Aus eigenem Antrieb
Wohin willst du denn so früh? zischte Sabine, als sie merkte, dass Erika heute schon eine Viertelstunde vor Feierabend die Jacke überwarf. Der Arbeitstag ist noch nicht um, falls dus nicht bemerkt hast.
Mädels, ich muss wirklich dringend Erika warf ihrer Kolleginnen einen flehenden Blick zu.
Doch deren Augen blieben unerbittlich, kalt wie Eiswürfel im Berliner Winter.
Ist mir egal! Wenn du jetzt gehst, erzähle ich alles Frau Dr. Gerlach, stellte Sabine ihr Ultimatum.
Mach doch, was du willst winkte Erika ab, griff nach ihrer Handtasche und stürmte aus dem Büro.
Sie wusste gut, dass sie am nächsten Tag vermutlich gefeuert wäre, doch was sollte sie tun? Ihr Grund war nicht offiziell, aber doch so wichtig. Nur verstand das eben keiner.
*****
Ein Monat zuvor.
Erika saß im Büro von Frau Dr. Gerlach und wartete mit klopfendem Herzen, was die Chefin entscheiden würde.
Sie wartete nicht nur sie murmelte innerlich Stoßgebete zu Gott, er möge ihr endlich einen Job schenken. Offenbar wurden ihre Gebete erhört.
Sie passen zu uns, sagte die Geschäftsführerin streng, nachdem sie Erikas Unterlagen studiert hatte. Aber gleich vorweg
Erika spannte sich an, ließ es sich aber nicht anmerken.
Was auch immer nun kommen mochte sie würde zustimmen. Eine andere Stelle mit so einem Gehalt würde sie in ganz Dortmund nicht finden.
Innerlich hatte sie sich auf alles vorbereitet. Natürlich nur im Rahmen des Vernünftigen.
In meiner Firma, fuhr Frau Dr. Gerlach fort, wird pünktlich gekommen und gegangen.
Erika hörte aufmerksam zu, bemüht, kein Wort zu verpassen.
Wer gegen die Arbeitsordnung verstößt, wird abgemahnt, verliert die Prämie und bei Wiederholung: Das Gespräch ist dann kurz. Eigentlich gibts keins mehr: Ein Blatt, ein Stift, Eigenkündigung und alles Gute.
In ihrem Inneren spürte Erika Erleichterung das war kein Schrecken, keine Grausamkeit. Überall sei heute Disziplin das Wichtigste.
Habe ich mich verständlich ausgedrückt? fragte Frau Dr. Gerlach und rückte die Brille zurecht. Wenn du, Erika, plötzlich unbegründet zu spät kommst, brauchst du nicht auf ein Auge zudrücken zu hoffen. Auch nicht, dass ich es ignoriere.
Die Chefin wollte gerade die Papiere zusammenlegen, sah dann aber noch einmal Erika an.
Arbeit ist Arbeit. Deine privaten Dinge regelst du bitte außerhalb der Arbeitszeit. Klar?
Ja, ich habe verstanden, nickte Erika. Wann soll ich anfangen?
Morgen kannst du starten. Arbeitsbeginn ist exakt neun Uhr. Am besten bist du zehn Minuten vorher da.
In Ordnung.
Und das Handy bitte aus oder lautlos, damit du dich nicht ablenken lässt. Das ist meine Regel. Und wer sich gestört fühlt Ich zwinge niemanden zu bleiben.
Es passt alles, Frau Dr. Gerlach. Vielen Dank, dass Sie mir eine Chance geben.
Ich hoffe, du enttäuschst mich nicht.
Erika war der Chefin wirklich dankbar. Einen Monat lang hatte sie sich überall beworben und nur Absagen kassiert.
Niemand wollte eine junge, unerfahrene Mitarbeiterin. Sogar mit Auszeichnung.
Ein Diplom bekommt man heute im Netz! hatte mal ein Personalchef in München spöttisch gesagt. Uns fehlt Erfahrung, kein Papier. Wir brauchen jemanden, der sofort loslegen kann.
Aber Erika verstand das einfach nicht: Wie soll man denn Erfahrung sammeln, wenn keiner einen einstellt?
