Im vierten Semester ihres Studiums verliebte sich Lena Hütter. Und zwar nicht in einen gewöhnlichen Jungen, sondern in einen echten Traummann die Mädchen an der Uni hielten ihn für den Coolsten überhaupt. Schließlich kam Markus Bauer aus einer wohlhabenden Familie.
Lena war selbst ein hübsches Mädchen, nicht dumm, aber mit Markus waren sie einfach unterschiedlich. Ihre Eltern waren aus einfachen Verhältnissen. Sie wusste, dass sie aus verschiedenen Welten stammten, doch die Liebe ließ sich nicht aufhalten.
Lena, das wird nichts mit diesem Markus, sagten ihre Mitbewohnerinnen im Studentenwohnheim. Der weiß, was er wert ist, und guckt auf manche herab. Selbst seine Freunde sind nur aus seinem Kreise.
Na und? Ich weiß auch, was ich wert bin, antwortete Lena selbstbewusst. Ich bin nicht hässlich, schließe mein Studium mit Bestnoten ab und kann über alles mitreden.
Schön und gut, aber am Ende weinst du noch. Seine Eltern sind bestimmt so was von abgehoben, da kommst du nicht mal mitm Pferd ran, warnten die Freundinnen.
Mädels, macht mir keine Angst, stöhnte Lena. Vor seinen Eltern hab ich wirklich Bammel, besonders vor seiner Mutter
Als Lena sich in Markus verliebte, hätte sie nie gedacht, dass er ihre Gefühle erwidern würde. Doch es passierte wie von selbst nicht sie hatte den ersten Schritt gemacht, sondern er. Er lud sie ins Kino ein.
Fast das ganze vierte Semester waren sie zusammen, und kurz vor den Semesterferien sagte Markus plötzlich:
Lena, am Samstag fahren wir zu meinen Eltern. Meine Mutter nervt mich schon dauernd mit Fragen: Wer bist du überhaupt?
Oh, Markus, das ist so plötzlich ich fühle mich noch nicht bereit, stammelte sie nervös.
Wovor hast du Angst? Meine Eltern sind ganz normal. Mein Vater ist eher ruhig, aber meine Mutter na ja, die stellt gerne Fragen. Aber keine Sorge, grinste Markus.
Lena war sich sicher, dass sie und Markus heiraten würden. Sie musste nur noch seine Eltern überzeugen. Eingeladen zum Familienessen, war sie schrecklich aufgeregt. Um keinen Fauxpas zu begehen, lernte sie zwei Tage lang Benimmregeln und Tischmanieren.
Samstag kam. Markus holte sie ab, und gemeinsam betraten sie die elterliche Wohnung. Vor allem vor ihrer zukünftigen Schwiegermutter hatte sie Angst.
Guten Tag, brachte Lena heraus, als sie die lächelnde, gut aussehende Frau erblickte. Der Anblick dieser freundlichen Miene beruhigte sie etwas.
Hallo, Lena. Ich bin Claudia Bauer. Markus, geht schon mal ins Wohnzimmer.
Am gedeckten Tisch saß bereits Markus Vater, Heinrich Bauer. Er musterte sie ernst, stand halb auf und nickte wortlos.
Lena saß kerzengerade, hielt die Ellbogen vom Tisch fern und benutzte Messer und Gabel gekonnt. Sie aß wenig schließlich konnte jederzeit eine Frage kommen, und mit vollem Mund zu antworten, war unhöflich.
Doch wie es immer passiert, wenn man angespannt ist: Sie ließ die Gabel fallen. Sie landete lautlos auf dem hellen Teppich. Lena zuckte zusammen und warf Claudia Bauer einen ängstlichen Blick zu, während Markus laut lachte.
Entschuldigung, murmelte sie.
Doch Claudia Bauer lächelte ermutigend. Markus, du kümmerst dich aber schlecht um deine Freundin. Was ist denn so lustig? Hol Lena eine neue Gabel.
Ja, Mama, sagte er, hob die Gabel auf und verschwand in der Küche.
Lena, du bist so steif. Entspann dich, wir sind hier zu Hause, nicht auf einem diplomatischen Empfang, sagte Claudia so freundlich, dass Lena sich sofort wohler fühlte. Iss ordentlich, sonst denk ich noch, es schmeckt dir nicht. Ich hab mich extra bemüht.
Aber Frau Bauer, das Essen ist köstlich! Nur Markus hat gesagt, Sie hätten eine Haushälterin, die Tante Gisela.
Stimmt, die haben wir, seufzte Claudia. Aber heute wollte ich selbst kochen.
Warum?, fragte Lena erstaunt.
Wie warum?, lachte Claudia. Ich will doch meiner zukünftigen Schwiegertochter imponieren.
Lena glaubte ihren Ohren nicht. Dachte sie, das sei ein Scherz?
Ach, dann ist heute nicht nur mein Vorstellungstag, platzte es aus ihr heraus.
So siehts aus, kicherte Claudia. Aber eins sag ich dir, Lena unser Sohn hat uns nicht enttäuscht. Nicht wahr, Heinrich? Sie wandte sich an ihren Mann, der wieder nur nickte, aber dann sagte:
Natürlich, Schatz.
Das Treffen verlief gut, Lena taut





