Na, jetzt haben wir uns endlich kennengelernt…

Tagebuch, 14. März

Also das erste Kennenlernen ist nun passiert.

Niklas, was ist los mit dir? fragte mich Anneliese nach ein paar Minuten Schweigen. Du bist irgendwie ganz anders, total blass Ist alles in Ordnung?

Ja, alles gut, antwortete ich, mich mühsam zusammenreißend. Ich legte die Gabel zur Seite und griff nach meinem Glas Apfelsaft, um den Moment zu verzögern, in dem ich Anneliese eine Antwort geben musste.

*****

Ich stand vor dem Hauseingang, legte die Hand an die kalte Metalltür und wollte sie gerade aufziehen, doch im letzten Moment zögerte ich wieder.

Reinzugehen, das fiel mir wirklich schwer.

Dabei wusste ich, dass man auf mich wartete. Ich erinnerte mich an mein Versprechen an Anneliese, sie heute zu besuchen, aber die Nervosität lähmte mich fast.

Ich schämte mich: 35 Jahre alt, und meine Knie zitterten, als hätte ich Angst vor einer Mathearbeit.

Und eigentlich fehlte nur noch ein winziger Schritt: die Tür aufmachen, in den Flur gehen, drei Stockwerke hochsteigen, Wohnung Nummer 36 suchen

Doch es war, als ob eine unsichtbare Mauer mich abhielt.

Irgendeine diffuse Angst legte mir Fesseln an. Ich konnte mein Vorhaben nicht zu Ende bringen.

Alles in mir schrie danach, einfach umzudrehen und wegzulaufen. Nach Hause, irgendwo hin ans andere Ende von München Hauptsache weit weg.

Wofür habe ich nur zugesagt? murmelte ich und trat ein paar Schritte zurück. Eigentlich ist eh klar, dass ich denen nicht genüge.

Nochmals sah ich hoch zum dritten Stock, das Licht im Fenster brannte hell. Sehr hell sogar, fast wie ein Leuchtturm. Damit ich mich bloß nicht verlaufe.

Ich stand also richtig. Trotzdem wollte ich nicht raufgehen.

Was mich abhielt? Der Gedanke, Anneliese womöglich zu enttäuschen, wenn ich einfach verschwinde. Sie hatte sich schließlich gewünscht, dass ich komme.

Und ich hatte es ihr versprochen.

*****

Niko, also keine Panik, ja?, hatte Anneliese gestern Abend gesagt. Aber meine Eltern möchten dich gern kennenlernen

Anneliese meine Freundin.

Wir saßen zusammen im Café, aßen Abendessen, unterhielten uns, planten das nächste Wochenende.

Und dann das ihre Eltern wollen mich kennenlernen. Ich war völlig überrumpelt.

Eigentlich nichts Besonderes, ja. Im Gegenteil, es ist völlig normal, dass Eltern den Mann kennenlernen wollen, mit dem ihre Tochter ausgehen will vielleicht ja sogar künftiger Schwiegersohn! Komisch wäre es gewesen, wenn sie mich gar nicht gefragt hätten.

Aber

ich hatte furchtbare Angst, ihnen nicht zu gefallen. Oder anders gesagt: dass ich als Schwiegersohn durchfiele. Und dafür hatte ich, verdammt noch mal, Gründe.

Annelieses Mutter Frau Dr. Brigitta Schneider arbeitete ihr Leben lang an der Ludwig-Maximilians-Universität, war vom einfachen Dozenten zur Rektorin aufgestiegen und saß jetzt sogar im Bayerischen Kultusministerium in München.

Ihr Vater Herr Dr. Ernst Schneider hatte als Bauingenieur in einem großen Münchner Bauunternehmen angefangen, sich bis zum Geschäftsführer hochgearbeitet, und betrieb nun ein eigenes Unternehmen. Er kannte sogar den Oberbürgermeister persönlich! Also ein ehrwürdiger Herr erster Klasse.

Und Anneliese selbst war mit Anfang Dreißig schon Leiterin der Rechtsabteilung bei einer renommierten Versicherung, irgendwo in der Maximilianstraße.

Und ich? Was hatte ich, Niklas Baumann, mit meinen 35 Jahren zu bieten?

