Doch später gab es eine unerwartete Wendung!
Als ich 18 Jahre alt war, wurde ich schwanger. Meine Eltern unterstützten mich nicht sie fanden, es sei zu früh, um ein Kind zu bekommen. Mein Mann wurde gerade zur Bundeswehr eingezogen. Die Großmütter beiderseits waren sich einig:
Das Baby ist deine Angelegenheit. Ich möchte mich jetzt nicht um dein Kind kümmern, sagte meine Mutter.
Das Baby ist deine Angelegenheit.
Ich möchte mich jetzt nicht um dein Kind kümmern, sagte meine Mutter.
Und meine Schwiegermutter wollte überhaupt nicht mit mir sprechen. So zog ich zu meiner Tante väterlicherseits.
Sie war damals 38 Jahre alt, hatte keine eigenen Kinder und widmete ihr Leben ganz ihrer Arbeit. Sie verurteilte meine Eltern nicht:
Ich verstehe sie die Zeit war nicht einfach, als du geboren wurdest. Sie haben viel für dich gearbeitet. Es gab Momente, da war kaum etwas zu essen. Dein Vater arbeitete nachts als Lagerarbeiter, um zusätzlich Geld zu verdienen.
Aber jetzt sind sie gut versorgt. Papa hat eine gute Stelle, verdient ordentlich und sie haben eine Zweizimmerwohnung. Mama arbeitet ebenfalls. Und ich bekomme bald ein Kind.
Werden sie sich wirklich nie darum kümmern? fragte ich meine Tante.
Sie möchten jetzt einfach mehr für sich leben. Du solltest sie nicht verurteilen. Mit der Zeit werden sie ihre Meinung ändern.
Ich erhielt keinerlei Unterstützung von ihnen. Ich packte meine Sachen und zog endgültig zu meiner Tante.
Als mein Mann aus der Armee zurückkam, war unser Sohn bereits anderthalb Jahre alt. In seiner Abwesenheit hat meine Schwiegermutter ihren Enkel nie besucht. Meine Eltern kamen nur zweimal vorbei.
Mein Mann fand Arbeit als Kfz-Mechaniker und wollte parallel sein Studium abschließen, aber das klappte nicht. Wir wohnten weiterhin bei meiner Tante. Als unser Sohn in den Kindergarten kam und ich eine Stelle angenommen hatte, musste meine Tante in eine andere Gegend umziehen. Also zogen wir in eine Mietwohnung. Kurz darauf starb die Großmutter meines Mannes.
Meine Schwiegermutter verkaufte die Wohnung ihrer Mutter, renovierte alles nach ihren Vorstellungen und kaufte sich, was sie wollte. Mein Mann bat sie, die Wohnung nicht zu verkaufen, bot ihr an, monatlich eine Rate zu zahlen und das Apartment später zu übernehmen ohne Erfolg.
Warum sollte ich meine Interessen und mein Leben opfern? Ich wollte die Wohnung schon lange renovieren. Wollt ihr das etwa für mich übernehmen? entgegnete meine Schwiegermutter auf die Bitte ihres Sohnes.
Fünf Jahre später wurde unsere Tochter geboren. Uns wurde klar, dass wir eine eigene Wohnung brauchen. Mein Mann begann, in Österreich zu arbeiten. Doch das Geld für den Kauf einer Wohnung zusammenzubekommen, war nicht leicht. Wir blieben mit den Kindern in der Mietwohnung.
Meine Mutter lebte inzwischen allein in einer Dreizimmerwohnung, mein Vater hatte sich vor zwei Jahren von ihr getrennt. Dennoch war bei ihr kein Platz für mich und die Enkel. Auch bei meiner Schwiegermutter konnte ich nicht wohnen sie renovierte ständig ihre Wohnung und wollte uns nicht helfen.
Mein Mann arbeitete weiterhin im Ausland. Nach einigen Jahren gelang es uns, ohne fremde Hilfe unsere eigene Wohnung zu kaufen.
Inzwischen beendet unser ältester Sohn die achte Klasse, unsere Tochter geht in die zweite. Sie wissen, wie wertvoll Geld ist wir haben jeden Euro gespart. Heute haben wir keine finanziellen Sorgen mehr. Jeder von uns hat ein eigenes Auto, wir fahren jedes Jahr ans Meer in den Urlaub.
Der Mensch, dem wir wirklich dankbar sind, ist meine Tante. Sie kann uns jederzeit anrufen und um Unterstützung bitten.
Unsere eigenen Eltern hingegen haben schwere Zeiten hinter sich. Meine Mutter wurde gekündigt, bat kürzlich um Hilfe ich habe abgelehnt.
Bei meiner Schwiegermutter sieht es ähnlich aus. Sie ist nun in Rente und wollte nicht sparsam leben. Das Geld, das sie durch den Verkauf der Wohnung ihrer Mutter vor Jahren bekam, ist komplett ausgegeben. Mein Mann weigerte sich ebenso, ihr zu helfen. Er empfahl ihr, die große, renovierte Wohnung zu verkaufen und eine Einzimmerwohnung zu kaufen.
Mein Mann und ich sind niemandem etwas schuldig. Wir behandeln unsere eigenen Kinder anders als unsere Eltern uns behandelt haben. Wir werden sie immer unterstützen, so gut wir können. Und ich hoffe, dass wir auch im Alter auf ihre Hilfe zählen dürfen.





