Mama Lena sagte das mit solch tiefer Nachdenklichkeit, nachdem ihr das dicke Goethe-Buch auf den Kopf gefallen war, dass sogar der kleine Rabauke Blitz ihr Kater einen Moment lang inne hielt, sie neugierig musterte und dann seinen Gang auf dem Bücherregal über Lenas Bett fortsetzte.
Das Buch, das schon Lenas Großmutter gehört hatte, lag nun aufgeschlagen auf dem Boden, die Seiten flatterten ein wenig im Luftzug, als wolle das Buch sich über diese Behandlung beschweren.
Wirklich, was für eine blöde Idee, das Regal direkt über das Bett zu hängen Mama hat es mir doch gesagt Ich hätte besser auf sie hören sollen! Lena rieb sich die Stirn, wo nun ganz bestimmt bald eine dicke Beule wachsen würde. Warum kommt man immer erst nach einer misslichen Erfahrung drauf, dass Eltern manchmal Recht haben? Geht das auch mal ohne solche Lehrstunden und Blessuren?
Blitz hörte sich das alles an, setzte sich konzentriert auf die Regal-Kante, kratzte sich mit seiner unglaublich langen Pfote am Ohr und sprang dann plötzlich direkt auf Lenas Bauch.
Lena unterdrückte einen Schrei nur aus Stolz. Was wäre sie denn für eine Katzenmama, wenn ein Kater sie in drei Minuten zur Weißglut bringen könnte? Und meistens schaffte Blitz das sogar noch schneller.
Sie griff sich den zufriedenen Blitz, der seine grünen Augen verschmitzt zusammenkniff, schaute ihm direkt hinein und zog leicht an seinem Ohr:
Heute hab ich erst zur zweiten Stunde Uni, du Schlawiner! Warum musst du ausgerechnet Omas Buch nehmen? Wolltest du, dass mir deutscher Dichtergeist direkt in den Kopf fährt? Glaubst du, ich werde so schlauer? Na, ich fürchte, das hilft bei mir nicht. Jetzt bin ich beleidigt! Ab sofort lese ich dir nichts mehr vor!
Blitz sah sie überrascht an, bevor sein langer, rosafarbener Katzenzungenstrich über Lenas Hand fuhr.
Ja, ja, jetzt tu mal ganz unschuldig! Abmarsch! Jetzt gehen wir ein Stück zum Café, wenn ich schon wach bin. Wir haben ja keinen Kaffee mehr, weil ich gestern nicht mehr einkaufen war.
Blitz, der auf Lenjas Anweisung das Bett verlassen hatte, ließ sich auf dem Teppich nieder, beobachtete seine Besitzerin genau und stupste dann wieder das Buch an.
Lass es! Lena tippte auf Blitz vorlaute Pfote und schnappte sich das Buch. Das ist mein Lieblingsexemplar! Oma hat mir daraus früher fast jeden Tag vorgelesen. Ach, was red ich mit einer Katze über deutsche Literatur?
Blitz warf ihr einen so vorwurfsvollen Blick zu, dass sie ihm fast das freche Benehmen verziehen hätte.
Schon gut! Ich weiß ja, dass du auch Märchen magst. Vor allem, wenn es um Katzen geht. Also, tu mal nicht so beleidigt! Ich hab dich heute schließlich nicht geweckt.
Blitz war Lena einst von ihrer Mutter geschenkt worden. Da wusste ihre Mama schon, dass Lena bald ganz allein sein würde und bat damals eine Nachbarin, mit ins Tierheim zu kommen. Kurz darauf hielt Lena ein etwas schrulliges, pechschwarzes Katzenbaby mit übergroßen Ohren und krummen Beinchen im Arm.
Den Namen suchst du selbst aus, sagte Mama nur.
Du warst doch sonst immer gegen Tiere in der Wohnung?
Jetzt bin ich sehr dafür! Guck mal, wie niedlich er ist! Und so gesellig während du weg warst, hat er uns mit Irmi ein richtiges Katzenkonzert geboten! Langweilig wirds dir mit ihm sicher nicht
Mama!
Frag nicht so viel, Lena! Das muss jetzt einfach sein.