Frau Dr. Gerlach war die Einzige, die sie nahm. Nun wollte Erika ihr beweisen, dass sie richtig gewählt hatte.
*****
Am nächsten Morgen stand Erika um acht Uhr zwanzig schon vor dem Büro.
Drinnen war noch keiner. Sie wartete, bis Herr Klausen, der Hausmeister, kam.
Er erschien um halb neun, etwas erstaunt, als er Erika sah.
Schon lange hier? grinste er, kramte nach dem Schlüssel.
Zehn Minuten.
So früh? Willst du dich bei der Chefin einschmeicheln?
Nein. Mein Bus kommt eben immer so früh. Der nächste wäre zu spät. Und darauf kommt’s hier offenbar ganz schön an.
Ist so, bestätigte Herr Klausen und schloss auf. Möchtest du einen Kaffee?
Sehr gerne, lächelte Erika. Seine Fürsorge rührte sie, fast ein fremder und doch so nett.
Sie wollte schon zum Automaten, doch er winkte ab:
Lass mal.
Stattdessen führte er sie in sein Kabuff, holte einen Thermoskanne und einen Teller mit Butterbrezeln heraus.
Selbst gemacht? fragte Erika erstaunt, als er die duftenden Backwaren anbot.
Klar. Ich wohne allein, das muss ich alles selber machen. Rezept von meiner Oma. Probier mal, ich hab mit Apfelmus und Johannisbeeren gefüllt. Kriegst du zwei runter?
Ich versuchs, lachte Erika und griff zu.
Um Viertel vor neun war Erika an ihrem Platz und studierte die Unterlagen. Die anderen Damen kamen gut zehn Minuten später.
Sie beachteten Erika kaum, grüßten nicht einmal, sondern redeten erst einmal noch über irgendeine Telenovela oder ein echtes Drama.
Pünktlich um neun erschien Frau Dr. Gerlach. Ernst, die Brauen spitz. Eine wahre Eiserne Lady, die ihr Team fest in der Hand hatte. Und doch etwas Ziehendes hatte sie.
Erika spürte irgendwie, dass sie, trotz ihrer Strenge, ein guter Mensch war.
Frau Dr. Gerlach grüßte und blieb dann an Erika hängen. Erika glaubte sogar, sie lächeln gesehen zu haben. Aber nur sie, nicht die anderen.
Herr Klausen meinte, du bist heute als Erste da gewesen. Vorbildlich. Mädels, nehmt euch ein Beispiel Sie arbeitet schon, ihr habt nicht mal eure PCs an.
Seit dieser öffentlichen Schmach schauten die anderen Erika wie Wölfe an. Kein Wunder schon gestern, als Erika vorgestellt wurde, waren Getuschel und Blicke spürbar. Jetzt war sie endgültig staatsfeindlich. Anfängliche Ablehnung wich echter Antipathie.
Allen voran: Sabine, die sich hier mit ihren Getreuen offenbar als Chefin fühlte. Die anderen pflichteten ihr immer bei.
Wenn Erika Sabine etwas fragte, bekam sie sparsame, schroffe Antworten mit süffisantem Unterton.
Was hab ich ihr bloß getan? wunderte sich Erika. Warum ist sie so und hetzt die anderen auf?
Erika fragte sie einmal direkt. Die Antwort war ausweichend.
Eine Woche verging, dann eine zweite
Erika kümmerte sich nicht um die finsteren Blicke und neckischen Sprüche, sondern erledigte alles engagiert. Frau Dr. Gerlach lobte sie immer wieder:
So, Mädels, so arbeitet man! Ich bat Erika heute, alles bis heute Abend fertig zu machen sie war um zwölf schon durch. Wenn nur alle so flink wären.
Nach solchen Ansagen funkelten Sabine und Team erbost.
Kurzum: Erika fand keinen Anschluss. Aber wenigstens blieb es bei Ignoranz Lästereien oder Gemeinheiten bekam sie nicht ab.
Einziger Lichtblick Hausmeister Herr Klausen.
Der kam jetzt sogar extra um acht Uhr zwanzig, damit Erika draußen nicht allein warten musste.
