Olya besucht ihre Schwiegereltern. Sie ging in die fünfte Etage und drückte auf die Klingel. Doch die Tür öffnete sich nicht.

Klara kam zu Besuch zu ihrer Schwiegermutter. Sie fuhr in das Mehrfamilienhaus in Berlin, ging bis zur fünften Etage und drückte den Klingelknopf. Die Tür blieb verschlossen.

Was ist denn los?, hörte sie die Stimme ihrer Schwiegermutter, die mühsam auf den Beinen stand.

Was ist passiert, Margarete?, fragte Klara besorgt. Sie hatte ihre entschlossene, kräftige Schwiegermutter noch nie in so einem Zustand gesehen.

Johann, dieser Schurke, hat meine Tochter zusammen mit den Kindern aus unserem Haus geworfen!, flüsterte Margarete schwach. Sie räusperte sich, bevor sie weiter sprach.

Er hat eine Geliebte gefunden! Und behauptet, er will die Scheidung einreichen, weil er jetzt mit seiner Haushälterin und einer hübschen jungen Frau zusammenleben will!

Er hatte kein Recht, die Kinder rauszuwerfen, sie sind doch alle dort gemeldet!

Die Wohnung stammt ja von seinen Eltern, also gehört sie ihm!

Wie bitte?, fragte Klara verdutzt.

Ganz einfach: In einem Zimmer sitzen Liselotte und ihre Töchter, im anderen Zimmer lebt Johann mit seiner Geliebten.

Ein wahrer Schuft, der nicht einmal an die Kinder denkt!, bestätigte Klara empört.

Ich weiß nicht, was ich tun soll, stöhnte die Schwiegermutter. Ich habe meine Tochter gerufen, sie kommt morgen.

Mach dir keine Sorgen, Margarete. Ich vermiete die Wohnung, die ich von meiner Großmutter geerbt habe. Ich sage den Mietern, dass ich nicht weitervermieten kann.

Aber Sie haben eine Hypothek, erinnerte Margarete. Sie tilgen doch den Kredit mit den Mieteinnahmen!

Kein Problem, wir kriegen das schon hin. In ein paar Monaten wird Liselotte etwas finden, einen Job mit Dienstwohnung. Vielleicht ein gut bezahltes Stellenangebot, dann kann sie sich etwas Günstiges mieten. Wir schaffen die Woche bis meine Mieter ausgezogen sind.

Wie glücklich ich doch über meine Schwiegertochter bin!, sagte Margarete, umarmte Klara und dankte ihr herzlich.

Am nächsten Tag kam Liselotte mit ihren Kindern in die elterliche Wohnung. Eine Woche später zogen die Mieter aus und Klara sowie ihre Kinder zogen ein.

Gott sei Dank, was für eine wunderbare Wohnung, staunte Liselotte, als sie die frisch renovierte Dreizimmerwohnung besichtigte, die ihr Bruder und seine Frau mitgebracht hatten. Die Renovierung ist noch ganz neu. Wann wurde das gemacht?

Vor einem halben Jahr. Als wir die Hypothek aufgenommen hatten, wollten wir die Wohnung teurer vermieten, damit die monatliche Rate zur Bank passt. Deshalb haben wir die Bäder erneuert und die Möbel samt Technik ausgetauscht.

Machen Sie sich keine Sorgen, sagte Liselotte. Ich suche mir Arbeit mit Unterkunft. Ob als Reinigungskraft oder Hausmeister, Hauptsache ich habe ein Dach über dem Kopf.

Ja, Liselotte, erwiderte ihr Bruder, leider können wir dich nicht dauerhaft hier aufnehmen. Wir zahlen noch Kredite für unser Auto. Such dir bitte eine feste Anstellung, dann kannst du lange genug bleiben.

Höchstwahrscheinlich zwei bis drei Monate, versicherte Liselotte. In dieser Zeit finde ich einen Job und ziehe um.

Klara übergab Liselotte die Schlüssel und verabschiedete sich.

Drei Monate vergingen. Klara bereitete das Abendessen zu und wartete auf ihren Mann Eugen, der von der Arbeit kam. Das Telefon klingelte; eine Nachricht der Bank erinnerte sie daran, morgen die nächste Hypothekenrate zu zahlen. Sie ging ins Schlafzimmer, holte den Briefumschlag mit dem Geld und stellte fest, dass ihr noch 5000Euro fehlten. Gerade als die Tür öffnete, hörte sie Schritte:

Eugen, hallo, küsste sie ihn auf die Wange. Warum bist du heute so spät?

Eugen ging schweigend in die Küche und setzte sich.

Ich war bei Liselotte.

Und? Wie geht es ihnen?

Sie sind großartig.

Hat Liselotte eine neue Stelle gefunden? fragte Klara freudig.

Sie hat nicht einmal gesucht, antwortete Eugen. Sie hat mir gesagt, dass sie nie in einer so schönen, gut ausgestatteten Wohnung leben würde. Sie und ihr Mann konnten sich die neue Küche und die Geräte nicht leisten. Sie hat beschlossen, vorerst zu bleiben.

Was bedeutet das, zu bleiben?

Sie will noch ein halbes bis ein Jahr dort wohnen, weil die Wohnung ihr gut tut. Sie muss nach der Trennung ihr Nervensystem wieder stärken.

Klara wirkte nachdenklich.

Und was machen wir jetzt?

Ich weiß es nicht.

Morgen gehe ich zu Liselotte und bitte sie, wenigstens die Nebenkosten selbst zu übernehmen. Drei Monate haben wir schon bezahlt.

