Nach 25 Jahren nahm ich am Klassentreffen teil. Und das habe ich daraus mitgenommen.
Guten Abend! Ich möchte mit euch eine wahre Geschichte aus meinem Leben teilen wie ich nach vielen Jahren auf mein Klassentreffen gegangen bin.
Ich heiße Friederike Schneider, bin inzwischen 43 und lebe in München. Zuhause wartet meine Familie auf mich: Mein Mann Lars, auf den ich mich immer verlassen kann, und meine beiden Söhne Johannes und Paul. Alles, wovon ich mit 18 geträumt habe, ist heute Realität! Zwei aufgeweckte Jungs, ein verständnisvoller Mann mein Glück scheint vollkommen.
Mit meinen ehemaligen Mitschülern hatte ich lange keinen Kontakt mehr. Das lag vor allem daran, dass ich in der Schule wirklich keinen leichten Stand hatte. Ich trug eine große, runde Brille, meine Haut war übersät mit Pickeln, und modisch gesehen war ich meilenweit hinten.
Wer das Schulleben in Deutschland kennt, weiß: Ein Außenseiter zu sein, kann grausam sein. Häufig wurde ich vor der Klasse ausgelacht, manchmal auch absichtlich ausgeschlossen oder verspottet.
Nach dem Abitur hatten meine Mitschüler beschlossen, sich alle fünf Jahre wiederzusehen. Wir wollten damals einander erzählen, wie unser Leben verlaufen ist, was wir erreicht oder geträumt hatten.
Zu dem ersten Treffen kam ich tatsächlich noch. Ich war erst 23, wir waren alle noch jung und sahen blendend aus. Doch das Meeting lief völlig aus dem Ruder alte Rivalitäten brachen auf, am Ende kam es sogar zu einem handfesten Streit.
Danach wollte ich nichts mehr mit solchen Treffen zu tun haben. Mein Entschluss: Erst nach 20 Jahren würde ich mich wieder blicken lassen und sehen, wie das Leben uns alle gezeichnet hat.
Und nun war es so weit: Mit 43 kam die Einladung zu unserem traditionellen Treffen. Nach kurzem Zögern telefonierte ich mit einigen aus der alten Klasse. Sie waren überrascht, dass ich mich meldete aber sie luden mich herzlich ein.
Wir verabredeten uns in einer typischen bayerischen Wirtschaft.
Schon beim Betreten fiel mir auf, wie sehr sich alles verändert hatte. Gerade die “coolen Jungs” und Mädchen von damals konnte man heute kaum wiedererkennen: Ungepflegte Bärte, schlaffe Sweatshirts, Second-Hand-Jeans, auffällige Bierbäuche.
Kaum hatten wir Platz genommen, war ich das einzige Gesprächsthema. Alle schwärmten, wie sehr ich mich verändert hätte wie gut ich nun aussähe, was für einen tollen Lebensweg ich eingeschlagen hätte. Ich spürte deren Erstaunen, vielleicht auch ein wenig Neid, in jedem ihrer Blicke.
Doch wirklich freuen konnte ich mich darüber nicht. Die Atmosphäre war schwer, voller unausgesprochener Vorwürfe und vergangener Kränkungen. Ich nahm meine Jacke, lächelte flüchtig und sagte, dass ich nach Hause müsse.
Was nehme ich also mit aus diesem Abend? Die, die früher “Stars” der Schule waren, stehen heute oft ohne Perspektive da. Viele sind nicht mal verheiratet.
Und vor allem: Wir sollten niemals Menschen wegen ihres Äußeren verurteilen. Diese Lektion habe ich mir an diesem Abend ins Herz geschrieben.
Das ist meine Geschichte. Erzählt doch, wie eure Begegnungen mit alten Schulfreunden waren ich bin gespannt auf eure Erlebnisse!





