Als wir Hand in Hand zur Kirche gingen, hielt uns ein Fremder auf – und behauptete, dass Juliane von ihm schwanger sei

Als wir zur Kirche gingen, Händchen haltend, wurde meine Braut von einem Fremden aufgehalten. Der Mann teilte ihr mit, dass Lieselotte von ihm schwanger sei.

Ein Unbekannter schnappte sich meine Verlobte vor der Kirchentür und der Grund war schnell klar: Sie trug sein Kind unter ihrem Herzen. Das war ein Schock für alle, besonders für mich. Hätte ich früher von ihrer Lage gewusst, wäre wohl alles anders gekommen.

Vor Kurzem war ich in eine fremde Stadt gezogen und hatte keine Lust, nach Hause zurückzukehren. Der Grund? Meine Ex-Verlobte. Meine Eltern hatten mich spät bekommen, wegen gesundheitlicher Probleme meiner Mutter. Trotzdem war ihre Erziehung streng. Sie wollten, dass ich ein anständiger Mensch werde. Und obwohl sie hart waren, wusste ich immer, dass sie mich liebten.

Wie die meisten Schüler war ich mittelmäßig, besonders in Mathe und Naturwissenschaften. Dafür half ich zu Hause gern reparierte mit meinem Vater, versorgte das Vieh, bereitete Futter für den Winter vor. Ich mochte auch unsere Hühner. Später brachte mir meine Mutter bei, zu kochen und zu bügeln, und als ich älter wurde, übernahm ich mehr Aufgaben, damit meine Eltern sich ausruhen konnten.

Nach dem Abi dachte ich nicht ans Studieren das Geld fehlte. Also begann ich eine Ausbildung an einer Berufsschule in der Nähe meines Dorfes, um notfalls zu Hause helfen zu können.

Jedes Wochenende fuhr ich heim, half im Haushalt und traf mich manchmal mit Freunden.

Doch dann änderte sich alles, als ich ein besonderes Mädchen traf. Lieselotte, Erstsemesterin an der Nachbarschule, fiel mir sofort auf schlank, mit prächtigem Haar. Männer drehten sich nach ihr um. Anfangs konnte ich kaum glauben, dass sie mit mir ausgehen wollte, doch bald trafen wir uns öfter, und ich merkte, dass ihre Gefühle echt waren. Schließlich waren wir unzertrennlich.

Meine Mutter bemerkte zuerst, dass ich mich veränderte. Ich kam seltener nach Hause, schlief schlecht, vernachlässigte meine Freunde. Mein Vater scherzte, die Stadtpflanze hätte mich verzaubert doch Lieselotte wohnte nur zwei Dörfer weiter. Ich hielt unsere Beziehung eine Weile geheim, um sicherzugehen, dass es ernst war.

Wir waren unzertrennlich Partys, Ausflüge, Besuche in ihrem Studentenwohnheim. Lieselotte überraschte mich sogar mit selbstgebackenem Kuchen in der Mittagspause. Ich fühlte mich geliebt und war überzeugt: Es gab niemanden Besseren für mich.

Als ich meinen Eltern von uns erzählte, machten sie sofort Andeutungen über Enkelkinder. Ich wusste, es war zu früh Lieselotte war ja erst im ersten Semester. Doch insgeheim stellte ich mir vor, wie sie im Brautkleid vor dem Altar stand. Es fühlte sich an, als hätte ich meine Seelenverwandte gefunden.

Zu unserem ersten Jahrestag plante ich ein romantisches Abendessen. Doch Lieselotte hatte eine Überraschung: Sie war schwanger von mir! Glücklich wie nie machte ich ihr sofort einen Antrag, und sie sagte Ja.

Als wir unseren Familien die Neuigkeit erzählten, war die Erleichterung groß. Alle verstanden sich blendend, als wären wir schon lange eine Familie. Meine Eltern lobten Lieselotte, als wäre sie ihre Tochter, und ihre Familie nahm mich herzlich auf.

Die Hochzeitsvorbereitungen begannen. Statt eines Standardfestes wollten wir auf dem Land feiern, wie es meine Eltern getan hatten. Da unser Haus zu klein war, mieteten wir das Anwesen der Schwiegereltern. Mit dem wachsenden Babybauch blieb kaum Zeit für anderes Kleider, Essen, Dekoration, alles musste organisiert werden.

Es war fast zu schön, um wahr zu sein. Doch dann kam der Albtraum.

Wir wollten kirchlich heiraten, damit unser Kind in einer Ehe geboren würde. Zuerst standen wir standesamtlich vor dem Altar, dann ging der Hochzeitszug zur Kirche, wo Pfarrer und Gäste warteten. Doch als wir Händchen haltend dorthin gingen, hielt uns ein Fremder auf. Er behauptete, Lieselotte erwarte sein Kind.

Der Mann bestand darauf, der Vater zu sein, und drohte mit einem Vaterschaftstest. Zuerst dachte ich, er sei verrückt bis Lieselotte eingestand, dass es stimmte. Sie weinte, sagte, sie habe nicht gewollt, dass es so endet. Ich fragte nicht weiter, drehte mich um und ging. Die nächste Woche war wie im Nebel.

Eine Woche später verließ ich meine Heimat und zog nach München, um neu anzufangen. Ich wechselte die Schule und ließ alles hinter mir. Seitdem war ich nicht mehr im Dorf und habe keine Ahnung, was aus Lieselotte wurde. Meine Eltern erwähnen es nie, und ich wage nicht, nachzufragen.

Später lernte ich eine andere Frau kennen ganz anders als Lieselotte: ehrlich, direkt und aufrichtig. Die Beziehung beendete ich aus der Ferne, und seitdem bin ich vorsichtiger geworden. Dieses gebrochene Herz will ich nie wieder spüren.

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Homy
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