Opa
Opa! Opa! Der Max ist auf einen Baum geklettert und kommt nicht mehr runter! Der Sascha ist noch dort, aber ich bin schnell zu dir gelaufen. Hol ihn bitte runter!
Auf welchen Baum denn?
Keine Ahnung!
Ach, ihr lernt und lernt, und trotzdem könnt ihr eine Tanne nicht von einer Birke unterscheiden.
Opa! Bei uns im Garten gibts doch keine Tannen! Und auf eine Tanne würde Maxim auch nie klettern die piekst doch viel zu sehr!
Na gut, da hast du wenigstens noch genug Grips! Johannes schmunzelte durch seinen dichten Schnurrbart. Und was macht dein Bruder jetzt da oben? Versucht er wenigstens, runterzukommen?
Er heult!
Kein richtiger Kerl!
Opa, bitte! Er hält den Sascha oben auf dem Ast fest. Der wäre beinahe runtergefallen! Hat sich total erschrocken und heult jetzt. Und Max heult halt mit, damits Sascha nicht so peinlich ist!
Na dann, los, wir retten deine Brüder! Erstmal holen wir sie sicher runter, dann gibts was auf den Hintern.
Mit der Rute?
Kann ich machen. Hilft meistens. Wer nicht richtig klettern kann, soll lieber unten bleiben! Wer auf die Bäume geht, muss auch wieder runterkommen, damit ich alten Mann hier nicht dauernd die Leiter holen muss.
Opa
Hm?
Sag mal vielleicht bestrafst du den Max diesmal nicht? Wenn du willst Kannst mich nehmen
Wieso das denn?
Naja Sie wurde ganz kleinlaut. Mir tun die beiden leid Und Sascha ja auch. Sind halt Jungs! Was willste machen?
Ach, du bist mein Schatz! Johannes nahm seine Enkelin auf den Arm.
Er war groß und kräftig wie eine deutsche Eiche, immer noch voller Energie, obwohl er selber gerne sagte: Mein Weg ist eigentlich schon fertig. Nur wie soll man schon gehen, wenn Zuhause der Trubel tobt? Wenn weder in der Welt noch in der Familie alles rund läuft? Seinen Sohn hatte Johannes großgezogen und in die Welt geschickt, aber genützt hatte es wenig. Schon lange war er nicht mehr da. Weit weg im Norden, zum Arbeiten abgereist und seitdem das Einzige, was von ihm kam, war Maxim. Eine fremde Frau hatte den Jungen gebracht, Johannes einen hastig geschriebenen Brief vom Sohn und die Papiere des Kindes überreicht und war gleich wieder verschwunden.
Der Brief brachte auch keine Klarheit. Sein Sohn schrieb, dass Maxim wahrscheinlich sein Kind sei. Er konnte ihn nicht im Stich lassen, aber arbeiten in der Fremde, ständig unterwegs in irgendeinem Bauprojekt wie sollte sich ein Mann da um ein Kind kümmern? Gar nicht. Deshalb schickte er ihn dorthin, wo jemand da wäre.
Johannes las den Brief und war so aufgebracht, dass er mehrmals mit der Faust auf den soliden Tisch schlug.
Diesen Tisch hatte einst sein Vater gebaut, ein begnadeter Schreiner. Johannes hatte das Handwerk übernommen, konnte Möbel bauen oder Altes restaurieren mit Liebe zum Detail. Besonders gerne baute er Tische. Er stellte sich immer vor, wie Familien daran zusammensaßen. Sein Vater hatte ihm mal gesagt:
Ein guter Tisch, Junge, ist das Herz des Hauses und schon die halbe Miete für ein gutes Familienleben. Die Familie muss sich wenigstens einmal täglich um den Tisch versammeln. Da sieht man sich in die Augen, dann wird vieles leichter. Oder auch schwerer, wenn es im Inneren drückt. Aber wenn du so beisammensitzt, kann keiner lange sein Herz verschließen. Irgendwann hebt jeder den Kopf, schaut rüber, und dann Hat die Familie Liebe, gibts auch Versöhnung und Vergebung. Und wenn nicht dann ist man eben Fremde unter einem Dach.