Zusammen berieten sie dann ewig, wie dieses schwarze Ungeheuer heißen sollte, das eine kleine Revolution in Lenas Haushalt, aber auch bei den Nachbarn auslöste. Niemand beschwerte sich, auch wenn der unermüdliche Kater nächtens gern mal wilde Rennen durchs Haus veranstaltete.
Erst viel später erkannte Lena, wie viel ihr dieser kleine Kerl bedeutete. Blitz war wirklich gesprächig, er ließ sie keine Minute in Ruhe und forderte ständig Aufmerksamkeit und Zuneigung. Lena trocknete oft ihre Tränen, um zusehen zu können, wie dieser schwarze Lausbub quer durchs Zimmer hüpfte, die Gardinen bestieg und anschließend Liebe einforderte, während er unablässig auf seine eigne katzenhafte Art quasselte.
Und auch jetzt drehte sich das gesprächige Fellknäuel um ihre Beine und machte das Anziehen fast unmöglich.
Jeans, T-Shirt und abgetragene Sneakers für die Uni reicht das allemal.
Schickmachen war eh nie so Lenas Ding, das tat sie nur, wenn es nicht anders ging, wie zum Beispiel zur Hochzeit der Cousine am vergangenen Wochenende.
Als Lena daran dachte, verzog sie das Gesicht.
Es wird Zeit, dass du auch mal an Familie denkst, Kind! ahmte sie Tante Annegret nach. Schau meine Erika an: schön, clever, alles läuft wie es soll! Und du Lena, das geht so nicht! Ich habs deiner Mutter versprochen
Lena warf die Decke aufs Bett, ließ sich daneben plumpsen und stöhnte:
Mir reichts! Immer muss Mama als Argument herhalten Es gibt doch noch andere Dinge im Leben als Heiraten!
Blitz legte seinen Kopf schief und nieste spektakulär.
Siehst du! Sogar der Kater stimmt mir zu! Also lüge ich wenigstens nicht!
Ein kurzer Moment Aufmunterung, doch als Lena wieder auf Blitz sah, der sich im Sphinx-Positur zu ihren Füßen niederließ, runzelte sie die Stirn:
Wärst du kein Kater, würde ich glatt glauben, du lachst mich aus!
Blitz maunzte leise und hopste wie ein Gummiball durchs Zimmer.
Komm mal runter! Du hast deinen Unfug für heute schon erfüllt! Lena stellte das Buch zurück ins Regal und angelte nach dem Katzengeschirr. Komm, jetzt!
Blitz kannte das Ritual er ließ sich brav anleinen und streckte die Pfoten von selbst durch die Schlaufen. Lena ging oft mit ihm spazieren, weshalb sich längst keiner mehr wunderte, wenn sie das Mädchen mit der zerzausten Zopffrisur mit ihrem mageren, pechschwarzen Kater über den Bürgersteig stapfte. Sogar die besorgte Nachbarin Irmi, eine Freundin von Lenas Mama, schüttelte immer nur den Kopf, aber nicht mehr vor Verwunderung.
Mensch Lena, warum ist der denn so mager? Du solltest ihn mehr füttern
Ach, Irmi, der frisst wie ein Scheunendrescher! Das ist eben die Rasse. Wie Mama immer sagte: Geht alles nicht in die Katze rein!
Du kommst ganz nach ihm! So elegant und schlank! Irmi bückte sich, kraulte Blitz am Ohr und lachte. Die Ohren! Die Ohren!
Na toll, auch wieder meine Schuld? lachend fuhr sich Lena ans Ohr.
Was? Ach Quatsch! Schöne Ohren habt ihr beide! Komm heut Abend vorbei, ich back frische Streuselkuchen und meine Enkelin hat noch ein Aufsatz zu machen. Magst du helfen?
Klar, kann sie ruhig schreiben, ich les Korrektur.
Lena half Irmis Enkelin Jana regelmäßig mit den Hausaufgaben. Die Kleine wohnte nach einem Schicksalsschlag bei ihrer Oma und hatte in Lena längst sowas wie eine große Schwester gefunden.
Du bist allein, ich bin allein Lena, können wir einfach immer zusammenbleiben?
