Ich habe erfahren, dass er Kinder hat. Ich will nicht die ganzen Probleme anderer Leute übernehmen.

Meine Mutter verriet uns ein Geheimnis sie hatte eine Wohnung gekauft.

Die Wohnung lag am Rand von München, zwischen Kaffeehäusern und alten Lindenbäumen. Sie bat uns inständig, niemandem die Adresse zu verraten, besonders nicht den Eltern meiner Frau, die tief im Abgrund des Alkohols lebten.

Ich konnte nicht entscheiden, ob ich wütend oder froh darüber sein sollte. Die Entscheidung wurde mir abgenommen. Wie Schatten in der Morgendämmerung schlichen wir, mit Kisten voller Notwendigkeiten, hinein ins neue Heim. Ich sollte Arbeit in der Nähe finden meine Frau versuchte, in den fremden vier Wänden warm zu werden. Jeder von uns trug eine Unruhe in sich, still und laut zugleich. Was, wenn ihre Eltern uns wieder finden und hereinstolpern, als wären sie eingeladen?

Ich bekam eine Anstellung als Liftwärter. Bereits am nächsten Tag mussten mein Kollege Armin und ich eine Frau retten, die zwischen den Stockwerken feststeckte und im dunklen Aufzugschacht um Hilfe rief.

Wir öffneten die Kabine, das Licht blitzte wie von einer anderen Welt. Die Frau sie hieß Gisela taumelte heraus. Ihre Dankbarkeit war wie ein warmer Sommerregen, sie zitterte vor Angst und Erleichterung. Ich sprach leise beruhigende Worte, ihre Tränen glänzten im Neonlicht. Etwas Fremdes, Schönes. Ich wollte sie nicht loslassen.

Ab diesem Moment glaubte ich an die Liebe im ersten Atemzug, als hätte sie sich unter den Knöpfen des Lifts versteckt. Ich begleitete Gisela bis zu ihrer Tür, sie stützte sich an meinen Arm. Das Haus war alt, Türen klapperten wie Zähne im Wind. Sie verschwand hinter der Schwelle, die Tür schloss sich, und das Geräusch klang wie ein Glockenschlag.

Am Abend, während ich meine Tochter Johanna ins Bett brachte und meine Frau Frauke im Badezimmer Wasser rauschen ließ, wanderten meine Gedanken zurück zu Gisela, traurig und zugleich voller Hoffnung. Ich konnte sie nicht vergessen ihre zerbrechliche Schönheit, ihr sanftes Wesen blieben in meinem Kopf, wie ein seltsamer Traum.

Am nächsten Tag, nach Feierabend, ging ich wieder zu ihrem Haus. Der Nachbar, Herr Schulz, war neugierig. Ich gab vor, ein entfernter Verwandter aus dem Allgäu zu sein. Nach zehn Minuten erzählte er mir, ihr Mann sei ein notorischer Trinker und verschlafe die Tage und sie hätten zwei Kinder.

Diese Offenbarung befreite mich. Ich konnte heimkehren zu Frauke und Johanna, das Herz leicht. Ich wollte keine fremden Probleme oder fremde Kinder in meinen Händen halten mein Leben war genug, meine Familie mein Traum.

Erleichterung rauschte durch mich, als hätte jemand einen alten Fahrstuhl in den Himmel geschickt.

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Homy
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Ich habe erfahren, dass er Kinder hat. Ich will nicht die ganzen Probleme anderer Leute übernehmen.
— Ich will alles wie früher, habe erkannt, dass es falsch war zu gehen. Vermisse dich. Wann kann ich zurückkommen? — fragte naiv der, der sie mit den Kindern allein ließ.