Liebling, kannst du mich von der Arbeit abholen? sie wählte die Nummer ihres Mannes, in der Hoffnung, nach einem anstrengenden Tag nicht die vierzigminütige Busfahrt zu machen.
Liebling, holst du mich ab? Filipa rief nach ihrem Ehemann, damit sie nach einem ermüdenden Arbeitstag nicht den Bus für vierzig Minuten nehmen muss.
Ich bin beschäftigt, erwiderte Miguel knapp. Im Hintergrund lief jedoch der Fernseher, ein klares Zeichen dafür, dass er zu Hause war.
Ein tiefes Bedauern überkam Filipa. Die Ehe drohte zu zerbrechen, obwohl Miguel vor nur sechs Monaten noch versprochen hatte, sie in den Armen zu halten. Was war in so kurzer Zeit geschehen? Filipa hatte keine Antwort.
Sie pflegte ihren Körper, verbrachte viel Zeit im Fitnessstudio, kochte hervorragend kein Wunder, dass sie in einem beliebten Restaurant angestellt war. Sie bat nie um Geld, stellte nie Forderungen, war stets bereit, jeden Wunsch ihres Mannes zu erfüllen
Du wirst ihn damit nur ermüden, meinte Filipas Mutter, als sie die Klagen hörte. Man kann einen Mann nicht in allem verhätscheln.
Ich liebe ihn einfach, erwiderte die junge Frau mit einem hilflosen Lächeln. Und er liebt mich.
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Er hat sich wohl erledigt, dachte Filipa, während sie die Browserhistorie durchblätterte. Miguel verbrachte seine gesamte Freizeit auf Dating-Seiten, führte gleichzeitig Gespräche mit mehreren Frauen. Warum hat er nicht einfach mit mir darüber gesprochen? Ich hätte es verstanden und losgelassen. Warum das Leiden, mit einer Frau zu leben, die er nicht liebt, und sie mit seinem Verhalten quälen?
Dann das Scheiden. Sie war stark, würde es schaffen. Aber sie würde ihm nicht ohne ein kleines bisschen Rache gehen lassen
Noch am selben Abend meldete sich Filipa auf derselben Dating-Plattform wie ihr Mann, fand sein Profil und begann zu chatten. Sie nahm ein beliebiges Bild aus dem Internet, bearbeitete es leicht und war überzeugt, dass Miguel in die Falle tappen würde und er tat es.
Der Nachrichtenaustausch wurde intensiv. Miguel behauptete, er sei ledig, suche eine ernsthafte Beziehung und wolle Kinder. Er prahlte mit seinem wunderbaren Charakter, was Filipa bis zu Tränen zum Lachen brachte. Sie wusste genau, wie schwer es war, mit ihm umzugehen.
Lass uns treffen, schrieb Filipa und wartete gespannt auf seine Antwort.
Wäre super, kam die Antwort nach wenigen Sekunden. Aber meine Schwester wohnt gerade vorübergehend bei mir, sie bereitet sich auf Aufnahmeprüfungen vor. Lass uns an einem neutralen Ort treffen und danach in ein Hotel gehen.
Ernsthaft? flüsterte Filipa, während sie die Nachricht las. Wie kann er sich so sicher sein, dass eine Frau ohne Bedenken mit ihm ins Hotel geht? Jeder normale Mensch wäre empört über so ein Angebot! Doch das passt zu meinem Plan.
Können wir uns bei mir zu Hause treffen? Ich lebe in einer Hütte außerhalb, ganz allein. Niemand wird uns stören Während sie darüber nachdachte, fragte sie sich, ob er einwilligen würde.
Gute Idee! Miguel schien sichtlich zufrieden vermutlich, weil er kein extra Geld ausgeben musste. Schick mir Adresse und Uhrzeit. Ich bin im Handumdrehen bei dir.
Straße **** 25, zehn Uhr abends. Passt das?
Klar, ich warte.
Um neun Uhr abends behauptete Miguel, er sei dringend zur Arbeit gerufen worden. Er konnte die Autoschlüssel nicht finden und fragte zögerlich seine Frau, ob sie sie gesehen habe.
Sie lagen auf dem Tisch, sagte Filipa ehrlich, während sie die Schlüssel in ihre Tasche steckte. Vielleicht hat die Katze sie weggetragen?
Filipa hatte jedoch nicht vor, auf ihn zu warten. Warum? Sie nutzte die Zeit, um ihre Sachen zu packen. Glücklicherweise besaß sie eine eigene Wohnung, das Erbe ihrer Großmutter. Das einzig Zurückgelassene war das Scheidungsdokument, offen auf dem Tisch liegend.
Miguel kehrte erst am nächsten Morgen nach Hause zurück, wütend. Die Anfahrt hatte über eine Stunde gedauert, und die vermeintliche Ana vom Portal war nicht erschienen.
Die Adresse war echt, das Haus ebenfalls. Doch die Bewohnerin war nicht die fotogene, modellhafte Frau, die er erwartet hatte. Wer die Tür öffnete, war eine üppige Dame, doppelt so groß wie er, in einem halbtransparenten Morgenmantel. Miguel wäre bereit, alles zu bezahlen, um dieses Bild aus seinem Gedächtnis zu tilgen.
Er kämpfte, um ihr zu entkommen! Er musste ein Taxi rufen, nur um das Haus zu verlassen. Das Warten auf das Fahrzeug zog sich, er fror im leichten Mantel, und der Fahrer, ein Fremder, brachte ihn zuerst an einen unbekannten Ort eine turbulente Nacht.
Als er schließlich zurück zur Wohnung kam und das Scheidungsdokument auf dem Tisch sah, erkannte Miguel, wer hinter der ganzen Aktion steckte. Neben dem Schreiben stand in rotem Lippenstift geschrieben:
Diese süße Rache