Eigentlich nicht viel. Ein ganz normaler Systemadministrator, ohne Hochschulabschluss.

Die Bezahlung war ordentlich, aber was die Karriere anging: vergiss es.

Also, wie würde ich zwischen den Eltern am Tisch aussehen? Was sollte ich sagen? Wie sollte ich ihnen in die Augen sehen?

Wahrscheinlich fragt ihr euch, wie ich es überhaupt geschafft habe, Anneliese kennenzulernen. Zufall!

Damals, an einem Sonntag in München, wollte ich einen Spaziergang im Englischen Garten machen. Und es ergab sich, dass Anneliese auch dort unterwegs war mit zwei Freundinnen. Die holten gerade Eis für sich, während Anneliese auf der Bank warten wollte (niemand sollte die Bank klauen). Sie telefonierte währenddessen mit ihrer Mutter.

Plötzlich: Ein Typ auf einem E-Scooter raste völlig betrunken direkt auf sie zu. Ich sah es eher schnappte Anneliese am Arm, riss sie im letzten Moment von der Bahn der Scooter-Fahrer raste vorbei und knallte Sekunden später gegen einen Mülleimer.

Sind Sie verrückt geworden?!, schimpfte Anneliese, bis sie die Szene verstanden hatte.

Dann schaute sie mich mit ganz anderen Augen an. Wenn ich nicht gewesen wäre

So haben wir uns kennengelernt.

Während ihre Freundinnen noch in der Schlange fürs Eis standen, kamen wir ins Gespräch, tauschten Nummern und verabredeten uns. Jetzt sind wir seit über sechs Monaten ein Paar.

Daran dachte ich, während ich verdauen musste, was Anneliese mir gestern beim Abendessen eröffnet hatte.

Ich hatte solche Angst vor dem Kennenlernen ihrer Eltern, weil sie mich bestimmt für einen Blender halten würden, für einen, der es nur auf Geld abgesehen hat. So was hatte ich mal erlebt. Damals habe ich eine Freundin verloren, die ich sehr geliebt habe.

Und jetzt drohte mir, auch Anneliese zu verlieren

Niko, was ist nur los mit dir? fragte sie nach ein paar Minuten Schweigen am Tisch. Du bist ganz bleich! Alles in Ordnung?

Ja, alles okay, schaffte ich es zu sagen. Ich stellte die Gabel weg, griff nach dem Glas Apfelsaft, um Zeit zu gewinnen.

Kommst du morgen?

Wohin?

Na zu mir! Meine Mama kocht was Feines und mein Papa der bringt einen richtig guten Wein mit. Ein Freund von ihm hat eine kleine Sammlung, und der hat ihm eine besondere Flasche gegeben. Du musst nur zustimmen, dass du kommst. Also traust du dich?

Ich weiß nicht, druckste ich herum. Ich glaube nicht, dass ich deinen Eltern gefalle.

Wieso denn das?

Na ja Ich hab keinen Studienabschluss, kann nur Computer verarzten und Festplatten retten. Die haben sicher an einen anderen Schwiegersohn gedacht einen Geschäftsmann vielleicht, oder einen Politiker-Sohn. Ich dagegen bin nur ein Admin ohne Aufstiegschancen. Meinst du, ich habe eine Chance?

Mach dir keine Sorgen, Anneliese legte ihre Hand auf meine. Meine Eltern sind ganz normale Menschen! Wirklich. Ich freue mich auf morgen, um sieben, ja? Und bitte nicht zu spät!

Ja, nickte ich. Obwohl ich selbst noch keine Ahnung hatte, ob ich überhaupt hingehen würde.

*****

Und nun war es soweit. Heute.

Ich stand vor Annelieses Haus, fünf vor sieben. Es war eisig. Und ich wusste einfach nicht, was ich machen sollte.

Klar, irgendwann musste ich die Eltern treffen, wenn ich es ernst meinte (und das tat ich ich wollte Anneliese sogar heiraten).

Vielleicht würde es besser sein, die Sache noch ein paar Wochen hinauszuzögern. In ein paar Monaten sollte ich zum neuen IT-Team in einer anderen Filiale wechseln. Dann ja, vielleicht dann würde ich passender wirken und hätte bessere Chancen bei Herrn und Frau Schneider.

