Neulich ist meine Tochter mit ihrem Kleinen nach ihrer Scheidung in unsere enge Wohnung gezogen – dabei hatte ich gehofft, sie könnte während der Elternzeit zu meiner Mutter aufs Land, aber daraus wurde nichts, weil meine 68-jährige Mutter überraschend geheiratet hat und nun mit ihrem neuen Ehemann zusammenlebt!

Du, stell dir mal vor, was bei uns los ist: Meine Tochter hat sich vor Kurzem von ihrem Mann getrennt und ist mit dem Kleinen erstmal bei uns eingezogen. Wir leben ja eh zu dritt mit meinem Mann in unserer kleinen Wohnung hier in München, und jetzt wirds halt richtig eng. Ich hatte die leise Hoffnung, dass sie während ihrer Elternzeit vielleicht ein bisschen bei meiner Mama aufs Land ziehen könnte, einfach um für alle etwas Luft zu schaffen. Aber das geht jetzt auch nicht mehr, weil halt dich fest meine Mutter mit 68 nochmal geheiratet hat und mit ihrem neuen Mann in ihr Haus gezogen ist.
Als sie damals angerufen hat und mir erzählt hat, dass sie wieder heiraten will, dachte ich erst, sie macht einen Scherz. In dem Alter wer rechnet denn damit? Aber nein, es war ihr voller Ernst. Mein Papa ist ja schon vor 20 Jahren gestorben, und seitdem war sie allein. Ich war 35, als ich nach München gezogen bin. Seither besuche ich sie alle paar Wochen und natürlich an den Feiertagen.
Mama ist zum Glück fit wie ein Turnschuh, macht alles im Haus selber. Mein Mann und ich fahren raus, wenn der Garten umgegraben werden muss oder das Kaminholz reingeschleppt werden muss. Aber alles andere managt sie alleine.
Und jetzt? Holt sie sich einfach einen Mann ins Haus! Das fühlt sich für mich irgendwie wie ein Verrat an. Ich dachte echt, sowas tut man seiner Familie nicht. Ihr neuer Mann ist ein alter Bekannter aus Jugendzeiten gleiches Alter, die kennen sich ewig, haben vor ein paar Jahren wieder Kontakt aufgenommen. Und Anfang Juli waren dann plötzlich standesamtliche Trauung und eine mini Feier im Wirtshaus ganz bescheiden, nur die engste Familie.
Ich hab mit meinem Mann und den Kindern extra nicht hingehen wollen, ich fand das total peinlich. Wozu das Ganze? Sie hätte doch auch alleine weiterleben können. Ich bin da echt strikt dagegen und komme nicht damit klar. Mama hat ja ein großes Haus, da wohnen die jetzt gemeinsam.
Ihr Mann besitzt im Grunde nichts, bringt aber drei erwachsene Kinder und eine Horde Enkelkinder mit in die Ehe. Ich kapier nicht, warum sie das macht und wie sie uns das antun kann. Jetzt, wo sie offiziell verheiratet ist, hat ihr Mann ja auch Anspruch auf das Haus, das eigentlich für uns mal gedacht war. Wir sitzen hier zu dritt in der engen Stadtwohnung.
Und dann das: Meine Tochter trennt sich, steht mit Kind auf der Matte. Jetzt helfe ich ihr natürlich mit dem Kleinen so gut ich kann. Mein Sohn wohnt mit seiner Freundin zur Miete in Köln. Ich hatte gehofft, meine Tochter könnte wenigstens zeitweise zu Mama aufs Land, aber das ist ja nun passé jetzt hat Mama ein neues Leben angefangen.
Wir haben uns seitdem Wochen nicht mehr richtig gesprochen. Neulich ruft mich dann noch meine Tante aus Niedersachsen an, Mamas Schwester, und hält uns eine Standpauke, wir würden uns unmöglich verhalten. Mama hätte doch auch ein Recht auf Glück und wir sollten uns für sie freuen. Es sei geschmacklos, nur ans Erbe zu denken zumal Mama ja noch quietschfidel ist. Aber ich finde, sie sollte auch mich verstehen!
Jetzt kommt halt das Unsichere: Im schlimmsten Fall erbt am Ende dieser fremde Opa mit den vielen Enkeln unser Elternhaus, und wir haben nur Ärger mit seinen Kindern, die dann bestimmt ihren Anteil nicht verschenken. Deshalb habe ich das Gefühl, dass ich mit meiner Meinung gar nicht so falsch liege Mama dagegen versteht mich einfach nicht.

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Homy
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Neulich ist meine Tochter mit ihrem Kleinen nach ihrer Scheidung in unsere enge Wohnung gezogen – dabei hatte ich gehofft, sie könnte während der Elternzeit zu meiner Mutter aufs Land, aber daraus wurde nichts, weil meine 68-jährige Mutter überraschend geheiratet hat und nun mit ihrem neuen Ehemann zusammenlebt!
Heute ist der letzte Tag meines Hundes, und er sitzt still vor mir und weint leise.