– Verschwenden Sie kein Geld, alle Sachen für das Baby werden von Verwandten gestellt, sagte die Schwiegermutter

Meine Schwiegermutter und Sparsamkeit das ist quasi ein und dasselbe Wesen in unterschiedlichem Gewand. Sie ist der festen Überzeugung, dass man für ein Neugeborenes absolut nichts kaufen sollte, schließlich haben andere Familienmitglieder ältere Kinder, und die können ja ihre Klamotten großzügig spenden. Man muss wohl nicht erwähnen, wie ein T-Shirt aussieht, nachdem es in zehn verschiedenen Haushalten rumgereist ist. Deshalb verzichte ich liebend gern auf diesen bunten Haufen Stoff.

Anfangs wohnten wir noch zur Miete, da hielt sich meine Schwiegermutter angenehm zurück. Doch sobald wir unsere eigene Wohnung in Frankfurt gekauft hatten, ließ sie keine Gelegenheit aus, unsere Renovierung zu managen. Die Fliesen macht ein Freund der kennt sich aus! Strom macht mein Cousin, Handwerker brauchen wir nicht! Tja, und das Resultat dieser Hobby-Experten kennt jeder, der einmal ihre Wohnung betreten hat: Der Boden hat mehr Wellen als die Nordsee bei Sturm, und man schaut besser, wo man hintappt.

Natürlich habe ich dankend abgelehnt und prompt wurde ich als materialistisch beschimpft und bekam einen ordentlichen Vortrag darüber, wie ich das Geld nur zum Fenster hinauswerfen würde.

Als wir dann beschlossen, unsere Möbel zu erneuern, wurde das Ganze erst richtig zum abendfüllenden Drama. Meine Schwiegermutter kontaktierte sämtliche Tanten, Onkel und entfernte Bekannte. Innerhalb weniger Tage stapelten sich bei uns uralte Sofas, wackelige Schränkchen und Teppiche mit Mustern, die bereits in den 80ern verpönt waren. Als ich erneut ablehnte, prophezeite sie einen baldigen finanziellen Ruin.

Glücklicherweise stand mein Mann auf meiner Seite wir verdienen genug Euro, um unser Zuhause hübsch und gemütlich einzurichten. Also zogen wir unser Ding durch, völlig egal, wie laut sie sich aufregte.

Damit das gleich klar ist: Ich bin bei weitem keine Prinzessin auf der Erbse. Meine Schwester schenkt mir regelmäßig ihre Kleider die sind aber wie neu und haben weder Löcher noch fragwürdige Flecken. Ich nehme gern etwas Gebrauchtes, solange es von guter Qualität ist. Aber einfach irgendeinen Ramsch annehmen, nur um bloß nichts auszugeben ist nicht mein Stil. Lieber kaufe ich ein paar ordentliche Sachen für unser Kind, damit es sich wohl und niedlich fühlen kann.

Warum schmeißt du das Geld nur so zum Fenster raus? Du hast doch Verwandte mit Kindern! jammerte meine Schwiegermutter erneut.

Ich weiß selbst, dass die meisten dieser Teile ihre besten Tage hinter sich haben. Beim Anblick der alten Bodys und Strampler wurde mir schnell klar, dass sie höchstens noch zum Putzen taugen: Flecken, Risse, fehlende Knöpfe und Reißverschlüsse ein wahrer Flickenteppich.

Und als Krönung brachte ein weiterer Verwandter ein Babybett von der Cousine mit. Seitenwände hatte es keine mehr aber ihr Mann würde es schon irgendwie reparieren. Ich habe dieses Familienerbstück direkt ins Gartenhäuschen verfrachtet und uns in der Stadt ein vernünftiges Babybett gekauft.

Schaut euch diese Leute an, die halten sich für Millionäre! Jetzt schmeißt du das Geld mit vollen Händen raus, aber wenn du mal in Elternzeit gehst, sieht die Welt ganz anders aus! Dann wirst du schon noch merken, dass du besser auf mich gehört hättest! Meine Schwiegermutter war kaum zu bremsen.

Ganz ehrlich: Es ist mir egal, wenn sie beleidigt ist. Ich habe das Recht, mich um das Wohlergehen meines Kindes zu kümmern. Und selbst wenn es bei uns finanziell mal enger werden sollte, verlassen meine Eltern mich bestimmt nicht. Wir werden schon nicht am abgetragenen Pulli unserer Tante verhungern.

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Homy
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