Ich wollte gerade aufgeben, als mein Handy in der Jackentasche vibrierte.

Anneliese.

Hallo, Niko, fröhliche Stimme. Wir sind fast fertig, Mama und ich. Papa kommt gleich. Wo bist du? Kommst du?

Hallo, Anni, entwich es mir. Ja äh

Man versteht dich ganz schlecht. Kommst du jetzt?

Ja, ich bin schon fast da, seufzte ich.

Hör mal, dieses ganze Nachdenken das bringt dich doch nirgendwohin. Glaub mir einfach: es wird alles gut! Willst du, dass ich rauskomme und dich hole?

Nein, nein ich schaff das schon. Bis gleich.

Ich steckte das Handy ein, rieb mir die Stirn und suchte nach einem Grund, das Treffen abzusagen.

Mir fiel aber keiner ein.

Und dann, ausgerechnet, dachte ich: Mist wenn Herr Schneider jetzt ankommt, treffe ich ihn noch vor der Tür!

Ich beschloss, kurz um den Block zu gehen. Am Weg begegnete mir ein Typ, dem ich aus Nervosität eine Zigarette abkaufte. Ich rauchte ja eigentlich nicht mehr aber jetzt brauchte ich dringend etwas zur Beruhigung.

So stand ich an der Ecke, machte einen tiefen Zug, ließ den Rauch in der eisigen Luft verpuffen und blickte nervös umher.

Viel zu schauen gabs nicht: rechts eine Mülltonne, links eine brachliegende Fläche, auf der mal Garagen gewesen waren. Dort, erzählte mir mal Anneliese, soll irgendwann ein neues Wohnhaus gebaut werden.

Da fiel mein Blick auf eine Hündin, die da im Schnee lag. Ich war sofort angespannt streunende Hunde können gefährlich sein. Doch dann erkannte ich, dass sie keinerlei Notiz von mir nahm. Sie lag einfach da, mitten im Schnee.

Irgendwie traurig, fast aufgegeben. Aber was blieb ihr anderes übrig? Sie durfte ja nicht ins Haus, um sich zu wärmen.

*****

Frieda, so nannte ich sie, diese Hündin auf dem Brachgelände, hatte die letzten Tage kaum etwas zu fressen bekommen.

Früher lebte sie in einem anderen Viertel. Damals gab es sogar Menschen, die sie etwas fütterten. Doch dann beschwerte sich eine Bewohnerin immer wieder beim Ordnungsamt. Die Leute stritten: Lass sie leben! Nein, weg mit ihr!

Dieser streunende Hund kommt ständig zu unserem Spielplatz! Was, wenn sie eines der Kinder beißt?! Habt ihr diese trüben, hungrigen Augen gesehen? Das ist doch furchtbar!

Doch Friedas Augen waren nicht böse, sondern traurig. Ihr erster Besitzer hatte sie gefunden, als er mit der Familie aufs Land fuhr.

Mama, Papa, schaut mal! Die ist sooo süß! Können wir sie mitnehmen? Die Eltern ließen sich breitschlagen wenigstens für die Zeit am Wochenendhaus.

Doch als es zurück nach München ging, blieb Frieda allein. Was sollen wir mit einem Hund in der kleinen Wohnung? Wer soll denn mit ihr laufen?

Der Junge schüttelte den Kopf: Ich sicher nicht

So blieb die Hündin zurück vor Kummer verstand sie nicht, warum.

Doch eine Frau nahm Frieda später mit in die Stadt, stellte sie auf den Viktualienmarkt, wollte sie loswerden nein, sogar verkaufen! Schließlich überredete sie ein Ehepaar, die Hündin zu nehmen. Keine Sorge, die ist reinrassig, ich hab nur keine Papiere

Doch als das Paar begriff, dass Frieda kein Stammbaumhund, sondern ein gewöhnlicher Mischling war, setzten sie sie am Stadtrand aus.

Immerhin war es Frühling, alles fing gerade an zu blühen. Seitdem schlug sich Frieda alleine durch.

