Vermittlung auf Termin
Annika saß am Schreibtisch und war ganz in ihre Arbeit vertieft. Vor ihr stapelten sich Berge von Akten Berichte, Rechnungen, Lieferscheine. Mit deutscher Gründlichkeit sortierte sie alles in farbige Ordner, checkte Zahlenkolonnen und notierte Anmerkungen in ihrem Notizheft. Im Büro herrschte absolute Ruhe, nur gelegentlich drang das Murren des Druckers aus dem Nebenraum oder das nervöse Klackern von Tastaturen durch die Wand. Durch die Jalousien malte die norddeutsche Frühlingssonne scharfe Streifen auf die Tischplatte.
Plötzlich durchbrach ein schrilles Klingeln die Idylle. Annika zuckte erschrocken zusammen, riss den Blick von den Akten und griff zum Handy. Auf dem Display leuchtete Mama. Ihre Stirn legte sich in leichte Falten das war ungewöhnlich: Immer rief ihre Mutter erst zum Feierabend an, wenn sie selbst von der Arbeit heimkam, und jetzt war es erst drei. Was war denn bitte passiert?
Annika seufzte innerlich und nahm das Gespräch an.
Annika, Kind, kannst du ganz dringend kommen? Die sonst so ruhige Stimme ihrer Mutter klang beinahe dramatisch und vibrierte vor Aufregung. Es ist wirklich wichtig!
Annika spürte, wie sich in ihrem Bauch etwas verkrampfte. Sie richtete sich im Bürostuhl auf, schob instinktiv die Unterlagen zur Seite, als würden sie jetzt stören.
Was ist passiert?, fragte sie hektisch, bemüht sachlich zu wirken. Gehts dir schlecht?
Nein, um Himmels willen, mit mir ist alles gut. Die Mutter redete schon wieder etwas schneller weiter, als wolle sie selbst diese Sorge gleich wegwischen. Aber ich muss dringend mit dir sprechen. Wirklich sofort.
Annika blickte auf das Papierchaos, auf der Uhr stand noch weit vor Feierabend. Sie hatte viel auf dem Zettel aber wenn ihre Mutter so klang, war Widerspruch schlicht ausgeschlossen.
Okay, sagte sie und warf einen Blick zur großen Wanduhr. Bin in einer Stunde da.
Je eher, desto besser, flüsterte die Mutter verschwörerisch, als müsse sie vor Spionen warnen. Hier warten Leute.
Warten Leute? Annika runzelte wieder die Stirn. Ihr Hirn ratterte eine Liste potenzieller Katastrophen durch von ernst bis vollkommen alltagsbanal. Aber sie diskutierte nicht weiter. Wenn die Mutter sagt sofort, meint sie das auch.
Sie sammelte hastig ihre Sachen ein Aktenordner in die Tasche, Handy und Portemonnaie hinterher, Blazer übergeworfen ging zum Chef, erklärte die Lage. Der Chef ein gutmütiger Herr, das Herz am rechten (bayerischen) Fleck ließ sie sofort ziehen. Im Hinausgehen zückte Annika die Taxi-App, gab Mamas Adresse ein und bestätigte.
Während sie draußen wartete, rief sie die Mutter nochmal an, um zu fragen, ob sie etwas mitbringen solle. Nichts, einfach nur kommen, schnarrte es am anderen Ende.
Annika ertappte sich dabei, wie sie halb rannte. Was konnte nur so dringend sein? Das Taxi kam nach ein paar Minuten, sie nannte die Adresse, und ab ging die Reise. Während der Fahrt starrte sie auf die Uhr, als könne sie dem Fahrer mit Blicken Beine machen.
Exakt vierzig Minuten später hielt das Taxi vor dem bekannten Altbau. Annika zahlte 18 Euro Fünfundneunzig, man muss ja genau bleiben und eilte in den dritten Stock. Kaum hatte sie den Schlüssel gezückt, da flog die Tür schon auf.
Endlich!, rief ihre Mutter theatralisch und zog sie direkt in den Flur. Komm hinein!
