Er stößt auf seine Ex-Frau, und Neid färbt ihm die Wangen grün. Philippe trifft seine Ex-Frau, und vor Eifersucht werden seine Wangen tatsächlich grün. Er knallt die Kühlschranktür so heftig, dass der Inhalt erschüttert wird. Ein am Türgriff befestigter Magnet löst sich mit dumpfem Geräusch und fällt zu Boden.
Clémence stand ihm gegenüber, blass, die Hände zu Fäusten geballt.
Also, fühlst du dich jetzt besser? fragte sie, während sie das Kinn hob.
Du gehst mir auf die Nerven, entgegnete Philippe mit zitternder Stimme, obwohl er Ruhe bewahren wollte. Was ist das für ein Leben? Ohne Freude, ohne Zukunft.
Also ist wieder alles meine Schuld? Clémence zog ein bitteres Lächeln. Natürlich, nichts läuft wie in deinen Träumen.
Philippe wollte erwidern, hob aber nur die Hand. Er öffnete eine Flasche Sprudelwasser, trank einen Schluck direkt vom Hals, dann stellte er sie abrupt auf den Tisch.
Philippe, schweig nicht, sagte Clémence mit zitternder Stimme. Sag mir endlich, was dich wirklich belastet.
Was soll ich sagen? grummelte er. Das alles hat mich erledigt. Zum Teufel!
Sie sahen sich einige Sekunden schweigend an. Schließlich atmete Clémence tief ein und ging ins Bad. Philippe ließ sich schwer auf das Sofa fallen. Durch die Tür drang das Geräusch von fließendem Wasser Clémence hatte vermutlich den Wasserhahn aufgedreht, um ihr Weinen zu übertönen. Für ihn war das jedoch bedeutungslos.
**Ein Leben, das zur Routine wurde**
Vor drei Jahren hatten sie geheiratet. Zunächst wohnten sie in Clémences Wohnung, die sie von ihren Eltern geerbt hatte, dann zog man in ein Haus auf dem Land und ließ die Wohnung auf den Namen ihrer Tochter eintragen. Sie lebten in einer geräumigen, jedoch nicht renovierten Unterkunft, ausgestattet mit Möbeln aus vergangenen Jahrzehnten.
Anfangs war Philippe zufrieden: zentral gelegen, praktisch für die Arbeit. Mit der Zeit jedoch begann alles ihn zu reizen. Clémence schätzte ihr familiäres Refugium mit braunen Tapeten und dem alten, geerbten Sideboard. Philippe dagegen sah darin einen Mangel an Veränderung.
Clémence, sag mir ehrlich, wiederholte er. Willst du nicht diesen grauen Boden gegen gelben Linoleumbelag austauschen? Das Interieur modernisieren?
Philippe, wir haben gerade kein Geld für Renovierungen, antwortete sie gelassen. Auch ich träume von Veränderung, aber wir müssen auf Förderungen warten.
Warten?! Das ist ja deine Philosophie ausharren und abwarten!
Philippe erinnerte sich oft daran, wie er sich in Clémence verliebt hatte. Sie war damals eine schüchterne Studentin, ihr blaues, offenes Auge und ihr sanftes Lächeln hatten ihn bezaubert. Er sagte zu Freunden: Sie ist ein Knospen, die noch erblühen wird. Heute jedoch schien ihm die Blume nie wirklich aufgegangen zu sein und schon zu verwelken.
Clémence sah sich nicht als unsichtbar. Sie lebte einfach nach ihrem Empfinden, genoss kleine Dinge eine Tasse Minztee, ein neues Tischset, einen ruhigen Abend mit einem Buch. Für Philippe war das alles Stagnation und Routine.
Sie stürzten nicht sofort zur Scheidung Philippe wollte nicht wieder zu seinen Eltern zurück, und ein getrennter Haushalt war momentan unmöglich. Clémences Mutter, Madeleine, trat stets für ihre Tochter ein:
Mein Sohn, Clémence ist ein gutes Mädchen. Sei froh, dass du eine Wohnung hast.
Mama, du verstehst nichts! erwiderte Philippe verärgert. Der Vater nur nickte:
Lass ihn sich selbst zurechtfinden.
Zuhause jedoch kühlte Philippe immer mehr ab: Sie ist wie ein Schatten, ein grauer Geist, dachte er. In einem Streit schrie er: Ich sah in dir eine prächtige Blume! Und jetzt? Ich lebe mit einer gefrorenen Knospe
Es war das erste Mal seit Monaten, dass Clémence weinte. Und an dem Tag, an dem alles zusammenbrach, flüsterte Philippe leise: Clémence, ich bin erschöpft.
Wovon? fragte sie. Von diesem Leben, von dieser endlosen Routine.
Clémence nahm ihre Tasche und ging. Philippe hoffte, sie würde zurückkommen und ihn bitten zu bleiben, doch sie verließ ihn gelassen: Vielleicht wäre es besser, wenn du wirklich allein lebst. Zieh aus.
Philippe explodierte: Ich werde nicht gehen!
Es ist die Wohnung meiner Eltern, sagte Clémence kühl. Und ich will nicht mehr mit jemandem zusammenleben, für den ich nur eine Last bin.
Philippe hatte keine Wahl er ging. Einige Wochen später wurde die Scheidung offiziell.
**Die Begegnung, die alles veränderte**
Drei Jahre vergingen. Philippe wohnte noch bei seinen Eltern, versuchte ein neues Leben zu beginnen, aber das Glück blieb aus. Seine Arbeit brachte wenig, nur kleine Freuden erhellten seinen Alltag.
Eines Frühlingsabends, beim Spazierengehen, kam er an einem Café vorbei, sah durch das Fenster und hielt plötzlich an. Clémence stand dort. Doch sie war nicht mehr die Clémence, die er kannte. Vor ihm stand eine selbstbewusste Frau, mit gepflegter Frisur, elegantem Mantel und einem Autoschlüsselbund in der Hand.
Clémence? sagte Philippe überrascht.
Sie drehte sich um, erkannte ihn und lächelte.
Philippe? Hallo! Wie geht es dir? erwiderte sie.
Äh gut, stammelte er, unfähig, den Blick von ihr abzuwenden.
Und dir? fragte sie gelassen.
Es scheint, dir geht es sogar besser Arbeit wie immer? erwiderte er.
Nein, ich habe mein eigenes Blumengeschäft eröffnet. Es war beängstigend, aber ichIch habe jetzt endlich Frieden gefunden.