Als Johannes den Brief las, fielen ihm gerade diese Worte ein. Ein Heimatloser Das war sein Stefan jetzt. So schlau, wie er mal war! Blitzgescheit, immer fleißig, die Mutter war stolz auf ihn. Sie träumte davon, dass er einen guten Posten bekäme, vielleicht gar nicht so weit weg von Zuhause. Aber Stefan schlug seinen eigenen Weg ein.
Ich baue Straßen, Mama. Eisenbahnlinien! Bin der Erste im Wald, wo irgendwann die Schienen liegen. Später rasen die Züge durch und das hab ich dann gemacht. Nicht schlecht, oder!?
Ja, Kind, das klingt schön. Aber du bist dann so weit weg von uns
Mama! Ich kann doch nicht ein Leben lang an deinem Rockzipfel hängen! Das macht doch keiner!
Mit so viel Begeisterung erzählte er von seinen Träumen und schaffte es auch: Studium abgeschlossen, Zuteilung und ab in den Norden.
Johannes und seine Frau meinten damals, sie wären noch jung genug für ein zweites Kind. Stefan war früh gekommen; kaum waren sie aus der Schule, hatten sie geheiratet, und Johannes trug schon den Ehering, als er zum Wehrdienst musste.
Dann kam Stefan zur Welt Freude pur. Doch die Frau bekam Probleme mit der Gesundheit, und so sehr sie sich noch eine Tochter wünschte es sollte nicht sein. Sie litt darunter, weinte heimlich. Johannes bemühte sich, aber ändern konnte er es nicht. Er hatte sogar vorgeschlagen, ein Kind aufzunehmen, aber seine Frau lehnte ab.
Ich will mein Eigenes, Johannes. Ich weiß nicht, ob ich ein fremdes Herz annehmen kann. Was, wenn ichs nicht schaffe?
Jahre vergingen, und sie wurde milder. Als Stefan ausgezogen war, sprach sie das Thema Waisenhaus vorsichtig wieder an.
Meinst du, wir könnten jetzt vielleicht einem Waisenkind ein Zuhause geben?
Du wolltest doch nie?
Damals vielleicht. Aber das Haus ist so leer Ich gehe von der Arbeit heim und bin nur froh, dass ich dich habe. Denkst du, wir könnten wirklich ein Kind bekommen?
Warum nicht? Wir sind doch ganz anständige Leute.
So kam Anna zu ihnen ein Jahr später. Das Leben schrieb mal wieder eine eigene Geschichte. Sie mussten das Mädchen nicht mal im Heim abholen. Die Nachbarin, Arbeitskollegin der Frau, starb nach einem Arbeitsunfall. Alle kannten Annchen aus dem Hof, ein aufgewecktes, wohlerzogenes Kind, niemand stellte Fragen. Nach der Tragödie hatte das Mädchen keine Verwandten. Sieben Jahre alt allein in der großen Welt.
Johannes und seine Frau übernahmen sie ohne viel zu überlegen. Stefan kam einmal im Urlaub, tippte Anna an den Zopf:
Hallo, Schwesterlein! Wer dich ärgert, kommt zu mir verstanden?
Anna nickte nur.
Mama, ist mit ihr alles okay?, fragte Stefan seine Mutter abends, als Anna eingeschlafen war. Redet kaum ein Wort
Sie vermisst ihre Mutter. Noch so klein. Sie setzt sich an mich, lehnt ihr Köpfchen an meine Schulter und schweigt Mir bricht jedes Mal das Herz.
Doch die Liebe in der Familie reichte aus. Anna taute auf und wuchs zu einer starken Frau heran, heiratete, und Johannes und seine Frau wurden Großeltern. Erst kam die Enkelin, dann der Enkel, das Haus war voller Leben, und seine Frau Olivia kam kaum hinterher mit all der Arbeit die Tochter brauchte schließlich Hilfe!
Alles war in bester Ordnung, bis Maxim kam.
Was dann nicht mehr passte, Johannes konnte es anfangs kaum fassen. Olivia nahm den Jungen nicht an.