Vorm offiziellen Start tranken sie Kaffee, unterhielten sich. Über das Leben Bis er eines Morgens vorsichtig fragte:
Und, wie gefällts dir bei uns?
Eigentlich gut.
Findest du Frau Dr. Gerlach zu streng?
Nein. Disziplin muss sein. Meine Eltern waren da auch eisern. Ich bins gewohnt.
Gut so, sagte er vergnügt. Aber weißt du, die Dr. Gerlach ist tief drin sehr freundlich. Außen streng im Herzen weich. Und traurig.
Warum?
Weil jeder sein Päckchen hat. Sie etwa kann keine Kinder bekommen, nach einer Abtreibung in jungen Jahren. Sie wollte, aber es geht nicht mehr. Hat keinen Mann, obwohl sie so klug und schön ist. Sie arbeitet rund um die Uhr aber glücklich macht das nicht. Geld ist nicht alles.
Da kann man nichts sagen. Aber woher wissen Sie das alles?
Nun, Herr Klausen stockte, ich wars damals. Ich war der Vater.
Oh?
Ja. Wir liebten uns ehrlich. Nicht nur Sex richtige Liebe. Aber ihre Familie war reich, ich ein Heimkind. Sie zwangen sie zur Abtreibung. Wir waren jung. Ich arbeitete als Bauhelfer wir renovierten bei ihren Eltern, haben uns dort verliebt.
Und dann?
Ich ging weg. Wollte sie nicht mehr sehen. Zog mit der Kolonne durch die Städte. Schwor mir, nie wieder zu lieben. Aber sie blieb die Einzige. Jahre später führte mich der Zufall wieder hierher. Kam als Hausmeister sie war plötzlich meine Chefin.
Er schwieg, blickte zum Fenster.
Erst erkannte sie mich nicht, dann warf sie mich raus und… weinte. Ich hörte es.
Und dann?
Ich wollte schon gehen, aber sie sagte, ich könne bleiben wenn ich nicht trinke oder schludere. Wie bei dir.
Haben Sie ihr verziehen?
Ja. Aber sie sich nicht. Für alles, was war Bleibt unter uns, ja?
Natürlich Wem sollte ich es sagen?
Nach zwei Wochen kannte Erika die Abläufe, brauchte die anderen nicht mehr.
Da holte Frau Dr. Gerlach alle ins Büro und verkündete ihre Dienstreise.
Während ich weg bin, hat Sabine das Sagen. Ich kenne sie gut, vertraue ihr. Aber: Disziplin bleibt wie immer. Wer zu spät kommt oder zu früh geht fliegt.
Erika war nicht enthusiasmiert über die neue Chefin Sabine, aber ließ es sich nicht anmerken.
Wird schon nicht so schlimm redete sie sich ein.
Doch es kam anders.
Bereits am nächsten Tag, als Sabine die Leitung hatte
*****
Ein seltsamer Morgen.
Fräulein, steigen Sie jetzt ein oder was? rief genervt der Busfahrer der Linie 453.
Erika stand wie versteinert auf der niedrigen Stufe und konnte den Blick nicht abwenden vor dem Bushäuschen lag auf dem Bürgersteig eine graue Katze, flach und schwer atmend in einer Lache aus milchigem Licht.
Warum liegt sie da und warum atmet sie so schwer? fragte sie sich. Unruhe kroch durch ihre Träume.
Steigen Sie ein oder nicht?! brüllte der Fahrer. Jetzt klang er richtig sauer.
Was? Nein, entschuldigen Sie murmelte Erika und stieg wieder auf den Gehweg.
Die Bustüren klappten zu, der Bus fuhr davon.
Erika kniete neben das Tier, streichelte vorsichtig durch das verfilzte Fell.
Was ist los, du Arme? Gehts dir schlecht?
Die Katze öffnete langsam die Augen und starrte Erika voller Staunen an.
Sie hatte wohl schon oft versucht, Menschen Hilfe anzubieten und war immer ignoriert worden. Aber jetzt kam jemand direkt zu ihr.
Du bist ganz dünn, flüsterte Erika. Aber dein Bauch ist rund. Bist du vielleicht schwanger?
