Sergej packte stolz seine Sachen. Er trennte sich von seiner Frau, mit der er 15 Jahre gelebt hatte. – Sergej, geh nicht! – flehte ihn Oksana an.

Stefan sammelte stolz seine Sachen. Er verließ die Frau, mit der er fünfzehn Jahre zusammengelebt hatte Claudia. Er ging zur jüngeren Partnerin, die zwölf Jahre jünger war. Claudia sah ihm mit tränenden Augen entgegen und hoffte, dass er nur scherzte und nicht wirklich gehen würde.

Stefan, geh nicht, flehte Claudia. Wir müssen die Kinder noch großziehen. Bitte, um der Kinder willen!

Die Kinder verstehen es, erwiderte Stefan, fast schon der fast ehemalige Ehemann. Bindet mich nicht mit ihnen! Sie sind schon dreizehn, sie haben längst erwachsen werden sollen.

Wie kannst du das sagen? In ihrem Alter brauchen sie ihren Vater, schluchzte Claudia erneut. Sie versuchte, Stefan am Ärmel zu packen, doch er ließ sich nicht halten.

Bindet mich nicht an die Kinder! Zerstört nicht mein neues Leben! brüllte er verärgert. In diesem Moment dachte er weder an die Kinder noch daran, dass er ihr Leben zerstörte er sah nur seine helle Zukunft mit der jungen Iris vor sich.

Nachdem er alles gepackt hatte, verließ er das Haus. Claudia lag reglos im Flur, während Tränen über ihr Gesicht liefen.

Als Lukas und Heike von der Schule kamen, lag Claudia immer noch am Boden. Sie weinte nicht mehr, starrte nur leer in die Ferne. Sie richtete sich auf, sah ihre Kinder an und flüsterte leise:

Vater ist gegangen für immer.

Weine nicht, Mama, beruhigte Heike sie. Wir schaffen das auch ohne ihn.

Genau, wir kommen zurecht, ich helfe euch! bestätigte Lukas.

Claudia umarmte Lukas und Heike und sagte:

Wie lieb ihr seid. Es ist ein Trost, dass ihr da seid. Wir werden es schaffen, alles wird gut sein

Sie schafften es tatsächlich, wenn auch nicht sofort. Claudia weinte nachts lange, wenn die Kinder schliefen, und vermisste Stefan, wenn auch immer seltener.

Während Stefan mit Iris zusammenlebte, war es lustig, aber der Alltag wurde unerträglich. Sie konnte nichts richtig machen, und wenn sie es doch konnte, wollte sie es nicht. Stefan zog sie ständig mit Claudia als Beispiel heran so hatte er sein Leben bisher gekannt. Iris hatte genug und warf ihn vor die Tür, zurück zu Claudia.

Ein Jahr später stand Stefan erneut an der Tür. Die Augen gesenkt, das Gesicht zerzaust, völlig vernachlässigt. Er bat um Verzeihung bei Claudia und den Kindern, sagte: Ich liebe euch, ich kann nicht ohne euch leben. Wenn ihr mich nicht wieder nehmt, werde ich nicht überleben.

Claudia freute sich im Stillen, dass er sie und die Kinder noch mehr liebte als die junge Trennungsfrau. Sie sprach ehrlich mit ihm, nahm ihn jedoch nur widerwillig auf. Die Kinder akzeptierten ihn ohne großen Enthusiasmus; ihr jugendlicher Stolz ließ sie nicht sofort vergeben.

Claudia blühte dabei auf. Sie war stolz, dass Stefan zurückgekehrt war. Also bin ich doch die Bessere, dachte sie. Stefan hingegen war zufrieden, weil Claudia ihn wieder angenommen hatte das bedeutete, sie liebte ihn noch. So schien alles wieder zu funktionieren.

Doch Iris war nicht zufrieden. Sie war eifersüchtig, weil Stefan auch ohne sie gut lebte. Sie versuchte erneut, die Beziehung wiederherzustellen, und Stefan ließ sich darauf ein.

Dieses Mal verließ Stefan das Haus nicht mehr mit stolzem Auftreten, sondern an einem Samstag, dem freien Tag, an dem die Kinder nicht zu Hause waren. Er ließ nur ein kurzes Entschuldigung, ich habe mich geirrt fallen und ging. Claudia weinte diesmal nicht, flehte ihn nicht an, sondern tat so, als schaue sie fern. Sie fühlte sich völlig versagt.

Sie war nicht verzweifelt wie zuvor, sondern wütend auf sich selbst, weil sie ihrer eigenen Schwäche nachgegeben hatte. Sie versuchte, ihr Gesicht zu wahren, und ließ erst nach dem Schließen der Tür alle Gefühle heraus.

Kurz bevor die Kinder von der Schule zurückkamen, hatte sie sich beruhigt. Als sie den Kindern Stefans Tat erklärte, freuten sich Lukas und Heike.

Na, das war ja ein echter Knall, sagte Lukas. Wir leben auch ohne ihn weiter. Ohne ihn ist es sogar besser!

Stefan kehrte zu Iris zurück, die ihn wie einen König behandelte, weil sie ihn gerufen hatte das bedeutete Liebe. Er benahm sich, als wäre die ganze Welt ihm zu Diensten. Doch nach nur einem Monat warf Iris ihn erneut aus.

Wieder stand Stefan vor Claudias Tür, senkte die Augen und war überzeugt, dass sie ihn wieder aufnehmen würde. Doch diesmal ließ Claudia ihn nicht einmal bis zur Schwelle hinein.

Du hattest damals recht, sagte sie ruhig. Es war ein Fehler, dass wir uns noch einmal getroffen haben. Manche Wunden heilen nicht, man muss sie manchmal entfernen. Komm nicht mehr.

Stefan konnte nicht begreifen, dass er niemandem mehr gehörte. Die junge Frau war nicht wichtig, aber die Kinder? Er war ihr Vater, hatte sie großgezogen! Dass seine ehemalige Frau ihn nicht mehr brauchte, war der größte Vertrauensbruch, den er je erlebt hatte.

Am Ende erkannte er, dass man Verantwortung nicht durch Flucht, sondern durch Verbleiben und ehrliches Handeln übernimmt. Dieser Weg ist das einzige, was das Herz von allen, die man liebt, wirklich heilt.

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Homy
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Sergej packte stolz seine Sachen. Er trennte sich von seiner Frau, mit der er 15 Jahre gelebt hatte. – Sergej, geh nicht! – flehte ihn Oksana an.
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