Der sieht nicht aus wie Stefan. In keinem Zug. Nicht vom Gesicht, noch von der Art. Bei Anna sieht mans gleich ihre Kinder, klar. Wie sie sitzen, wie sie sich bewegen. Das ist Familie. Aber Maxim der gehört nicht zu uns!
Beim ersten Mal konnte Johannes kaum sprechen. Wie konnte Olivia so etwas nur denken, geschweige denn sagen!?
Zwing mich nicht zu Gefühlen, Johannes. Ich kann das nicht erzwingen. Ich kann nur helfen, kümmern aber mein Herz? Der ist mir fremd. Tut mir leid!
Aber Anna hast du doch auch angenommen, entgegnete Johannes und schwieg eine Woche mit seiner Frau.
Das war der erste richtige Krach seit Jahrzehnten. Beide litten, aber keiner konnte aus seiner Haut. Olivia meinte, sie habe sich bemüht kochte, holte den Jungen ab, kümmerte sich, tröstete, wenn er sich wehtat. Aber das gewisse Etwas fehlte. Bei Annas Kindern Herzklopfen pur, wenn sie sie drückte. Und bei Max Mitleid, ja, aber ein Rest Fremdheit blieb.
Johannes dagegen fühlte etwas Anderes. Ihm wurde klar, wie wenig man selbst nach so vielen gemeinsamen Jahren wirklich über den anderen weiß. Olivia hatte so ein großes Herz, aber jetzt? Zweifel, ob Maxim Stefans Sohn ist geschenkt! Der Junge war klein, verschüchtert, verlassen einfach nur ein Kind, doch seine Frau ließ ihn emotional draußen.
Der Knall kam früher als erwartet. Die Kinder stritten, und Maxim haute seinem Cousin eine runter, weil Sascha die Schwester Sonia geärgert hatte.
Olivia kam in die Stube, als sie Soniens Weinen hörte.
Na warte!
Das Geschirrtuch sauste schon hoch, und Maxim blickte ganz erstaunt. Warum das jetzt?
Doch Olivia zerrte ihn zum Eck:
Ab in die Ecke! Denk drüber nach! Mädchen schlägt man nicht!
Hab ich nicht gemacht!
Genug! Sonia weint, und du willst dich rausreden? Abmarsch!
Johannes kam nach der Arbeit zu einem seltsamen Bild: Sonia saß neben Maxim in der Ecke und erzählte was, während Max das Gesicht auf die Knie presste und nicht herschaute. Olivia klapperte wütend auf dem Herd, Sascha trottete durch die Wohnung und nöte:
Ich will auch mit euch!
Nein! Sonia blieb hart. Wir sind sauer!
Zum ersten Mal wurde der große Tisch, der immer alle vereinte, kein Ort der Versöhnung.
Was ist los? fragte Johannes beim Essen.
Nichts, Johannes! Iss ruhig, sind Kinder. Maxim habe ich schon bestraft, der hats verstanden, Thema erledigt. Sie schob Max einen vollen Teller hin, blieb aber unberührt.
Johannes schüttelte den Kopf.
Als ob ich blind wär! Los, Kinder, raus aus der Stube! Wir müssen reden!
Das wird doch alles kalt! schimpfte Olivia.
Wärms halt nochmal auf.
Sein Ton ließ keinen Widerspruch zu. Olivia ließ sich neben Johannes nieder und sah den Kindern hinterher.
Er schloss die Tür und drehte sich zu ihr.
Was machst du hier eigentlich?!
Was meinst du, Johannes?
Hätte nicht gedacht, dass ich dich im Alter noch erziehen muss, aber so ists wohl. Hör mir jetzt mal genau zu! Maxim trifft keine Schuld!
Du warst doch gar nicht daheim! Wie kannst du das sagen? Sonia hat doch geweint
Darum gehts doch nicht! Sei leise. Du hast schon genug geredet! Als der Junge zu uns kam, war da diese Traurigkeit in seinen Augen. Ich habe das verstanden. Mutter weg, Vater kümmert sich nicht, Einsamkeit schlimm, vor allem als Kind. Aber jetzt Sehe ich da was anderes.