Miau hauchte die Katze. So viel Verzweiflung in einem Ton.
Und wie soll das gehen Junge bekommen, draußen, ohne Futter?
Erika warf einen Blick auf die Uhr und seufzte. Sie wusste, dass Sabine petzen würde, wenn sie zu spät käme. Um Erlaubnis bitten sinnlos.
Egal, ich überleg mir was, beschloss Erika. Sie nahm die Katze auf den Arm und trug sie nach Hause.
Von da an begann alles
Wie erwartet wurde sie am nächsten Tag von Sabine abgekanzelt die sich jetzt als Chefin fühlte. Es solle diesen Monat keine Prämie für Erika geben.
Was soll’s, ist ja nur Geld, dachte Erika. Hauptsache, die Katze ist in Sicherheit. Das ist wichtiger.
Am selben Abend flehte Erika ihre Katze förmlich an, mit dem Werfen der Jungen bitte bis zum Wochenende zu warten.
Doch um halb drei nachts weckte sie ein seltsames Geräusch: Die Katze gebar. Erika blieb bei ihr bis drei kleine Fellbündel zur Welt kamen.
Jetzt reichts aber! keifte Sabine am nächsten Tag, als Erika wieder zu spät war.
Entschuldigung, aber ich habe eine Katze aufgenommen sie hat gestern geworfen Ich konnte sie nicht allein lassen.
Und das findest du einen triftigen Grund für Zuspätkommen?!
Nein, aber
Jeder weitere Vorfall gibt eine Strafe! Hast du mich verstanden?
Erika versprach, es nie wieder zu tun. Tatsächlich kam sie am nächsten Tag pünktlich.
Doch in der Mittagspause blieb sie zu lange fort musste nach den Katzenkindern schauen. Taxifuhr, aber Stau auf dem Rückweg
Wäre die Katzenmama nicht krank gewesen, hätte sie das nicht gemacht. Doch sie musste die Babys mitzufüttern, damit sie nicht verhungerten.
So ging es jeder Tag weiter.
Erika tat ihr Möglichstes. Doch es klappte nicht immer. Sie erklärte ihre Not aber Sabine zeigte kein Verständnis und deckte sie mit Strafzetteln ein.
Wenn das so weitergeht, bleibt mir gar kein Gehalt, jammerte Erika. Die Kätzchen wachsen, bald muss Futter her. Wie, wenn ich kein Geld habe?
Wirklich eine verzwickte Lage, brummte Herr Klausen beim Kaffeetrinken. Kann ich helfen?
Wie denn? Ich kann sie ja nicht mitnehmen ins Büro! Und bald hab ich bestimmt keinen Job mehr, wenn Frau Dr. Gerlach zurückkommt.
Mal sehen das ist nicht entschieden.
Zwei Wochen vergingen wie im Flug. Morgen kehrte die Chefin zurück. Heute musste Erika mit der Katze zum Tierarzt und verließ die Arbeit fünfzehn Minuten früher zum Glück war alles erledigt. Ihr war nicht bange wegen der Pflicht, wohl aber wegen Sabine
Wo willst du denn hin? zischte Sabine, als Erika sich verabschieden wollte. Es ist noch nicht Feierabend.
Mädels, ich muss los Erika schaute hilfesuchend, doch Kälte, so eiskalt wie ein Spreewalder Winter.
Wenn du jetzt gehst, meld ichs Frau Dr. Gerlach, drohte Sabine.
Mach doch! Erika zuckte die Schultern, schnappte die Tasche und verschwand.
*****
Am nächsten Tag warteten Sabine und Frau Dr. Gerlach schon im Büro. Auf dem Tisch: Ein leeres Blatt und ein Füller.
Mir wurde zugetragen, was in den letzten zwei Wochen lief, begann Frau Dr. Gerlach.
Ja, ich gestehe, Erika atmete schwer. Ich hatte keine Wahl
Schon gut. Herr Klausen hat mich schon informiert du hast dich um die Katze und ihre Jungen gekümmert.
Das ist aber kein Grund fürs Zuspätkommen, schnitt Sabine höhnisch ein.
