Seit 10 Jahren schufte ich für die Familie meiner Tochter – und jetzt wollen sie eine Pause von mir machen Vor 11 Jahren hat meine einzige Tochter geheiratet. Ihr Mann gefiel mir sofort: intelligent, gebildet, charmant und höflich. Als meine Tochter seine Frau wurde, war ich überglücklich. Ein Jahr später freute ich mich, Oma zu werden. Aus gesundheitlichen Gründen wollte ich in Rente gehen, und meine Tochter schlug vor, bei ihnen einzuziehen – sie würde Hilfe mit dem Kind brauchen. Ich bin gerne zu ihnen gezogen. Zehn Jahre lang, ganze zehn Jahre, habe ich in ihrem Haus gearbeitet. Ich habe gekocht, Wäsche gewaschen, Böden und Schränke geputzt, zwei Enkelkinder großgezogen – alles, damit die Kinder Spaß haben, leicht Geld verdienen und sich nicht ablenken müssen. Und jetzt die Neuigkeit: Sie machen Urlaub und wollen mit den Kindern ins Ausland fahren. Aber ohne mich. Warum? Weil sie eine Pause von mir brauchen. Schön, dass ich all die Jahre kostenlose Haushaltshilfe und Nanny war. Ich kann das nicht verstehen.

Seit über einem Jahrzehnt habe ich mich voll und ganz für meine Tochter und ihre Familie eingesetzt, und nun wünschen sie sich offenbar eine Auszeit von mir.

Vor elf Jahren hat meine einzige Tochter, Friederike, geheiratet. Ihr Ehemann, der Johannes, ein ausgesprochen kluger und respektvoller Mann, hat sofort einen guten Eindruck bei mir hinterlassen. Als die beiden ihr gemeinsames Leben in Hamburg begannen, war ich erfüllt von Stolz und Zufriedenheit.

Ein Jahr darauf wurde klar, dass ich Großvater werde. Da meine Gesundheit ohnehin angeschlagen war und der Ruhestand bevorstand, schlug Friederike vor, dass ich zu ihnen nach Hamburg ziehe. Sie meinte, mit dem Baby wäre meine Unterstützung besonders wertvoll. Ohne langes Zögern bin ich zu ihnen gezogen.

Zehn Jahre lang habe ich dort alles erledigt Tag für Tag. Ich habe gekocht, die Wäsche gemacht, die Wohnung sauber gehalten und mich um die Enkelkinder, die kleine Gertrud und den Emil, gekümmert, damit sie fröhlich sind und Friederike und Johannes sich auf ihre Berufe konzentrieren können, ohne ständig abgelenkt zu werden.

Und jetzt kommt die Überraschung: Sie haben Sommerferien und planen eine Reise mit den Kindern ins Ausland allerdings ohne mich. Sie meinen, sie bräuchten Abstand. Da frage ich mich, ob ich all die Jahre einfach nur als kostenlose Haushaltshilfe und Betreuer gedient habe.

Ich sitze hier und frage mich, wie es dazu kommen konnte. Ich habe mich immer angestrengt, damit es ihnen gut geht, und nun bin ich plötzlich zu viel? Manchmal fühle ich mich wie ein Wasserhahn man dreht ihn auf, wenn man ihn braucht, und schließt ihn, wenn man genug hat.

Geld habe ich nie verlangt, nie eine Gegenleistung erwartet. Mir war immer nur wichtig, dass meine Familie zufrieden ist. Aber jetzt, wo sie ohne mich verreisen, fühle ich mich wie ein Möbelstück, das man für einige Wochen ins Abstellzimmer stellt.

Ich habe mir immer vorgestellt, dass wir gemeinsam älter werden und ich auch später noch Teil ihres Lebens bin, wenn die Kinder erwachsen sind. Doch offenbar sehen sie das anders. Sie haben mir sogar geraten, ich solle mir etwas gönnen, vielleicht ein Wellness-Wochenende als ob ein bisschen Entspannung alles wieder ins Lot bringen könnte.

Ehrlich gesagt, das trifft mich. Ich weiß, dass sie mich schätzen, aber diese Entscheidung schmerzt. Vielleicht muss ich wirklich lernen, mehr auf mich selbst zu achten und nicht immer nur für andere da zu sein. Doch das fällt mir schwer, das war nie meine Art.

Nun sitze ich in meiner kleinen Wohnung in Hamburg, trinke meinen Filterkaffee und überlege, wie ich die freie Zeit nutzen kann. Vielleicht besuche ich das Schauspielhaus oder treffe mich mit alten Bekannten. Ein Teil von mir hofft jedoch, dass sie mich irgendwann vermissen und erkennen, wie viel ich für sie getan habe.

Heute habe ich begriffen, dass ich meinen eigenen Wert nicht nur aus der Fürsorge für andere ziehen darf.

Rate article
Homy
Add a comment

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!:

Seit 10 Jahren schufte ich für die Familie meiner Tochter – und jetzt wollen sie eine Pause von mir machen Vor 11 Jahren hat meine einzige Tochter geheiratet. Ihr Mann gefiel mir sofort: intelligent, gebildet, charmant und höflich. Als meine Tochter seine Frau wurde, war ich überglücklich. Ein Jahr später freute ich mich, Oma zu werden. Aus gesundheitlichen Gründen wollte ich in Rente gehen, und meine Tochter schlug vor, bei ihnen einzuziehen – sie würde Hilfe mit dem Kind brauchen. Ich bin gerne zu ihnen gezogen. Zehn Jahre lang, ganze zehn Jahre, habe ich in ihrem Haus gearbeitet. Ich habe gekocht, Wäsche gewaschen, Böden und Schränke geputzt, zwei Enkelkinder großgezogen – alles, damit die Kinder Spaß haben, leicht Geld verdienen und sich nicht ablenken müssen. Und jetzt die Neuigkeit: Sie machen Urlaub und wollen mit den Kindern ins Ausland fahren. Aber ohne mich. Warum? Weil sie eine Pause von mir brauchen. Schön, dass ich all die Jahre kostenlose Haushaltshilfe und Nanny war. Ich kann das nicht verstehen.
Nur ein Außenstehender