Und was denn?
Ein kleiner Wolf kommt zum Vorschein. Wut.
Siehst du! Habe ich recht!
Nein, Olivia, du hörst mir nicht zu. Diesen Wolf weckst du in ihm!
Wie bitte?!
So ist das! Man darf Kinder nicht in eigene und fremde teilen! Das macht kaputt! Ja, wir haben ihn nicht selbst ausgesucht wie Anna damals. Aber Max ist nun mal hier! Und das bleibt so! Ich lasse nicht zu, dass irgendjemand ihn hier schlecht behandelt! Nie! Kapiert?
Olivia saß stumm, die Hände fest verschränkt, die Haare streng zurückgenommen, in ihrem einfachen Hauskleid alles an ihr war Johannes lieb und vertraut. Jetzt aber merkte er: ihre Antwort würde alles entscheiden. Ob es noch ein gemeinsames Mittagessen gab, das Lachen der Kinder um den großen Schmortopf, oder ob eine Kälte einkehrte, die sich nicht mehr rückgängig machen ließ.
Sie wollte gerade etwas erwidern, da flitzte Sonia heulend in die Küche.
Er ist weg!
Olivia und Johannes sahen sich an, sie war schneller:
Maxim!
Johannes rannte in den Flur, zur Haustür die stand sperrangelweit offen, von Maxim keine Spur.
Sonia! Weißt du, wohin er ist? knieend fragte Johannes leise. Und warum?
Sonia warf sich an seinen Hals, schluchzend:
Er hat gesagt, er geht. Er will nicht, dass ihr wegen ihm streitet! Und er sucht seine Mama
Olivia japste auf und rannte, wie sie war, mit Hausschuhen hinaus.
Wohin, wusste sie selbst nicht. Nur ein Gedanke hämmerte: weg! Wegen ihr! Sie hatte ihn zurückgestoßen hatte ihm wehgetan…
Seine Mama sucht er!
So klein noch, voller Glauben und Hoffnung auf Liebe in dieser Welt Und sie? Keine Vergebung für sich selbst. Immer hatte sie die Mutter von Max verurteilt und selbst? Womöglich war auch sie keine bessere Man verlässt doch eigentlich nur, was man liebt? Und Max? Weder richtig dazugehörig, noch ganz außenstehend. Fast ein halbes Jahr nannte er sie Oma, suchte ihre Nähe und sie stieß ihn ab: Nicht so wie unsere Aber wer ist schon so? Anna? Klar, die war folgsam am Anfang. Später jedoch? Wie oft wartete Olivia nachts am Fenster, bis die Tochter heimkam? Wie oft hatte sie sich gestritten, manchmal gar geschimpft Trotzdem war Anna ihr nie fremd geworden. Das Herz hatte sie aufgenommen, geliebt, als wäre es ihr eigenes. Und Max? Fremd weil Olivia es so bestimmte. Weil sie sich selbst nicht traute.
Erst jetzt begriff sie, wie sehr Max ihrem eigenen Sohn glich: still, in sich gekehrt. Vielleicht schob sie ihn deshalb weg; die Sehnsucht nach Stefan drückte ihr Herz so sehr, dass es hart wurde. Sie ärgerte sich über den Sohn, dass er weg war und über sich selbst, dass sie ihm zu wenig gezeigt hatte, was Familie ist So wie jetzt.
Olivia durchsuchte die Straßen, rief nach Max, während Johannes längst Tochter Anna angerufen und Freunde losgeschickt hatte. Bald streiften zwanzig Nachbarn durch die Umgebung und rätselten, wie ein Kind in dieser Familie verschwinden konnte.
Abends fand man Max dann endlich. Er lief weit draußen an der Landstraße entlang, wischte sich immer wieder böse Tränen aus dem Gesicht Tränen, die nicht aufhören wollten. Er fühlte sich verlassen. Der Einzige, der ihn richtig angenommen hatte Opa Johannes war weit weg. So sehr wollte er doch einfach nur zurück! Opa an den Finger nehmen, die alte Schwiele an dessen Knöchel tasten, daran zupfen und fragen:
Opa, hast du mich lieb?