Im Wohnviertel mit dem Spielplatz gefiel es ihr: ruhig, keine dominanten Hunde, kein Stress. Sie blickte oft sehnsüchtig auf die spielenden Kinder und hoffte, ihr erster Besitzer würde vielleicht doch wiederkommen. Aber niemand kam.

Und seit einigen Tagen musste sie gehen. Die Beschwerden wurden lauter, Leute warfen Stöcke nach ihr. Also zog sie weiter.

Nun lag Frieda ganz schwach im Schnee, völlig erschöpft vor Hunger und Kälte.

Sie merkte, dass mich jemand beobachtete, aber sie hoffte auf niemanden mehr.

*****

Ich rauchte, trat an den Hauseingang, um die Kippe zum Mülleimer zu bringen. Mein Vater pflegte zu sagen: Wenn du die Welt verbessern willst fang bei dir an.

Kaum hatte ich die Zigarette ordentlich entsorgt, bog ein dunkler Wagen in die Einfahrt. Mein Herz setzte aus bestimmt Herr Schneider! Schnell ging ich in Richtung Brachfläche, um nicht zu begegnet werden.

Als ich an Frieda vorbeikam, bemerkte ich wieder, wie schwach sie war. Erst hatte ich Angst, dass sie mich anbellt. Doch sie machte keinen Ton.

Hey, ist alles in Ordnung? fragte ich trotzdem.

Nichts. Nicht ein Zucken.

Ich wagte mich näher, dann noch näher. Schließlich war ich direkt neben ihr.

Hey, Kumpel Bist du überhaupt noch da?

Ich holte mein Handy, leuchtete mit dem Taschenlampenmodus. Hockte mich hin und fasste sie vorsichtig an.

Nichts. Aber: Sie atmete noch, sehr schwach und war eiskalt.

“Wenn ich jetzt nichts tue, überlebt sie die Nacht nicht”, dachte ich und handelte schließlich einfach.

Ich hob Frieda auf und ging entschlossen zum Nachbarhaus. Ich wollte ins Treppenhaus, neben der Heizung warten, ein Taxi zur Tierklinik ordern. Irgendwo in München gibt es doch immer einen Notdienst, dachte ich.

Doch alle Haustüren waren abgeschlossen. Also ging ich weiter, Frieda im Arm. Das Handy vibrierte, aber mit den vollen Händen konnte ich nicht rangehen und hatte ohnehin keine Zeit für Erklärungen.

Als ich vor Annelieses Haus vorbeikam, stockte ich einen Moment. Sie könnte helfen, aber ihre Eltern würden sicher nicht begeistert sein, wenn ich eine halbtote Hündin in ihre Wohnung schleppe.

Als ich das Ende des Blocks erreichte, fuhr wieder ein schwarzer Wagen ein. Blendete mich kurz mit dem Licht, stoppte, Fenster runter. Ein Mann lehnte sich heraus.

Brauchen Sie Hilfe, junger Mann?

Ich dieser Hund, sie ist fast erfroren. Gibts hier irgendwo einen Tiernotdienst?

In der Nähe nicht, aber ich weiß wohin. Ein Freund von mir ist dort Tierarzt. Steigen Sie ein, wir fahren! Keine Zeit zu verlieren!

Im Ernst? Sie nehmen uns mit?

Klar! Sie haben doch selbst gesagt: es zählt jede Minute!

Lange bitten musste er mich nicht.

Im Auto telefonierte er kurz:

Töchterchen, es gibt eine Verzögerung. Ich erklär dir später alles. Niklas? Hab ich nicht gesehen. Komisch, ich war gerade vor dem Haus. Falls ich ihn entdecke, melde ich mich.

Sie haben jetzt Ärger wegen mir, stimmts? fragte ich zögerlich.

Ach was. Hauptsache, Sie helfen dem Tier. Wie gehts ihr?

Kaum Reaktion sie atmet schwer.

Dann Gas geben.

Nach zehn Minuten waren wir vor der Tierklinik sein Freund wartete schon am Eingang, Frieda kam direkt dran.

Ich blieb draußen, checkte mein Handy: zig verpasste Anrufe von Anneliese. Wo bist du? Alles okay? Ich hätte antworten sollen aber alles drehte sich um Frieda.