Ihr kam sofort der heimelige Duft frischgebackener Vanillehörnchen entgegen das Standardprogramm ihrer Mutter, wenn was gefeiert wurde. Annika spürte kurz ein Gefühl von Geburtstagsparty, aber der forsche Ton der Mutter passte so gar nicht zu Festtag.
Vorsichtig zog Annika die Schuhe aus und trat in den Flur.
Mama, was ist denn los?, murmelte sie, während sie aus Gewohnheit Richtung Wohnzimmer abbog.
Sie blieb abrupt auf halber Strecke stehen. Am runden Esstisch, sorgfältig gedeckt und mit blütenweißer Tischdecke, saß Sebastian. Jawohl, DER Sebastian der Sohn von Tante Gundula, den Annika sich seit Krabbelgruppen-Zeiten insgeheim immer Schluffi nannte. Immer ein bisschen zu langsam, ständig verschüttete er sein Getränk, und wenn er den Mund aufmachte, verhedderte er sich schon nach dem zweiten Satz. Jetzt saß er da, grinste verlegen und nestelte an seinem Hemdknopf. Blitzhochzeit-Feeling auf norddeutsch.
Daneben strahlte Tante Gundula wie ein frisch lackierter Maibaum. Sie war der Inbegriff von Hochzeitsstimmung und rührte den Kaffee mit der Energie einer Preisrichterin beim Tanzwettbewerb.
Hey, Annika!, sagte Sebastian, ruckte vom Stuhl hoch und versuchte, dabei männlich rüberzukommen. Mensch, ist ja ewig her!
Stimmt. Hätte gern noch länger sein können, meinte Annika knapp, die Arme verschränkt. Sie bemühte sich um Gelassenheit, aber ihre Augen funkelten leicht. Mama, warum war das bitte dringend?
Ihre Mutter begann hektisch, Tischdecke und Servietten zu ordnen, als könne sie die peinliche Szene wegbügeln.
Kind, wir also deine Tante und ich wir haben überlegt Ihr kennt euch doch schon ewig. Ihr seid erwachsen, unabhängig…
Und?, Annika sah ihre Mutter herausfordernd an. Was hat das jetzt bitte mit mir zu tun? Ich hab gerade alle stehen und liegen gelassen, Chef informiert und wofür?
Tante Gundula, die nie eine Gelegenheit auslässt, sich einzumischen, stieg ein:
Der Sebastian hat einen super Job, eigene Wohnung, alles tipptopp in Ordnung!
Wir wollten bloß, dass ihr ein bisschen plaudert, euch vielleicht näherkommt, sagte die Mutter schließlich mit vager Miene.
Annika spürte, wie die Wut in ihr brodelte. Schon wieder diese ewigen Kuppelversuche als könnten deutsche Mütter einfach nicht anders. Sie ballte die Fäuste, atmete durch und bemühte sich um Ruhe.
Mama, sagte sie möglichst fest, ich weiß ja, du meinst es gut. Aber wen ich treffe, entscheidet am Ende trotzdem nur einer. Ich.
Sebastian errötete bis zu den Ohren, murmelte was in seinen Hemdkragen und wollte offenbar die Wogen glätten:
Annika, musst du gleich so abgehen? Wir können doch zumindest reden… Früher hatten wir doch immer Spaß. Ich find dich echt sympathisch, und ich bin nicht völlig ohne…
Ach, komm, ehrlich. Du warst nie mein Ding und das bleibt so. Ich kann doch nicht so tun, als könnte hier irgendwann was draus werden, nur weils rundum praktisch wäre.
Sebastian starrte betroffen auf seine Schuhe, fummelte an seinem Hemd wie einer, der gleich hyperventiliert.
Wir hättens doch wenigstens probieren können…, stammelte er. Mir ist schon ernst damit.
Annika schloss eine Sekunde die Augen, sammelte sich. Klartext musste her.
Sebastian, du bist nett, echt. Höflich, fleißig, alles super. Aber das allein reicht halt nicht. Gefühle kommen nicht, nur weil zwei Mamas sich das wünschen.