Am Abend fuhr Klara zu Liselotte. Beim Verlassen des Aufzugs hörte sie laute Musik und fröhliche Stimmen. Als sie die Wohnung betrat, sah sie ein Fest in vollem Gange: Zwei Paare tanzten im Wohnzimmer, ein gedeckter Tisch stand bereit, und Liselotte trug mit ihrem Freund heiße Teller aus der Küche.

Auf wessen Geld feierst du?, fragte Klara leise und zog Liselotte zur Seite.

Ich habe Kindergeld bekommen. Und ich habe das Recht, mich nach allem zu entspannen, was ich durchgemacht habe.

Und wer sind die anderen Gäste?

Dieter und ich sind seit zwei Monaten zusammen. Sobald wir eine Wohnung gefunden haben, ziehen wir zusammen. Im Moment besucht er mich nur gelegentlich mit seinen Freunden.

Liselotte, du hast noch einen Monat, dann holen wir die Wohnung zurück. Du nutzt das Kindergeld für Partys. Hast du nicht Angst, dass dir die Kinder weggenommen werden?

Liselottes Blick wurde kalt.

Und du? Hast du mich gerettet, bevor ich dir das Leben beibringen musste? Ich komme ohne Ratgeber aus!

Klara fuhr nach Hause, überlegte und beschloss, mit Eugen über die Situation zu sprechen.

Vielleicht sollten wir gemeinsam nach Stellen suchen und sie zu Vorstellungsgesprächen begleiten.

Am nächsten Tag druckte Eugen viele Stellenanzeigen aus und brachte sie zu Liselotte. Noch am selben Abend ging Klara zu Margarete, um ihr von dem Vorfall zu berichten. Sie fuhr wieder zur fünften Etage, drückte den Klingelknopf, doch die Tür blieb verschlossen. Sie merkte, dass die Schwiegermutter nicht zu Hause war. Stattdessen hörte sie Stimmen aus dem Treppenhaus. Langsam kamen Margarete und Liselotte die Treppe hinauf.

Mama, sie ist unnachgiebig!, jammerte Liselotte. Ich brauche Ruhe und Hilfe.

Und was sagt sie?, fragte Margarete mit Mitgefühl.

Sie hat gesagt, dass wir in einem Monat ausziehen müssen, weil sie zwei Kredite hat und Geld braucht.

Ach mein Kind, meine Schwiegertochter ist reich, aber geizig. Auch Eugen ist so.

Liselotte weinte: Wir wollen nicht sofort für ein bis zwei Jahre hier wohnen! Wir könnten doch erst dann einziehen, wenn die Kinder die Schule beendet haben.

Und was ist mit der Arbeit?, fragte Margarete.

Ich will eine saubere Arbeit, damit ich im Sommer nicht frieren muss.

Ich habe dir doch gesagt: Lern, lerne, lerne, sagte die Schwiegermutter genervt.

Nun ja, ich überlege, wo ich arbeiten soll. Ich will aber nicht als Reinigungskraft oder Hausmeister arbeiten.

In diesem Moment sahen sie Klara, die vorgab, auf ihr Handy zu schauen und nicht zuzuhören. Alle gingen ins Wohnzimmer, und Klara fragte beiläufig:

Liselotte, hat Dieter eine eigene Wohnung?

Nein, er wohnt noch im Wohnheim. Er hat gerade gekündigt und hat einen Monat Zeit, das Zimmer zu räumen.

Klara schüttelte den Kopf.

Wohin soll er dann? Hoffentlich nicht zu uns.

Wir haben das nicht besprochen.

Wir haben die Wohnung nicht renoviert, damit sie zum Aufenthaltsort für alle wird. Organisiere dein Privatleben, Liselotte, bitte.

Liselotte hob verärgert den Kopf.

Wir haben viele Stellenanzeigen, Eugen hat sie dir heute ausgeteilt. Wenn du nichts auswählst, kommst du in einer Woche zurück.

Wie passen wir hier alle zusammen?, fragte die Schwiegermutter müde.

Ihr müsst nicht zusammenrücken, wenn Liselotte einen Job bekommt und ihre Wohnsituation regelt. Sie hat noch keinen Unterhalt beantragt! Sie lebt nur von Kindergeld und genießt das Leben.

Klara blieb ruhig. Liselotte blickte sie verärgert an:

Du hast aber eine lange Zunge!

Klara verabschiedete sich kühl von den Verwandten. Margarete setzte sich ihrer Tochter gegenüber und fragte streng:

Jetzt erzähl mir, wer ist Dieter und wofür gibst du das Kindergeld aus. Und wehe, du lügst!

Liselotte musste alles gestehen, doch dann schlug sie sich an den Kopf:

Also, Klara und Eugen seid nicht gut, und du bist gut? Wenn du in einem Monat keinen Job findest, nehme ich die Kinder weg. Geh, wohin du willst. Ich halte meine Worte.

Liselotte merkte, dass das Fest zu Ende war, und ging bedrückt nach Hause. Dort fand sie die ausgedruckten Stellenanzeigen, erinnerte sich an Klara und schrieb ihr eine Nachricht: Ich werde dir das nie verzeihen!

So endete diese wahre Geschichte, die uns lehrt: Wer nur an den eigenen Vorteil denkt und andere ausnutzt, verliert am Ende das Vertrauen und die Gemeinschaft. Wer jedoch Verantwortung übernimmt und ehrlich hilft, findet langfristig Frieden und Respekt.

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Homy
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Olya besucht ihre Schwiegereltern. Sie ging in die fünfte Etage und drückte auf die Klingel. Doch die Tür öffnete sich nicht.
Ich gab meinem Mann den Ring zurück und packte die Koffer, als ich seine Nachrichten mit einer Kollegin entdeckte.