Ich hab nicht mal dem Fahrer richtig Danke gesagt. Als ich rauslief, war er schon weg. Also wartete ich weiter auf den Flur. Ich hatte beschlossen: Wenn alles gut wird, nehme ich diese Hündin mit. Falls das mit Anneliese nichts wird wenigstens hätte ich einen echten Freund.

*****

Rund vierzig Minuten saß ich im Wartebereich, den Blick zur Tür, hinter der Frieda behandelt wurde.

Da hörte ich Stimmen am Empfang. Eine davon kannte ich sofort.

Es dauerte nicht lang, dann tauchten Anneliese auf mit ihrer Mutter, und dann, total überraschend, der Fahrer des schicken Wagens: Herr Schneider.

Er lachte mich an.

Hab ichs gesagt, mein Schatz? Hier wartet dein Niklas. Er macht sich große Sorgen um den Hund.

Mir wurde heiß und kalt. Ich wusste sofort: Das sind Annelieses Eltern.

Niko! Warum hast du nicht angerufen? Ich hab mir solche Sorgen gemacht, sagte Anneliese, als sie mich im Wartebereich sah.

Es tut mir leid, Anni, murmelte ich. Ich dachte, deine Eltern würden mich für verrückt halten, wenn ich mit einer Streunerhündin anrücke.

Du Trottel, lachte Anneliese. Ich hab dir doch gesagt: ganz normale Leute. Und Tiere lieben wir übrigens auch! Wir haben zu Hause drei Katzen, alle von meiner Mutter aus dem Tierheim gerettet!

Echt jetzt?

Wirklich!

Annelieses Eltern kamen dazu, und das Unvermeidliche geschah.

Wir schüttelten uns die Hände. Herr Schneider sagte mit einem Lächeln: Dann sind wir jetzt offiziell bekannt gemacht…

Herr Baumann, ergänzte Frau Dr. Schneider und reichte mir die Hand. Das war wirklich mutig, was Sie getan haben. Sie hätten ruhig direkt zu uns kommen können. Aber jetzt drücken wir die Daumen für die Hündin!

Sie wird leben, keine Sorge, rief der Tierarzt, der gerade aus dem Behandlungszimmer kam. Sie braucht jetzt Liebe und Fürsorge.

An diesem Tag durfte ich Frieda schon mitnehmen. Sie war wieder auf den Beinen, musste nur noch gepflegt werden. Das würde ich tun.

“Liebe bewirkt Wunder”, sagte der Arzt beim Abschied. Sie holt sogar vom Rand des Todes zurück.

Eigentlich wollte ich gleich heimfahren.

Aber Anneliese und ihre Eltern überredeten mich, Frieda erst einmal mit zu ihnen zu bringen die drei Katzen würden schon aufpassen. Und natürlich gehörte ein Glas Wein auf das Kennenlernen und die gerettete Hündin dazu.

Während Frieda umringt von drei Katzen, froh, dass sie nicht mehr frieren oder hungern musste selig auf dem Gästesofa schlief, saß ich mit Anneliese und ihren Eltern zusammen am Küchentisch. Und ich dachte: Wovor hatte ich eigentlich Angst? Solche netten, ehrlichen Menschen.

Ein paar Tage später war Frieda schon so stark, dass ich sie mit in meine Wohnung nehmen konnte.

Nimmst du mich auch mit? fragte Anneliese grinsend und kam mit Koffer aus ihrem Zimmer.

Dich? Im Ernst?

Mehr als das! Weißt du Meine Eltern haben mir heute Nachtverbot erteilt.

Wie bitte?! Ich war baff.

Sie hätten so gern Enkelkinder. Zeit, dass die Einwohnerzahl Münchens steigt, meinen sie

Ich begann zu lachen. Anneliese lachte mit und sogar Frieda bellte leise und wedelte freudig mit dem Schwanz.

Sie verstand noch nicht ganz, was los war, aber fühlte, dass etwas Wundervolles begann.

So war meine Geschichte.

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Homy
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Na, jetzt haben wir uns endlich kennengelernt…
Die Schwiegertochter wollte unser Jubiläum feiern und verlangte, die Wohnung frei zu machen.