Langsam löste sich die Anspannung in ihr. Himmel, was für ein Auftritt von Mama!
Ich glaub, ich geh jetzt besser, meinte sie, schulterte ihre Tasche und blickte entschlossen. Sorry, Mama, für den geplatzten Plan aber Ehrlichkeit ist dann doch die schickere Tischdeko. Besser jetzt als nachher ein Riesenchaos.
Annika!, sagte die Mutter flehend und griff nach ihrem Ärmel. Warte… Wir wollten es nur gut meinen.
Ja, aber gut gemeint ist selten gut gemacht, winkte Annika ab. Reden wir später, okay? Vielleicht, wenn du ohne Publikum auskommst. Ich muss jetzt echt zurück ins Büro und beim nächsten Drama bitte nicht mitten am Nachmittag, ja? Ich hab mir Sorgen gemacht!
Noch bevor die Mutter ein Gegenargument bringen konnte, war Annika schon draußen. Die Haustür fiel mit einem trockenen Klack ins Schloss. Draußen war der Regen vorbei, die Luft fühlte sich so frei an wie selten.
Warum können Mütter das eigentlich nicht einfach mal lassen? Immer wieder werden brave Söhne aufgetischt, als müsse man sich bloß irgendwann aus rein logistischen Gründen für einen entscheiden. Annika wusste seit der Kita, was sie wollte und ein Sebastian gehörte definitiv nie dazu! Klar, liebe deutsche Tugenden ordentlich, beständig, mit uro-Zukunft aber ist das alles? Ein Kerl soll doch bitte wissen, was er will! Und vor allem: Bloß nicht beim ersten Liebesproblem die Mama losschicken!
Immer noch leicht genervt, schlug Annika einen Umweg durch den Park ein, so wie damals nach der Schule. Hier lief alles wie eh und je Jogger schnauften vorbei, Paare flanierten, Spaziergänger mit Dackel sammelten frische Luft. Annika wich galant den Pfützen aus und ignorierte die Tropfen von den Ästen.
Nach ein paar Minuten vibrierte das Handy. Wieder Mama. Annika zögerte kurz. Dann nahm sie ab.
Annika, warum bist du einfach gegangen?, meckerte ihre Mutter durchs Telefon. Der Ton war beleidigt eher wie nach einem falschen Lottotipp als nach einem echten Streit. Wir wollten doch nur in Ruhe reden.
Mama, ich kann doch nicht jeden nehmen, nur weil ihr seit zwanzig Jahren befreundet seid das ist ja fast wie Betriebsausflug mit Heiratsgarantie, konterte Annika entspannt. Und zum Thema Ehe es braucht schon etwas mehr als den Segen von zwei Müttern.
Wer redet denn gleich von Hochzeit! Ich wollte bloß, dass du mal wieder mit einem ordentlichen Jungen redest. Der ist doch nett, gebildet, trinkt nicht, macht Karriere!
Klar, alles, was Mutti glücklich macht, schmunzelte Annika, aber mein Typ ist das eben nicht.
Und was ist dann dein Typ? Die Mutter klang so resigniert, als hätten sie dieses Gespräch schon zu Ostern. Drei Jahre bist du jetzt allein willst du nur noch mit Akten reden? Ich verstehs einfach nicht!
Ich warte auf niemanden, Mama, Annika setzte sich auf eine Parkbank, legte das Handy neben sich, Ich will einfach nicht irgendwen nehmen, nur weil jetzt alle Panik kriegen. Mein Leben besteht nicht nur aus Afterwork und Sushi vorm Tatort! Das entscheidet immer noch mein Herz, nicht euer Kaffeekränzchen.
Die Mutter seufzte man konnte es durchs Telefon hören, wie sie an ihrer Kaffeetasse rührte.
Gut Entschuldige. Ich mache mir eben einfach Sorgen. Irgendwann sind wir Eltern auch mal alt
Ich weiß das, sagte Annika sanft. Und ich bin echt froh, dass du dich so kümmerst. Aber auf solche Überraschungen verzichte ich bitte künftig! Rate mal, was ich mir alles ausgemalt hab, als du mit dem Notruf kamst!