Frau Dr. Gerlach blinzelte streng Sabine schwieg.
Lass mich bitte ausreden, Sabine. Ja, Katzengeburt ist keine offizielle Entschuldigung. Aber Sie sah Erika an und lächelte wie eine Mutter.
Aber ist es nicht ein Grund, auch mal menschlich zu sein?
Sie hat ständig die Regel gebrochen und mich einfach ignoriert! protestierte Sabine.
Korrekt. Aber Erika hat ihre Arbeit immer erledigt im Gegensatz zu dir. Es geht hier nicht nur um Arbeit, sondern um Menschlichkeit! Statt zu helfen, hast du ihr fast das ganze Gehalt gestrichen. Ist das menschlich?
Sabine schwieg, wurde immer kleiner, wie eine Maus.
Also, Sabine hier ist das Blatt. Kündige selbst und alles Gute. Seelenlose haben hier keinen Platz. Mit den anderen rede ich noch aber ich denke, sie standen nur unter deinem schlechten Einfluss.
Sabine unterschrieb zittrig. Frau Dr. Gerlach bedankte sich bei Erika, verzichtete auf die Strafen, gewährte zwei Wochen bezahlten Urlaub und zahlte die Prämie aus.
Erika brauchte lange, um es zu fassen. Sie hatte mit dem Schlimmsten gerechnet und das Beste bekommen.
Warst du das, Lilo? neckte Erika später ihre Katze, als sie auf dem Sofa mit den Kätzchen schlief.
Lilo blickte so gespielt erstaunt, dass Erika lachen musste.
Eineinhalb Monate später standen überraschend Frau Dr. Gerlach und Herr Klausen vor ihrer Tür.
Eh Guten Tag. Gibts ein Problem?
Nein, alles gut. Wir haben beschlossen, die Kätzchen zu nehmen. Du hast die Anzeige doch online gestellt, richtig?
Ja Es sind drei.
Wir nehmen alle auf dem neuen Hof draußen vor Münster ist genug Platz. Künftig bin ich eh selten im Büro will das Leben genießen.
Dann kommt wohl bald eine neue Sabine und macht Ärger, dachte Erika.
Solange ich weg bin, bist du Chefin, Erika! Schaffst du das?
Ich? Aber ich bin doch noch so neu
Gerade deshalb. Nur dir vertraue ich meine Firma an.
Ich hab übrigens frische Brezeln gebacken, lächelte Herr Klausen. Lust auf Tee?
Abends war Erikas Küche voller Leben.
Sie plauderten, lachten, die Kätzchen weckten Frau Dr. Gerlach und Herr Klausen zum Spielen.
Erika sah sie an und weinte. Aus Glück: Man sah das Leben in ihren Augen.
Lilo lag zufrieden dazwischen schnurrte und wusste, dass es immer noch Menschen gibt, die wirklich lieben können. Es war noch nicht alles verlorenWährend draußen der Abend golden glühte und die letzten Sonnenstrahlen durch das Fenster tanzten, saßen sie noch lange zusammen, aßen Brezeln, tranken Tee und erzählten von alten Zeiten, von neuen Plänen und davon, was wirklich zählt im Leben. Die kleinen Kätzchen erkundeten mit tapsigen Pfoten die Welt, kletterten mutig auf neue Arme und fanden überall ein liebevolles Zuhause.
Erika lehnte sich zurück, spürte die Wärme der Freundschaft und den weichen Pelz auf ihrem Schoß. Sie wusste jetzt manchmal muss man ungewöhnliche Wege gehen und auch mal gegen Regeln verstoßen, um das Herz nicht zu verlieren.
Draußen auf dem Balkon streckte Lilo sich in die sinkende Sonne, blinzelte zufrieden und schnurrte so laut, als wolle sie sagen: Alles wird gut wenigstens hier, bei denen, die keine Furcht haben, menschlich zu sein.
Und so wurde an diesem Abend aus einem fremden Büro, einer gescheiterten Angst und einer kleinen Rettung eine neue Familie geboren eine, die keine Verträge braucht. Nur Herz, Mut und ein wenig Glück.




