Mein ungewöhnlicher Ehemann… Der erste Schritt in die Ehe mit fünfundfünfzig…

Mein späte Ehemann Ich heiratete zum ersten Mal mit fünfundfünfzig. Fünf Jahre sind seit unserer Hochzeit vergangen. Jetzt bin ich sechzig, er fünfundsechzig. An sich nichts Außergewöhnliches das Leben wirft heute allerlei Dinge auf die Straße. Doch das Erstaunliche: es ist meine erste Ehe. Und für ihn ebenfalls.

Stell dir vor, ich wollte nie heiraten. Nie! Noch bevor ich zwanzig war, verließ mich der Junge, den ich von ganzem Herzen liebte. Er hieß Klaus. Er ging, als ich im fünften Monat schwanger war. Zunächst, ach Herrgott, wollte ich dem Leben entfliehen. Dann packte ich mich zusammen und schwor: Nie wieder werde ich heiraten. Ich wollte nicht, dass ein weiterer Schuft an meiner Seite verschwindet, sobald die erste Gelegenheit entsteht.

Und ich hielt mein Wort. Meine Tochter wuchs heran, heiratete, bekam Enkelkinder, und ich zog, stur wie ein Esel, mein einsames Leben weiter. Männer versuchten, mich kennenzulernen das taten sie in Scharen! Aber mein Charakter lässt mich nicht von einem eingeschlagenen Pfad abbringen. Die Einsamkeit hat mich rau gemacht, ich fühle mich kaum noch als Frau.

Das Schicksal jedoch ist ein launischer Schelm. Und ich will erzählen, wie ein Mann es schließlich schaffte, mich unter das Jawort zu bringen

Als ich in Rente ging, wie die meisten Rentner, nahm ich den Garten in die Hand. Von meinen Eltern blieb ein kleines Landhaus mit einem Stück Feldzeug. Ich fuhr dorthin mit der SBahn. Die Strecke dauerte etwas mehr als eine Stunde, also nahm ich immer eine Kreuzworzeitung mit die Zeit verflog schnell.

Eines Tages stiegen an der Haltestelle ein Mann mit seiner Frau eindeutig ein Ehepaar und ein kleiner, gebeugter Greis in den Wagen. Zuerst herrschte Stille. Dann hörte ich, wie die Frau zaghaft sprach:

Klaus, wollen wir zu den Kindern fahren und ihnen helfen? Du bist doch ihr Vater

Ihr Satz wurde von einem donnernden Brüllen des Mannes übertönt:

Was, du Dummkopf?! Soll ich vor diesen Idioten kriechen?!

Ein höllischer Fluch richtete sich gegen die Frau und die Kinder. Ich richtete unwillkürlich den Blick und erstarrte. Es war Klaus. Derselbe, der mich einst schwanger verlassen hatte. Sein Gesicht war nun faltig und verbittert, groß und grob wie eh und je. Klaus erkannte mich nicht, bemerkte jedoch meinen Blick und schrie:

Was glotzt du so? Dreh dich weg, sonst treffe ich dich ins Auge!

Ich erstarrte, der ganze Körper schien gelähmt. Plötzlich jedoch stand der kleine Mann gegenüber von mir auf, stellte sich zwischen mich und Klaus und sagte entschlossen:

Wenn du nicht aufhörst, Frauen zu demütigen, bekommst du es mit mir zu tun. Ein Mann, der so mit Frauen spricht, ist kein Mann, sondern ein Abschaum. Ich zerquetsche dich wie ein Lamm!

Ich bekam Angst: Klaus könnte ihn leicht zermalmen. Doch der jüngere Mann zuckte die Schultern, murmelte etwas und verschwand. In diesem Moment wurde mir klar: Vor mir stand kein Held, sondern ein gewöhnlicher Feigling, der nur laut wird, wenn es um Frauen geht. Und ich, durch ihn mein ganzes Leben zerrissen? Tränen stiegen in meine Augen. Alles rannte vorbei wie ein Film im Zeitraffer dreißig Jahre in wenigen Minuten.

Zwei Haltestellen später stiegen Klaus und seine Frau aus, und ich brach in Tränen aus. Ein leerer, bittere Eindruck erfüllte meine Seele.

Selbst Tränen verunstalten nicht dein schönes Antlitz, sagte mein Beschützer lächelnd. Jetzt erschien er nicht mehr klein. Vor mir stand ein echter Mann. Er hieß Friedrich Borowski, ehemaliger Soldat.

So lernten wir uns kennen. Und plötzlich spürte ich nach all den Jahren das erste Mal den Wunsch zu heiraten. Ich wollte eine geliebte Frau sein.

Und so geschah es.

Friedrich und ich sind sehr glücklich. Das Leben stellt alles weise an den rechten Ort. Das Alter spielt keine Rolle. Denn selbst im Herbst des Lebens kann Liebe kommen und echtes Glück bringen.

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Homy
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