Versprochen, meinte die Mutter und Annika hörte, wie sie wieder lächeln musste, aber wenn du dich doch mal ernsthaft in jemanden verguckst bitte sags mir zuerst, okay?
Logo, ich geb sofort Bescheid. Annika stand lachend auf. So, ich muss zurück, die Arbeit ruft. Machs gut, Mama!
Du auch, Schatz. Pass auf dich auf!
Annika steckte das Telefon ein und blickte zum Himmel. Die Wolken verzogen sich, die Sonne blinzelte wieder durch. Irgendwo feixten zwei Teenager, ein Jogger rannte mit knallrotem Gesicht an ihr vorbei, und sein Dackel versuchte, an der Leine mitzutoben.
Annika atmete tief durch. Die Stadt summte, wie sie das immer tut: Kinder am Spielplatz, die Cafés voll, Leute mit Coffee-to-go auf dem Sprung ganz normale Hamburger Alltagsroutine. Alles wirkte plötzlich leicht, als könnte nichts Schlechtes geschehen. Annika dachte an die unzähligen Möglichkeiten, die jeder Tag so bringt und wie sinnlos es wäre, das eigene Leben in Muttis Excel-Tabelle pressen zu wollen.
Die nächsten Tage bemühte sich Annika, den unglücklichen Muttertermin gedanklich zur Seite zu schieben. Im Büro ging es rund: Das Team schuftete für eine große Kampagne, Deadlines knallten wie Sektkorken, und Annika kam längst als Erste und ging als Letzte. Sie trank literweise Tee mit Zitrone, mampfte belegte Brötchen zwischen zwei Meetings und fiel abends totmüde ins Bett.
Doch nachts wenn Stille einzog und der Blick aus dem Fenster auf die Lichterkette des Nachbarhauses fiel spukten die Gedanken an Mama und Sebastian wieder kurz herum. Sie war nicht wütend, sie hatte nur ein bisschen schlechtes Gewissen, so hart gewesen zu sein. Es tat ihr leid, dass Mama nicht von allein verstand, dass Annika keinen Lebensabschnittsbewohner zum Knopfannähen sucht.
Freitag. Beim Scrollen durch die E-Mails fiel ihr eine Einladung auf: Kollege Paul hatte Geburtstag und plante einen wilden Abend in einer Bar. Komm vorbei, lern mal wieder echte Menschen kennen! Versprochen: prima Musik, keine peinlichen Fragen! Annika tippte kurzentschlossen Bin dabei! und hatte schon halb wieder Lust aufs Leben.
Der Geburtstag stieg in einem schicken Bistro am Rande der Stadt. Viel Holz, viel Licht, viel Charme und garantiert kein Sebastian. Drinnen mischten sich Kaffeeduft, Aperol und Parfüm; es wurde viel gelacht, wenig geschwiegen, und alle hüpften von einer Gruppe zur nächsten.
Der Gastgeber, Paul, stand an der Bar und dirigierte das Happening wie ein Orchester. Mit einem breiten Grinsen begrüßte er Annika: Du bist ja wirklich gekommen! Ich dachte schon, du hast dich im Büro eingemauert.
Nee, ich dachte, ich gönn mir mal ein soziales Abenteuer. Prost und alles Gute!
Bevor er weitere Witze machen konnte, winkte er sie zu einer Gruppe ans Fenster: Setz dich dorthin, die sind alle total harmlos. Ich muss noch Biernachschub klären.
Annika schnappte sich einen Saft beim Kellner, schaute in die Runde und setzte sich. Schnell drehte sich ein Gespräch um die besten Urlaubsskandale inklusive Mücken, schlechten Hotels und geplatzten Reifen. Annika spürte, wie sie langsam auftaut.
Plötzlich tauchte neben ihr ein junger Mann mit freundlichem Lächeln auf. Hi, du bist Annika, oder? Ich bin Florian, Kollege von Nadja.
Stimmt, freut mich! Annika nickte, ein bisschen überrascht, dass sie jemand kennt.