Jana, die früh erleben musste wie hart das Leben ist, sprach mit der Oma selten über traurige Themen.
Sonst weint sie und sieht ganz alt aus.
Ach was, Irmi ist noch gar nicht so alt!
Fühlt sich dann aber so an und dann tut sie mir leid. Was, wenn ihr auch was passiert? Und ich dann ins Heim muss?
Unsinn, Jana! Mit deiner Oma passiert schon nichts! Keine Panik!
Aber meine Eltern waren auch nie krank! Und nun sind sie nicht mehr da
Was da passiert war, wusste Lena natürlich. Und sie konnte das ihren Eltern nie verzeihen. Jana musste über zwei Tage ganz allein mit ihren verstorbenen Eltern in der Wohnung ausharren. Lena und ihre Mutter waren die ersten, die von allem erfuhren. Sie waren es auch, die abwechselnd auf Jana im Krankenhaus aufpassten, während Irmi um das Sorgerecht kämpfte. Seitdem blieb Jana bei der Oma und Lena hatte nun einen kleinen, wenn auch oft zerzausten Anhängsel.
Störe ich? Jana, die Irmi manchmal über Nacht bei Lena ließ, schmiegte sich an ihre Schulter. Darf ich hierbleiben?
Lena deckte sie mit einer Decke zu, nahm sie in den Arm und büffelte weiter Geschichte oder Mathe jetzt eben laut. Jana schlief zu Formeln und Daten meistens schon nach fünf Minuten ein und Irmi holte sie am nächsten Morgen einfach ab.
Ich lass sie lieber schlafen
Lass sie, Irmi, ich bring sie^ später in die Kita. Erhol dich ruhig!
Später würde Irmi sagen, dass Lena der Anker war, der Jana nach allem auf die Beine half.
Sie träumt schlecht. Ich wecke sie, dann schläft sie erst mal nicht mehr.
Aber bei mir schnarcht sie sofort weg.
Tja, irgendwie bist du ihr Halt geworden.
Was soll das heißen?
Du gibst ihr Halt und Geborgenheit. Eigentlich müsste ich das, aber Jana hat dich dafür ausgesucht. Wie soll ich dir bloß danken, Lena?
Gar nicht. Hauptsache, Jana wird wieder fröhlicher.
Den Anlass, Lena wirklich zu danken, bekam Irmi leider schneller als sie es wollte, denn Lenas Mutter wurde krank und Lena war völlig hilflos.
Keine Angst, Lena! Ich bin da! Irmi, die als OP-Schwester in der Nürnberger Klinik arbeitete, half Lena bei allem. Lern weiter fleißig! Deine Mama macht sich sooo Sorgen darum, dass du es schaffst. Dein Studienplatz, das ist die beste Medizin für sie! Positives, Lena das ist wichtig!
Lena schaffte tatsächlich nicht nur ihr Abitur, sondern auch das erste Jahr an der Uni, legte das Zeugnis mit den ganzen Einsern neben das Krankenbett doch am Ende war die Krankheit stärker.
Auch dann war Irmi für sie da und regelte mit ihr alles Wohnung, Beerdigung, Formalitäten.
Ich bleib an deiner Seite, Mädchen! Wir schaffen das!
Selbst Lenas Tante Annegret, die sich erst am neunten Tag nach der Beerdigung blicken ließ, war keine große Hilfe.
Du kannst bei uns wohnen, Platz gibt’s genug! Wird mal Zeit, dass du rauskommst, Kind.
Uns fehlte einfach das Geld, Annegret. Fürs Wohnen und vor allem für Mamas Medikamente…
Ich versteh schon. Trotzdem wär’s besser, du kommst rüber zu uns. Du bist noch so jung. Da kann doch sonst was passieren!
Danke, Tante Annegret. Aber ich möchte hierbleiben.
Wie du meinst. Aber ich kann halt nicht oft kommen, denk mal drüber nach.
Lena blieb dabei, heute wusste sie, das war richtig. Über die wahren Absichten der Tante wäre sie selbst gar nicht gekommen, aber Irmi war da aufmerksamer.
Lena, lass ja niemanden rein! Sonst bist du am Ende noch ohne Wohnung.
