Er ließ mich mit drei Kindern und pflegebedürftigen Eltern zurück, um mit seiner Geliebten durchzubrennen.

Er ließ mich, drei Kinder und meine betagten Eltern, zurück und floh mit seiner Geliebten.
Er verließ mich, meine drei Kinder und meine alten Eltern er zog nach Italien mit seiner Geliebten.
Ich konnte ihn nicht aufhalten.
Alles begann an meinem Geburtstag.
Zu dieser Zeit lebte ich in einem kleinen Dorf, hatte kaum Geld, und die Schaufenster der Stadt boten so viele verlockende Dinge, dass ich nicht wusste, wohin mein Blick schweifen sollte.
Besonders angetan war ich von einem Paar Sandalen.
Ich stand da, starrte sie an und stellte mir bereits vor, wie ich sie tragen würde, die Hauptstraße entlangschlendere und alle Blicke auf mich gerichtet wären
Plötzlich stieß mich jemand leicht mit dem Ellbogen an.
Als ich mich umdrehte, sah ich einen lächelnden Mann vor mir.
Schön, nicht wahr? er nickte in Richtung der Sandalen.
Ja murmelte ich, die Augen noch immer auf das Schaufenster gerichtet.
Lass uns einen Kaffee trinken. Wenn ich dir diese Sandalen kaufe, würdest du dann mit mir ausgehen?
Ich wusste, dass ich für ihn naiv und albern wirken würde, doch in dem Moment war mir das egal.
Einverstanden, antwortete ich.
Ich wollte dieses Geschenk, wollte mich wenigstens für eine Nacht besonders fühlen.
Wir setzten uns in ein Café, er bestellte mir ein Stück Kuchen, und ich begann, ihm meine Geschichte zu erzählen.
Ich berichtete, dass meine Eltern gestorben seien.
Zum Teil war das wahr.
Ich hatte meinen Vater wirklich beerdigt, aber meine Mutter
Meine Mutter hatte ich seit meiner Kindheit im Inneren begraben, weil sie mich als Baby verlassen hatte.
Ich schilderte ihm das alles, um sein Mitgefühl zu wecken.
Und es funktionierte.
So fing alles an.
Ich kam immer öfter in die Stadt, wir trafen uns regelmäßig.
Er hieß Laurent. Er nahm mich bei sich auf und überschüttete mich mit Zuwendung.
Zuerst waren es die Sandalen, dann Kleider, Schmuck, edle Parfums.
Doch ich wurde nicht seine Geliebte wegen der Geschenke.
Ich hatte ihn lieben gelernt.
Ich war überzeugt, er fühle dasselbe.
Doch ich war naiv.
Ein Fehler kostete mich: Ich wurde schwanger.
Ich erwartete jede mögliche Reaktion, außer:
Wir müssen uns trennen.
Kümmer dich selbst.
Mach abort.
Stattdessen sagte er:
Du ziehst zu mir. Wir ziehen das Kind gemeinsam groß.
Ich war überglücklich.
Meine Mutter hatte mein Leben ruiniert.
Wir heirateten.
Ich dachte, das Schicksal lächle endlich zu mir.
Eines Tages klopfte es an der Tür.
Als ich öffnete, fast verlor ich das Bewusstsein.
Auf der Schwelle stand meine Mutter, einen Sack Sauerkraut in der Hand, als hätte sie mich erst gestern gesehen.
Ein Nachbar hatte preisgegeben, wo ich jetzt wohnte.
Sie wollte sich versöhnen.
Laurent erfuhr die Wahrheit.
Er merkte, dass ich gelogen hatte, und sein Liebesgefühl verflog sofort.
Er schrie mich an, nannte mich eine Provinzschwindlerin und fragte, ob mein Vater aus dem Grab steigen wolle, weil ich Menschen so leicht aus meinem Leben verschwinden ließ.
Er setzte uns beide meine Mutter und ihr Sauerkraut vor die Tür.
Ich vertraute ihm noch immer und erneut lag ich falsch.
Ich kehrte zu meinen Großeltern zurück, warf meine Mutter raus und blieb allein mit meinem Kind.
Doch Laurent kehrte zurück.
Kehren wir gemeinsam zurück, sagte er. Wir haben einen Sohn.
Ich glaubte wieder an ihn.
Naiv dachte ich, die Liebe könne alles überwinden.
Er ließ mich nicht mehr in seine Wohnung zurückkehren.
Wir bezogen das alte Haus seiner Eltern betagte Menschen, die Pflege brauchten.
Ich stimmte zu.
Ich tat alles für ihn, für seine Eltern, für unseren Sohn.
Dann wurde ich erneut schwanger.
Eines Tages stritten wir, und wütend erinnerte er mich:
Vergiss nicht, du bist hier nur Gast!
Diese Worte trafen mich wie ein Messerstich.