Du bist doch die Projektleitung bei uns fürs Marketing, nicht wahr? Ich mache die Zahlen für euch, Butzen und Risiken und so. Florian grinste.
Das Gespräch sprang von Kalkulation auf Lieblingscafés, von da auf Urlaub: Warst du schon mal in Portugal? Ich hab da jetzt eine Woche gesurft irre!
Annika war baff, wie leicht sie sich mit Florian unterhalten konnte. Er hörte zu, stellte die richtigen Fragen und brachte sie mit seinen Sprüchen so oft zum Lachen wie lange niemand mehr. Irgendwann wurde es in der Bar zu laut, da schlug Florian einen kleinen Spaziergang vor.
Draußen die Luft leicht frisch, ein Funkeln über den Dächern kam das Gespräch ganz von allein ins Rollen. Und, was machst du, wenn du mal nicht mit Muttis Vermittlungsaktionen beschäftigt bist? fragte Florian. Annika lachte: Na, ich lese, laufe gern, Kino, wenns mal was Gutes gibt. Und du?
Ich reise, so oft ich kann. Letztes Jahr war ich in Island Polarlichter, Vulkane, Wahnsinn!
Florian erzählte mit Begeisterung: über offene Menschen in Reykjavik, heiße Quellen, wilde Schafe und frittierte Fischbällchen. Annika hörte zu und merkte mit jeder Minute, wie leicht das Leben doch manchmal sein kann.
Könnte mir gefallen, da mitzufahren, sagte sie irgendwann umständlich. Florian grinste: Na, nächstes Jahr dann, du & ich?
Wow, das geht aber fix! Annika lachte, fühlte sich aber nicht bedrängt, sondern einfach nur echt gesehen.
Keine Panik, wir fangen langsam an. Kommst du morgen auf einen Kaffee mit? Einfach so, ohne Mamas und Heiratspläne?
Klar machen wir, antwortete sie, und zum ersten Mal seit langem freute sie sich auf den nächsten Tag.
Kaum war Annika daheim und hatte den ersten Schuh ausgezogen, bimmelte schon wieder das Handy: Mama.
Diesmal nahm Annika auf Anhieb ab.
Hallo Annika, wie gehts?, fragte die Mutter dabei so vorsichtig, als balanciere sie auf Eierschalen.
Super, Mama, antwortete Annika vom Sofa aus und hatte immer noch ein Grinsen im Gesicht. War heute Abend unterwegs, auf der Party von Paul, weißt du. Hab einen netten jungen Mann kennengelernt.
Tatsächlich? Erzähl, was kann der und vor allem, hat er eine Wohnung? In der Stimme klang ein bisschen Misstrauen eben so, wie nur deutsche Mütter misstrauisch sein können.
Der ist bestimmt okay, lachte Annika. Hat Humor, kann zuhören, und rennt bei Problemen jedenfalls nicht gleich zu seiner Mutter.
Diesmal lachten beide, und in diesem Lachen lag Erleichterung und Zustimmung.
Dann hab ich mir also zu viele Sorgen gemacht?, meinte die Mutter vorsichtig.
Annika schüttelte am anderen Ende den Kopf und wurde etwas ernsthafter. Du durftest dir ruhig Sorgen machen dafür bist du doch schließlich Mama. Aber jetzt kannst du dich entspannen. Ich bekomme das schon hin.
Abgemacht, sagte die Mutter, und Annika hörte, dass sie zaghaft lächelte. Hab dich lieb, Kind!
Ich dich auch, Mama. Annika legte das Handy weg und blickte aus dem Fenster. Die Stadt glitzerte tausend Lampen und noch mehr Möglichkeiten. Weiter weg lachten Leute auf der Straße, Musik drang durch die Nacht.
Annika atmete tief durch. Sie wusste nicht, was als Nächstes kommen würde. Aber für den Moment fühlte sich alles genau richtig an und sie war sich sicher: Das Leben hatte den Fahrplan eh nie an Mamas Terminkalender angepasst und das war auch gut so.





