Kinder kommen zu mir, um sich auszuruhen, und sie machen sich nicht einmal die Mühe zu fragen, ob ich Hilfe brauche

Zwei erwachsene Kinder, und doch erhalte ich keinerlei Unterstützung von ihnen. Sie kommen mich besuchen, als wären sie im Urlaub nur entspannen wollen sie sich. Und ich bin, ehrlich gesagt, wie das Personal; ich muss empfangen, bewirten, kochen, putzen und mich um sie kümmern. Sie bieten mir nicht einmal ein bisschen Hilfe an, von Geld ganz zu schweigen.

Ich habe einen Sohn und eine Tochter. Für mich sind sie immer noch meine Kinder, aber natürlich sind sie längst erwachsen und haben ihre eigenen Familien. Mein Sohn hat zwei Kinder und meine Tochter hat bisher ein Kind. Ich lebe in meinem Haus auf dem Land, und deshalb kommen meine Kinder mit ihren Familien öfter zu Besuch. Mit jedem Jahr fällt es mir schwerer.

Wenn meine Kinder anreisen, benehmen sie sich, als wäre mein Zuhause eine Pension am Bodensee. Ich übernehme sämtliche Hausarbeit vom Kochen über den Einkauf bis zum Putzen. Das Gästezimmer ist bereits vorbereitet, Lebensmittel sind eingekauft, verschiedene Gerichte stehen auf dem Tisch es war immer Familientradition, unsere Gäste so willkommen zu heißen. Auch meine Mutter hat Gäste immer so empfangen: mit voller Tafel und dem besten Komfort. Doch meine Schwester und ich haben nie einfach zugesehen; wir wussten, wie anstrengend das für unsere Mutter war. Wir haben das Geschirr gespült, die Kinder betreut, beim Großputz geholfen, den Einkauf erledigt. Sie hat nie um etwas gebeten.

Heute kommen meine Kinder, und wenn sie nach dem Essen ihre Teller in die Spüle stellen, bedanken sie sich sogar dafür. Mit meinen Schwiegerkindern habe ich keine Erwartungen, sie sind Gäste, wir stehen uns nicht so nah. Aber es verletzt mich, dass meine Tochter und mein Sohn nicht mit anpacken. Sie essen, schauen fern oder lassen mir ihre Kinder da und verschwinden selbst zu Besuchen oder zum Spazieren. Ich muss sämtliche Teller spülen, den Mittagstisch decken, abends kochen, die Böden wischen bei so viel Trubel ist die ganze Wohnung voll. Und gleichzeitig habe ich auch noch die Enkelkinder zu betreuen.

Mit jeder Runde wird es anstrengender, mein Rücken tut weh und ich habe kaum noch Kraft stundenlang am Herd zu stehen. Aber meine Erziehung hindert mich daran, einfach alles liegen zu lassen und nichts zu tun. So geht das nicht Gäste empfängt man ordentlich. Immer bin ich vor dem Wochenende aufgeregt, und danach erhole ich mich tagelang von dem Trubel.

Ich denke tatsächlich, dass ich Hilfe brauche, aber ich finde es unpassend, darum zu bitten. Ich habe Angst, die Kinder könnten sich gekränkt fühlen, als würde ich ihnen Vorwürfe machen. Ich freue mich ja über ihren Besuch, aber ich kann nicht mehr alles alleine stemmen. Und es gibt noch so vieles im Haus zu erledigen, das ich gar nicht mehr schaffe. Doch ich schäme mich zu fragen. Die Kinder arbeiten selbst hart, sie sollen für mich nicht schuften müssen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht weiter, denn mir steht mein vermeintliches Pflichtgefühl im Weg als ob ich mich nicht einfach mal überwinden dürfte! Alles allein zu machen, ist wirklich anstrengend und erschöpft mich immer mehr. Ich brauche Unterstützung, so viel ist sicher, und trotzdem ist es mir unangenehm, darum zu bitten. Wir sind es nicht gewohnt, um Hilfe zu bitten unsere Eltern haben uns beigebracht, alles selbst zu schaffen. Und so leide ich stumm, überwinde mich nicht und drehe mich im Kreis. Es ist so schwierig und doch keine Lösung. Ich verstehe nicht, warum meine Kinder kein Einsehen haben; sie müssten doch merken, dass ich nicht mehr zwanzig bin und keine zwei Herzen in meiner Brust schlagen. Am Ende bleibt keiner übrig, der sich beleidigt fühlen könnte, aber die Enttäuschung bleibt. Ich weiß einfach nicht, wie ich dieses Problem lösen soll.

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Homy
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