Nicht, weil er Angst vor der Antwort hatte nein, einfach, um noch einmal zu hören:
Stell keine dummen Fragen! Wer, wenn nicht dich?
Und Sonia?
Natürlich auch Sonia. Und Sascha. Ihr seid alle meine Kinder.
Aber Opa, wir sind doch Enkel!
Ja, von mir aus. Enkel, Urenkel, egal. Kinder bleibt ihr! Dein Vater ist mein Kind, und du bist es auch. Verstanden, du Dickkopf?
Johannes Freund brachte Max zurück und das Schicksal mischte noch einmal seine Karten aus. Auf der Veranda begegnete Max zuerst Olivia: verheult, zerzaust, erschöpft. Kaum öffnete sich das Gartentor, sprang sie auf, lief auf Max zu und schrie:
Mein Gott, du lebst!
Dann verstand er zunächst gar nichts mehr. Die, die ihn am Tag noch ausgeschimpft hatte, drückte ihn jetzt so innig, dass ihm die Luft wegblieb. Ihre Hände, eben noch fremd, streichelten vorsichtig durch sein Haar.
Alles okay? Bist du verletzt? Sag was! Bitte, mein Junge! Sag, dass dir nichts fehlt!
Da spürte Max plötzlich so ein Kribbeln im Herzen. Opa hatte ihm doch immer erklärt, dass der Mensch mit der Seele spürt, wo das Gute ist.
Seine Arme fanden wie von allein den Weg um die Oma, und die Worte kamen heiser und leise:
Ja… alles gut…
Und Sonias strahlende Augen, wie sie vor Freude in die Hände klatschte, sagten ihm: Hier ist dein Platz.
Dann saßen sie am großen Tisch. Es gab Omas Dampfnudeln, und immer wieder glitten ihre Hände über seinen Wirbel, bändigten liebevoll sein wildes Haar.
Und Opa die Augenbrauen zusammengezogen, mahnend mit dem Finger:
Dass sowas nie wieder vorkommt! Das ist dein Zuhause! Kapiert? Also bleib gefälligst da!
Und noch kommt vieles…
Der Vater kehrt zurück, diesmal für immer. Die Stiefmutter, die niemals dieses raue Wort verdient, sondern eine echte Mutter für Maxim wird ihn lieben wird, dass Olivia sogar eifersüchtig wird. Und ein kleines Schwesterchen wird geboren, das Maxim später stolz aus der Klinik trägt, mit Herzenklopfen und Freude.
Aber jetzt
Max!
Ja?
Komm runter!
Geht nicht! Sascha fällt sonst!
Ich fang ihn!
Und bist du stark genug?
Klar! Komm schon, Quatschkopf. Los! Ich hab dich!
Okay Fertig! Jetzt komm ich!
Na also! Beeil dich, sonst kommt Oma und macht uns Beine!
Und Opa?
Was denn?
Hast du Angst vor Oma?
Vor der? Und wie!
Aber die ist doch gar nicht schlimm!
Wer sagt das? Wenns die ganze Woche nur Nudeln gibt, reden wir nochmal!
Die kocht doch lecker!
Opa!
Was jetzt?
Warum können Menschen eigentlich nicht fliegen?
Wer sagt das? Klar können sie!
Aber die haben doch keine Flügel!
Ach, Unsinn. Menschen haben Flügel, aber andere. Die wachsen, wenn Liebe ins Herz kommt. Wer die Liebe kennt, hat Flügel.
Und du, Opa? Hattest du sie?
Natürlich. Und ich hab sie immer noch. Und du wirst sie auch bekommen.
Ich glaub ich spür sie schon
Na, wozu fragst du dann noch?
Heute habe ich begriffen: Familie ist mehr als Blutsbande. Manchmal erkennt man zu spät, wie Liebe Flügel wachsen lässt und dass es nie zu spät ist, einem Kind das Gefühl von Zuhause zu geben.




