegen ein bisschen Hab und Gut zofft.

Mein Mann und ich haben von Anfang an darauf geachtet, unsere Töchter gleich zu behandeln, mit Liebe und Aufmerksamkeit zu versorgen und immer für Gerechtigkeit beim Geschenkekauf zu sorgen. Große Dramen gab es nie. Aber dann hat unsere älteste Tochter, Gisela, es plötzlich eilig gehabt, mit ihrem Freund zusammenzuziehen. Sie war gerade mal 19, als sie herausfand, dass sie schwanger ist. Mein Mann, ich und auch die Schwiegereltern in spe haben direkt klargestellt: Heiraten ist jetzt wohl angesagt! Kurze Zeit später war unser Enkel da.

Die schöne Ehe hielt leider nicht sehr lang. Kaum war der Kleine ein Jahr alt, hat Giselas Mann wie es so manchen in Berlin ergeht schlicht und einfach das Weite gesucht. Wir konnten Gisela und das Baby natürlich unmöglich allein lassen. Also sind beide bei uns eingezogen. Unsere Wohnung in München hat zwei Zimmer, da ging das zumal die jüngere Tochter, Hedwig, zu dem Zeitpunkt gerade ihr Studium in Heidelberg begonnen und im Studentenwohnheim gewohnt hat.

Kurz gesagt: Gisela und ihr Sohn wohnen seitdem bei mir, und das Thema eigene Wohnung hat sie nicht gerade gejuckt. Fürs Heiraten war sie auch nicht sonderlich motiviert. Sie erklärte stolz, sie würde jetzt Karriere machen. Was das im Supermarkt als Verkäuferin genau bedeutet, weiß ich bis heute nicht, aber gut Hauptsache, sie ist glücklich. Wir haben nie gegeizt und das Abendbrot für beide gerne geteilt.

Mein Mann und ich haben stets geschuftet, gespart und unsere Töchter unterstützt, wo es nur geht. Hedwig hingegen hatte etwas mehr Glück: Sie hat mit 23 einen netten, zielstrebigen Mann gefunden und direkt nach der Hochzeit einen Immobilienkredit aufgenommen. Die beiden zahlen seither fleißig ab. Natürlich helfen wir, so gut es geht, doch unterm Strich konnten wir auch keine Unsummen beisteuern. Schließlich lebte Gisela mit ihrem Sohn bei uns und unsere Rente ist jetzt auch nicht gerade der Hauptgewinn im Lotto.

Dann wurde mein Mann krank, und selbstverständlich haben die Töchter alles gegeben, um ihm zu helfen mit Zeit, Geld und was sonst noch gebraucht wurde. Vor zehn Jahren ist mein Mann von uns gegangen. Gisela und mein Enkel leben immer noch mit mir zusammen in München, während Hedwig und ihr Ehemann immer noch tapfer ihren Kredit abbezahlen.

Und jetzt naja, langsam spüre ich, dass meine Zeit gekommen ist. Aber wem soll ich die Wohnung hinterlassen? Wie kann ich das gerecht lösen? Gisela hat keine eigene Bleibe, Hedwig hängt noch am Kredit. Helfe ich der einen, ist die andere beleidigt. Vielleicht sollte ich einfach mal mit beiden Töchtern ganz offen reden? Mal sehen, ob hier ein Münchner Frühstück mit einer ehrlichen Aussprache Wunder wirkt…

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Homy
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