Wieso?
Ach, ich will ja nichts unterstellen. Aber hör auf mich und warte ab. Es kommen auch wieder bessere Zeiten.
Recht schnell sollte Lena erkennen, dass Irmi tatsächlich klüger war als gedacht. Kaum ein halbes Jahr später wollte Tante Annegret ihre Tochter Erika bei Lena einziehen lassen.
Ihr könntet euch die Miete teilen, zusammen zur Uni, das ist doch praktisch!
Lena konnte gar nicht drauf reagieren, da platzte schon Irmi in die Szene und grinste:
Lena, hast du Annegret noch nicht gesagt, dass du verlobt bist? Ihr könnt doch nicht alle bei dir wohnen! Und zu Annegret: Ach, Frau Meier, ihr Bräutigam, ein feiner Kerl, aus guter Familie! Ihre Mutter wär ganz stolz Irmi wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel.
Lena, Kind, du hättest doch was sagen müssen da freut sich die Tante doch!
Lena stand einfach nur mit offenem Mund da.
Ach, sie ist nur schüchtern! Die ganze Zeit büffelt sie, jetzt arbeitet sie noch dazu alles alleine! Ich bin jedenfalls stolz auf unsere Lena! Ihre Mama sowieso!
Tante Annegret verabschiedete sich gereizt, Lena schaute Irmi ungläubig an:
Was war das jetzt?
Na, das musste halt sein.
So wie früher, wa? Und wer ist bitteschön der Bräutigam?
Keine Ahnung, ich hab einfach einen Namen erfunden.
Danke dir echt.
Ach, meine Mädchen. Ihr habt alle so viel um die Ohren. Das hätte ich nicht gedacht, mal für euch mit sorgen zu müssen. Aber was ich kann, tu ich!
Als Lena am nächsten Tag zum Café ging, stellte sie erstaunt fest, dass es geschlossen war.
Super, was machen wir jetzt ohne Kaffee? Blitz sah sie abwartend an. Such mir mal eine Alternative, Blitz! Komisch, Irmi müsste doch mit Jana vorbeikommen, sie hat doch heute Nachtschicht…
Kaum sprach sie es aus, riss Blitz sich plötzlich los, sprang voran und Lena musste hinterher.
Was sie sah, ließ ihr das Herz stocken: Irmi kam weinend auf sie zu gerannt, in Pantoffeln, das Haar wild, und schrie schon von weitem:
Gott sei Dank, Lena, ich hab dich gefunden! Jana ist weg!
Der Boden verschwand ihr unter den Füßen. Lena schnappte nach Luft, konnte nicht sprechen. Blitz zwickte sie schmerzhaft in den Zeh und sie kam wieder zu sich.
Wie, sie ist weg?!
Ich bin morgens heimgekommen, und nichts! Kein Schulranzen, kein Bett gemacht, sie war nicht zuhause! Du weißt doch, Lena, die würde sowas nie machen, einfach verschwinden! Was soll ich tun?! Wo ist mein Kind?!
Irmi war bereits in Panik, Lena musste sie einfach fest umarmen, damit sie nicht völlig zusammenbrach:
Irmi! Wir finden sie! Wir müssen zur Polizei gehen, und mir fällt sicher noch was ein! Los, komm!
Blitz auf den Arm, rannte Lena mit Irmi quer durch Nürnberg noch zur Polizeistation. Dort sammelte sich binnen einer Stunde eine kleine Gruppe von Lenas Freunden aus Uni und Nachbarschaft, sogar ein paar Dozenten kamen.
Ein kompakter Typ mit Fahrrad verteilte Steckbriefe mit Janas Foto.
Kommt her, Leute! Wir müssen das gut koordinieren. Bitte nicht allein losziehen. Ich teile die Gruppen ein! Kontakt per Handy mit mir, Lena und Max. Max, komm her, zeig dich mal!
Der großgewachsene Max winkte und setzte sich zu den anderen.
Kontrolliert Keller, Dachböden, Garagen, sprecht die Hundehalter an. Und passt auf, achtet auf jede Kleinigkeit. Wir sind vielleicht unerfahren, aber jeder kann helfen. Jana ist vielleicht ängstlich oder verletzt sorge hat sie keiner angetan, daheim ist alles in Ordnung. Also suchen wir und Glück uns allen!
