Mein Name ist Matthias, und ich war schon immer ein zurückhaltender Typ ohne schlechte Angewohnheiten. Zu meinem 25. Geburtstag schenkten mir meine Eltern eine Wohnung in München. Natürlich nicht einfach so sie halfen mir, das Geld für die erste Anzahlung des Immobilienkredits zusammenzukratzen. So begann mein Leben in meinen eigenen vier Wänden, ganz alleine. Ich arbeite als Softwareentwickler und genieße ein ruhiges Leben, ohne viel Kontakt zu anderen Menschen.
Um die Einsamkeit zu vertreiben, beschloss ich, eine Katze zu adoptieren. Der Kater hatte einen kleinen Defekt an den Vorderpfoten. Die Leute, denen seine Mutter gehörte, wollten ihn einschläfern lassen, aber ich hatte Mitleid und nahm ihn bei mir auf. Ich nannte ihn Felix. Fortan lebten wir glücklich zusammen ich freute mich auf ihn nach der Arbeit, und Felix wartete schon auf meinem Fußabtreter am Flur.
Mit der Zeit begann ich, mich mit einer Kollegin aus der Firma zu treffen. Sie hieß Amelie und war ziemlich entschlossen nach kurzer Zeit lebte sie bereits mit mir zusammen.
Doch Felix war ihr von Anfang an ein Dorn im Auge. Amelie verlangte von mir, dass ich mich von ihm trenne. Ich lehnte ab und erklärte, wie wichtig Felix für mich war. Aber Amelie ließ nicht locker und bat immer wieder, dass ich Felix weggeben sollte. Schließlich stellte ich klar, dass Felix bleiben würde. Amelie argumentierte, die Katze schade unserem Ansehen, da Gäste beim Anblick seiner Pfoten immer zurückschreckten. Ich stand zwischen Felix und Amelie, weil ich beide liebte.
Auch meine Eltern waren nicht begeistert von Amelie. Sie fanden sie arrogant und unhöflich und rieten mir, die Beziehung vor einer Hochzeit besser zu prüfen.
Als Amelies Eltern uns eines Tages besuchten, wurde mir endgültig klar, dass ich meine Zukunft nicht mit Amelie verbringen wollte. Ihr Vater lachte, kaum betrat er das Wohnzimmer, als er Felix sah, und nannte ihn schräg. Sofort verteidigte ich meinen Kater.
Den ganzen Abend machten Amelie und ihr Vater sich über Felix lustig und schlugen vor, ich solle ihn loswerden. Sie hatten allerlei Ideen, wohin mit der Katze, und Amelies Mutter lachte mit. Am nächsten Tag, als ich von der Arbeit zurückkam, war Felix verschwunden. Auf meine Frage hin erzählte Amelie, sie habe ihn in einer Tierklinik abgegeben.
Ich machte mich sofort auf die Suche nach Felix und suchte ganze fünf Stunden Endlich fand ich ihn. Glücklich schnurrte er in meinen Armen, als hätte er nur auf mich gewartet. Zuhause angekommen, sagte ich Amelie klipp und klar, dass sie ihre Sachen packen und ausziehen solle. Ich wollte sie nicht mehr sehen; sie war mir endgültig zuwider.
Am Morgen packte Amelie schweigend ihre Sachen und zog aus. Sie hätte nie gedacht, dass mir eine Katze wichtiger sein könnte als sie. Felix und ich leben weiterhin zusammen, und er freut sich jeden Tag, wenn ich aus der Arbeit nach Hause komme.
Das Leben hat mir gezeigt: Wer Tiere nicht respektieren kann, ist für mich kein zuverlässiger Partner. Ich stehe zu Felix und damit zu mir selbst.




