Die Ehefrau meines Bruders sagte: „Wir haben beschlossen, unsere Wohnung zu vermieten, um Geld für einen Urlaub zu sparen – deshalb werden wir ab sofort hier wohnen.“

Meine Mutter besitzt ein Haus am Stadtrand von München. Jeden Sommer, angeregt durch meine Mutter, fahren wir dorthin, renovieren die Räume und pflegen den Garten. Kürzlich hat mein Mann dort einen Pool aufgebaut. Es gibt sogar einen schönen Pavillon. Seitdem mein Bruder geheiratet hat, kommt er nicht mehr vorbei. Seine Frau, Heike, lehnt es ab. Heike hat klargestellt: Jetzt zählt für ihn seine Ehe, die Familie und ihre gemeinsamen Interessen alles andere ist unwichtig. Braucht unsere Mutter Hilfe, solle sie Arbeiter engagieren.

Meine Mutter nimmt Heike das nicht übel; sie bemüht sich, es zu verstehen. Dieses Jahr hatte meine Mutter zu viel zu tun und fuhr im Sommer nicht mehr ins Haus. Sie konnte nicht hinfahren, machte sich aber Sorgen um das Grundstück, da niemand sich darum kümmerte.

Meine Mutter schlug meinem Bruder vor, etwas zu pflanzen, aber Heike überzeugte ihn und er lehnte ab. Mein Mann und ich dachten, es wäre gut, mal frische Luft zu schnappen. Schließlich kann man die Wochenenden auf dem Land verbringen, und das beruhigt unsere Mutter.

Wir kauften Setzlinge und Samen, bereiteten den Boden vor, erneuerten die Blumenbeete und kümmerten uns um das Gewächshaus. Am Sonntag ruhten wir uns aus. Alles geschah nach den Anweisungen meiner Mutter.

Letztes Wochenende besuchten mein Mann und ich seine Eltern; das Haus blieb leer. Doch, wie sich herausstellte, waren mein Bruder und Heike dort.

Als wir am nächsten Wochenende ankamen, traf uns eine Überraschung: Jemand wohnte im Haus. Wir klopften an, aber niemand öffnete. Heike schaute aus dem Fenster und sagte:

Wir haben beschlossen, unsere Wohnung in München zu vermieten, um Geld für den Sommerurlaub zu sparen und wohnen solange hier. Also ihr braucht euch nicht zu bemühen, wir haben euch nicht eingeladen.

Weiß unsere Mutter das? fragte ich. Natürlich! Woher denkst du, habe ich die Schlüssel? antwortete Heike.

Ich rief meine Mutter an. Ja, ich habe deinem Bruder die Schlüssel gegeben; er meinte, er würde euch helfen. Mama, sie wohnen einfach hier, helfen uns aber nicht. Heike macht nichts und lässt uns nicht hinein.

Wie bitte, sie wohnen dort? fragte meine Mutter verwundert. Ja, sie haben ihre Wohnung vermietet und sind ins Landhaus gezogen, erklärte ich ihr.

Nun, wenn sie sich um den Garten kümmern, ihn gießen und das Unkraut entfernen, können sie bleiben. Aber wenn nicht dann müssen sie gehen und sollen nicht schummeln. Sie sind so raffiniert, wissen immer, wie sie alles kaputtmachen! Sie kommen im Herbst und ernten ohne einen Finger zu rühren. Sag ihnen, dass jetzt ihre Reihe ist, das Haus zu pflegen, entschied meine Mutter.

Ich klopfte erneut an die Tür. Was ist denn? schrie Heike genervt. Ich erklärte die Entscheidung meiner Mutter. Heike sagte, sie würde nichts tun: Ich habe einen Termin für meine Maniküre! Warum sollte ich für euch arbeiten? Und falls ich etwas anbaue, warum sollte ich das teilen? Wenn ihr wollt, könnt ihr es kaufen. Aber alles hier gehört uns. Natürlich mussten wir sie hinauswerfen. Da sie nicht auf mich hörten, musste meine Mutter selbst mit ihnen sprechen. Sie forderte sie auf zu gehen.

Wohin sollen wir denn jetzt? rief mein Bruder aus. Unsere Wohnung ist vermietet! Gib den Mietern ihr Geld zurück, schlug ich vor.

Das geht nicht. Das Geld ist für Heikes neue Ohrringe draufgegangen, gestand mein Bruder. Ins Pfandhaus bringen bringt nichts; man bekommt ja höchstens die Hälfte. Und was sollen wir tun? Ich bin raus. Wenigstens solltest du deiner Mutter deine Pläne mitteilen. Generell ist es nicht in Ordnung, einfach so zu handeln. Das ist sehr unhöflich. Heike und mein Bruder fuhren zu ihrer Mutter, warfen mir beim Verlassen böse Blicke zu.

Wir werden nie wiederkommen! Ihr müsst selbst schauen, wie ihr klarkommt!

Doch ich ahne, dass sie im Herbst mit großen Körben für Äpfel und Kartoffeln zurückkommen werden.

Im Leben lernt man, dass Familie nicht nur aus gemeinsamen Interessen besteht, sondern aus gegenseitiger Fürsorge. Wer nur nimmt, ohne zu geben, verliert irgendwann das Wichtigste: das Vertrauen und die Nähe der Menschen, die einem am Herzen liegen.

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Homy
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Die Ehefrau meines Bruders sagte: „Wir haben beschlossen, unsere Wohnung zu vermieten, um Geld für einen Urlaub zu sparen – deshalb werden wir ab sofort hier wohnen.“
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