Trotzdem blieb ich. Ich war überzeugt, die Liebe würde die Prüfungen tragen.
Als das zweite Kind geboren wurde, meinte er, das Geld sei knapp, seine Geschäfte seien bankrott.
Jetzt waren wir gleichgestellt: Ich hatte nichts, er ebenfalls nicht.
Dann kam das dritte Kind.
Ich dachte, nun würde nichts mehr ändern, wir blieben zusammen, egal was geschieht.
Er begann, immer mehr zu arbeiten, ging früh los und kam spät zurück.
Ich nahm an, er tue das für seine Familie.
Ich sah nicht, wie alles zusammenbrach.
Ein Ticket für Italien ein neuer Lebensabschnitt aber nicht für mich.
Eines Tages verkündete er:
Ich kann so nicht weiterleben. Hier gibt es keine Zukunft mehr. Ich gehe ins Ausland.
Ich glaubte ihm. Er war erschöpft, deprimiert, ausgebrannt.
Ich stimmte zu, dass er gehen solle, wo er Erfolg finden möge.
Dann stieß ich zufällig auf die Wahrheit.
Am Flughafen lagen zwei Tickets nach Italien.
Eines auf seinen Namen, das andere auf den Namen einer Frau, mit der er seit Jahren eine Beziehung hatte.
Ich verstand.
Doch ich konnte ihn nicht aufhalten.
Er ging.
Und ich blieb zurück mit drei Kindern, mit seinen Eltern, die mir nicht mehr fremd waren, in einem leeren Haus und einer Seele voller Schmerz.
Ich weiß nicht, wie ich jetzt weiterleben soll.
Ich hoffe nur, dass eines Tages der Schmerz weniger werden wird.

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Homy
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Er ließ mich mit drei Kindern und pflegebedürftigen Eltern zurück, um mit seiner Geliebten durchzubrennen.
ATME NUR WEITER… – Ach du meine Güte… Wo hast du die denn ausgegraben? Die wiegt doch mindestens ein Zentner! Ich verstehe dich einfach nicht, Oleg. Wirklich, ein richtiger Klotz! Unmöglich. Was findest du bloß an ihr? Mama, bitte sag du auch mal was dazu, – ereiferte sich Lena immer weiter… – Jetzt beruhig dich doch, Lena. Das ist schließlich die Entscheidung deines Bruders. Oleg muss mit ihr leben. Also soll er sich auch um seine Braut kümmern, – wandte sich Anna Viktoria vielsagend an ihren Sohn. – Seid ihr fertig? Dann hört gut zu. Ich heirate Tanja. Und im Herbst bekommen wir außerdem ein Kind. So, meine lieben Damen, die Diskussion ist beendet, – sagte Oleg und verließ das Wohnzimmer. …Oleg war schon einmal verheiratet. Mit einer echten Schönheit. Die Tochter stammt aus dieser Ehe. Er liebte seine Frau abgöttisch. Aber scheinbar passte er der Schwiegermutter nicht in den Kram. Sie tat alles, um diese Liebe zu zerstören. Oleg musste gehen. Damals ging er völlig auf Abwege. Trank hemmungslos, geriet in Schlägereien, wechselte die Frauen… …Und plötzlich tauchte Tanja auf. Sie lernten sich im Bekanntenkreis kennen. Tanja hatte Oleg sofort ins Auge gefasst. Sympathisch, stattlich, unterhaltsam. Und dieser Humor! Keiner brachte Tanja so schnell zum Lachen wie er. Tanja unterrichtete an der Schule Algebra. Sie wohnte noch bei den Eltern zu Hause. Sie war vierundzwanzig, als sie Oleg begegnete. Manchmal sieht man jemanden – und liebt ihn plötzlich für immer. Ohne Gründe, einfach so. Einfach weil er da ist. Man weiß: Das ist meine verwandte Seele. Und du glaubst, ihn schon tausend Jahre zu kennen. Ohne ihn ist das Leben unvorstellbar. So ging es Tanja. Oleg fiel die Unbekannte an jenem Abend gar nicht weiter auf. Erstens war er völlig betrunken. Zweitens war Tanja so gar nicht sein Typ, wirklich überhaupt nicht. Drittens hatte Oleg mit dem Thema Familie abgeschlossen. „Nie wieder heirate ich! Reicht mir!