Bevor ich meine Frau, Anneliese, geheiratet habe, war ich drei Jahre im Ausland arbeiten du kennst das ja, man geht dorthin, wo man was verdienen kann. In der Zeit habe ich genug Geld zusammengespart, um eine Wohnung zu kaufen. Als wir dann frisch verheiratet waren, haben wir direkt angefangen, nach etwas Eigenem zu suchen. Es hat wirklich lange gedauert, bis wir was Ordentliches gefunden haben und dann endlich, es war eine Drei-Zimmer-Wohnung mitten in München, ganz in der Nähe vom Supermarkt und sogar einer Schule. Der einzige Haken: Sie musste dringend renoviert werden und der Preis war echt nicht ohne. Für die Wohnung hat das Geld gerade gereicht, aber für die Renovierung überhaupt nicht. Trotzdem haben wir uns entschieden, dass das genau richtig für uns ist.
Die Zimmer waren schön groß und das Licht war toll das hat uns überzeugt. Als die Verträge unterschrieben waren, sind wir ohne lang zu überlegen direkt eingezogen. Die Renovierung hat sich natürlich ewig gezogen. Um das zu stemmen, habe ich meine Schwiegermutter, Frau Berger, um einen kleinen Kredit gebeten. Ich hätte einfach weiter im Ausland gearbeitet und das Geld schnell zurückgezahlt. Aber sie hat abgelehnt: Sie meinte, sie brauche das Geld für ihre jüngere Tochter Frieda, die noch studiert.
So gingen vier Jahre ins Land. Mit unseren eigenen Händen haben wir aus der Wohnung ein richtig gemütliches Zuhause gemacht. Möbel gekauft, renoviert, alles selbst gemacht. Es war eine anstrengende Zeit, aber es hat sich gelohnt. Später haben wir beschlossen, dass ein Auto her muss, und haben dafür auch fleißig gespart. Und dann Anneliese war schwanger! Wir waren überglücklich, das weißt du ja.
In letzter Zeit kommt Frau Berger fast jeden Tag zu Besuch. Und jedes Mal flüstert sie Anneliese irgendwas zu. Was die da bereden, habe ich nicht mitbekommen. Dann hat sich herausgestellt, dass Frieda, ihre andere Tochter, sie aus der Wohnung rauswirft. Frieda hat ihren Freund zu sich geholt, mit dem sie bald heiraten will. Und rate mal: Der Freund mag die Mutter gar nicht, hat quasi das Ultimatum gestellt entweder er oder die Mutter. Na klar, Frieda hat sich für ihren Freund entschieden.
Jetzt steht Frau Berger ohne Dach überm Kopf da. Ihr ganzes Geld hat sie Frieda gegeben. Frieda bleibt nur, wenn ihre Mutter ihr eine neue Wohnung kauft, denn das junge Paar will nicht mit ihr zusammenleben. Deswegen hat Frau Berger beschlossen, bei uns einzuziehen wir haben schließlich genug Platz in unserer Wohnung.
Als das rauskam, habe ich ganz klar gesagt, dass ich das niemals zulassen werde.
Als ich damals Geld gebraucht habe, hat sie Nein gesagt. Und jetzt will sie bei uns wohnen. Ich bin absolut dagegen, das kommt für mich nicht infrage. Ich weiß nicht, wie ich Anneliese überzeugen kann, das nicht zu machen. Frau Berger hat doch ihre eigene Wohnung die soll sie behalten und verteidigen. Und Frieda und ihr Freund können sich selbst Gedanken machen, wie sie klarkommen.