Irmi war in wenigen Stunden um Jahre gealtert, Lena führte sie auf die Treppe vor der Wache.
Ich kann mich kaum noch auf den Beinen halten
Lena hockte sich neben sie, tätschelte ihr die Schulter.
Komm, Irmi, wir müssen nach Hause!
Was? Nein! Wie denn, ohne Jana nach Hause gehen?!
Aber wenn sie heimkommt und keiner ist da? Lieber warten wir dort!
Irmi schlang Blitz unter den Arm.
Stimmt. Wir gehen nach Hause. Vielleicht ist sie ja schon da. Sie hat bestimmt Hunger.
Lena, die Nachbarskinder zusammengetrommelt hatte, verabschiedete sich und ging mit Irmi Richtung Zuhause einen Umweg über die Schule wollten sie machen, dort nachfragen.
Weit kamen sie nicht, denn Irmi wurde immer schwächer, und Blitz wurde überraschend schwer auf dem Arm. Sie wollte Blitz an Lena abgeben, aber der entwischte irgendwie und drückte sich schwungvoll unter dem Bauzaun eines Rohbaus hindurch.
Blitz! Bleib stehen! Lena rannte hinterher, versuchte die Leine zu erwischen.
Der Kater verschwand unter dem Zaun.
Irmi! Kommen Sie schnell! Lena stellte Irmi auf eine Bank. Notfalltabletten dabei?
Irmi nickte, Lena rief den Bauaufseher zu Hilfe und bat ihn, die Augen offen zu halten.
Irmi kämpfte mit den Tränen: All ihr Sorgen um Jana, die Nachtschichten Warum hatte sie doch Jana erlaubt, alleine zu bleiben, als sie doch noch viel zu jung dafür war?
Als Lena plötzlich am Bauzaun verschwand, flitzte der Sprecher der Baustelle hinterher. Plötzlich kam er mit Jana im Arm zurück, Lena lief direkt daneben.
Schnell, die Rettung rufen! Jana, alles wird gut, Oma ist gleich okay!
Der Notarzt versorgte Irmi, Jana kam mit gebrochener Fuß ins Klinikum.
Erst zu Hause erzählte Jana, wie sie an dem Abend nach der Schule mit anderen Kindern eine Hündin mit ihren Welpen auf der Baustelle schützen wollte. Die Jungs hatten mit Steinen geworfen, ein Welpe war verschwunden. Jana suchte nach ihm und stürzte in eine tiefe Grube. Es wurde schnell dunkel, sie rief so lang sie konnte aber niemand hörte sie. Nur die Hundemama setzte sich an den Rand der Grube und jaulte die ganze Nacht. Blitz hörte das, zeigte Lena, wo Jana war, und fürchtete sich dabei nicht einmal vor den Wachhunden.
Oma, kannst du dir das vorstellen, wie mutig der war? Hätte ja gefährlich werden können aber Blitz hat mich gerettet!
Und der Bauaufseher, warum hat der dich nicht früher gesehen?
Keine Ahnung, Oma. Ich hab echt versucht zu schreien, aber irgendwann war ich ganz heiser. Bitte sei nicht böse!
Ach du armes Kind! So schnell bleibst du jedenfalls nicht mehr allein. Ab sofort gibts bei uns auch für dich eine Leine!
Ich will gar nicht mehr alleine sein! Es war so unheimlich
Lena bedankte sich bei allen Helfern, gab ihre Nummer sogar dem schüchternen Max, überließ Blitz über Nacht den Nachbarn und ging nach Hause. Irmi wachte bis tief in die Nacht an Janas Bett und erzählte ihr leise Märchen. Jana schlief ruhig und fest bestens bewacht von Blitz, dem Kater mit dem ungewöhnlichen Namen.
Aber am Ende, spielt es für einen Helden wirklich eine Rolle, wie er heißt? Engel brauchen auch keine Flügel solange sie flinke Pfoten und spitze Ohren haben und damit alle lieben Menschen beschützen können.