“, sagte er oft zu Freunden. Doch in dieser Runde war Emma. Ein echtes Schätzchen. Oleg unterhielt sich locker mit ihr, zog sich mit Emma in die Küche zurück. Später gingen sie Hand in Hand in die Nacht hinaus. …Mit Emma war alles aufregend. Oleg war absolut zufrieden. Ein echtes Champagner-Mädel. Männer drehten sich nach ihr um und seufzten tief. Oleg stellte Emma seiner Schwester Lena vor. – Hübsches Mädchen. Aber nicht zum Heiraten, – war Lenas Urteil. – Weiß ich, – antwortete Oleg. Emma verließ Oleg, sie wählte einen anderen. Oleg nahm es gelassen. Nein, sie war nicht die Richtige für ihn. Tanja aber wartete geduldig auf ihre Chance. Oleg war frei – jetzt musste sie handeln. Tanja lud Oleg zu einem Date ein. Zögerlich, aber er sagte schließlich ja. Sie brachte ihn zu ihren Eltern nach Hause. Mama und Papa fanden Oleg sofort sympathisch. Und so fing alles an… Oleg war rund um die Uhr von Tanjas Fürsorge umgeben. Tanja schwirrte wie ein Schmetterling um ihn herum. Jeder Wunsch wurde ihm sofort erfüllt. Nach einem halben Jahr erzählte Oleg schließlich Mutter und Schwester von seiner zukünftigen Frau Tanja. – Und liebst du sie, Oleg? – fragte seine Mutter. – Nein. Geliebt habe ich mal… Aber das weißt du, Mama. Es tut weh. Mir reicht, dass Tanja mich abgöttisch liebt, – sagte Oleg nachdenklich. – Ob du es aushältst, mit einer Frau zusammenzuleben, die du nicht liebst? – Anna Viktoria wischte sich eine Träne ab. – Wir werden sehen, – wich Oleg aus. …Die Hochzeit wurde im Haus der Braut gefeiert. – Liebt und lebt miteinander, und wenn ihr mal streitet, dann versöhnt euch gleich wieder, ihr Frischvermählten, – gab Tanjas Mutter mit auf den Weg. …Sie stritten oft, aber versöhnten sich nicht immer. Oleg fing wieder an zu trinken. Er kehrte zurück in sein Elternhaus. Anna Viktoria schüttelte bloß den Kopf, schwieg aber. Tanja kam direkt zu Oleg nach Hause: – Was hast du dir nur dabei gedacht, Oleg? Komm sofort zurück – ich geb‘ dich nicht her! Also kam er zurück. …Ein Sohn wurde geboren. All die kleinen Sorgen… Das Leben zog weiter… Oleg wuchs immer mehr in diese warmherzige Familie hinein. Schwiegervater und Schwiegermutter liebten den Schwiegersohn wie ihr eigenes Kind. Das beste Stück Fleisch war für Oleg. Wenn er von der Arbeit kam, schlichen alle auf Zehenspitzen durchs Haus. Er brauchte schließlich seine Ruhe. Sie beschenkten ihn oft. Oleg hat Tanjas Eltern nie gekränkt. Immer mit großem Respekt behandelt. Er übernahm sämtliche Hausarbeit selbst. Tanja nannte er stets zärtlich “Tanjuschka”. Seinen Sohn vergötterte er. …Fünfundzwanzig Jahre Eheleben vergingen wie im Flug… Die Eltern wurden alt. Wurden häufig krank, waren ständig bei Ärzten. – Oleg, vielleicht solltest du auch endlich mal zum Check in die Praxis gehen? – schlug Tanja ihrem Mann vor. – Wenn du meinst, Tanjuschka… – erwiderte Oleg. …Ständig war er im Stress: den Garten in Ordnung bringen, den Gartenzaun erneuern, im Haus renovieren… Immer hatte er es eilig. …Dann kam der Notarzt. – Hier kann man leider nichts mehr tun. Plötzlicher Herztod… Tanja verlor den Boden unter den Füßen. Sie fiel in Ohnmacht. Die Ärzte holten sie zurück. – Wie kann das sein? Oleg war doch erst bei allen Untersuchungen. „Kern gesund“, hieß es. Und jetzt sowas… Ich glaub’s nicht!!! – Tanja schrie vor Verzweiflung. Die alten Eltern saßen fassungslos da. – Wir, die Alten, wir hätten sterben sollen! Wir! Was für eine Ungerechtigkeit! – weinte Tanjas Mutter hemmungslos. – Oleg! Du bist mein Leben! Atme nur weiter! Atmiiiiiiie… – Tanja warf sich zu ihrem verstorbenen Mann. …Beerdigung. …Zwei Monate später starb Tanjas Vater. Kurz vor seinem Ende stöhnte er: – Oleg! Hol mich zu dir! Einen Monat darauf starb auch die Mutter. …Ein halbes Jahr später verkaufte Tanja das Haus. Sie konnte dort nicht mehr leben. Kaufte eine kleine Wohnung. Verheiratete ihren Sohn. …Sie gestand Olegs Schwester Lena, nach sieben Jahren Witwendasein: – Lena, so einen Mann wie Oleg findet man kein zweites Mal… Ich habe die Hölle durchlebt, als er ging. Ich habe ihn nicht beschützen können… Meinem Sohn habe ich gesagt: Ich will neben Papa beerdigt werden. Es tut so weh, ohne meinen Geliebten… Und, glaub mir, Lena – die Zeit heilt gar nichts…