Warum verachtest du mich so sehr? – Ich habe meine Schwiegermutter gefragt

Ich hatte das ganze Haus gründlich gereinigt: Überall gefegt und die Böden ordentlich geschrubbt. Und da meine Schwiegermutter schüttet absichtlich Sonnenblumenkernschalen auf den frisch gewischten Boden. Ungläubig blicke ich sie an. Es war offensichtlich, dass sie es mit voller Absicht getan hatte.

Mutter, warum hast du das gemacht? Ich habe genau gesehen, dass du es absichtlich getan hast!

Sie schaut mich verächtlich an und sagt mit kalter Stimme:

Du machst das eben nochmal! Davon geht doch die Welt nicht unter!

Zufrieden mit ihrer gemeinen Aktion zieht sie sich wieder ins Schlafzimmer zurück. Ich hole seufzend Besen und Schaufel aus dem Abstellraum und beginne erneut zu putzen.

Meine Schwiegermutter vertieft sich in die Zeitung, obwohl sie die selben Zeilen sicher schon mehrmals gelesen hat.

Warum hasst du mich so sehr? Was habe ich dir getan, dass du immer wieder über mich lachst? Ich koche für dich, wasche deine Wäsche, halte das Haus in Schuss. Und meine Tochter hilft dir auch immer! Warum nur?, frage ich sie mit brüchiger Stimme.

Doch sie würdigt mich keines Blickes, keine Antwort kommt. Mittlerweile erwarte ich weder Entschuldigung noch Erklärung.

Tränen schießen mir in die Augen. Ich beende das Putzen, verlasse das Zimmer und wasche die Wäsche. Danach gehe ich in den Gemüsemarkt an der Ecke.

Es gibt immer genug zu tun im Haushalt. Wenn ich arbeite, denke ich kaum nach, und die Zeit vergeht wie im Flug fast als würde ich sie verlieren.

Mein Mann starb vor vielen Jahren. Damals war unsere Tochter, Johanna, erst acht Jahre alt.

Direkt nach der Beerdigung sagte meine Schwiegermutter mit scharfem Ton:

Du bleibst bei mir! Ich lasse nicht zu, dass du hier weggehst. Die Leute im Dorf sollen nicht behaupten, ich hätte dich hinausgeworfen.

Natürlich blieb ich. Ich hatte gar keine andere Möglichkeit. Meine Schwester war mit ihren zwei Kindern bei unseren Eltern untergebracht dort war einfach kein Platz mehr für Johanna und mich.

Ich hoffte damals, dass wir trotz ihrer schlechten Laune eines Tages ein vernünftiges Miteinander finden würden. Leider ist dieses Wunder nie eingetreten.

In der Öffentlichkeit war meine Schwiegermutter immer ganz freundlich, aber sobald wir allein waren, begann das Spott und die Demütigungen. Ich sollte alles machen, wie sie es wollte.

Du bist so dumm! Kein Mann will dich! Wer braucht schon so jemanden! Du hast ein Kind! Bleib bei Johanna und mir! Und wenn ich einmal tot bin, bekommst du mein Haus! Aber wehe, du gehorchst mir nicht dann vererbe ich es jemand anderem, und du gehst leer aus!

Diese Drohung machte mir große Angst. Also schwieg ich und ertrug alles. Ich tat alles, damit meine Tochter es gut hatte.

Meine Schwiegermutter zeigte keinerlei Lebensmüdigkeit. Sie war bereits über neunzig, aber sie sprach nie über ihre Gesundheit. Die Rente gab sie ausschließlich für sich aus und verlangte, dass ich ihr bestes Essen und die feinsten Produkte aus dem Rewe bringe.

Mir wurde längst klar, dass ich vor Jahren einen schweren Fehler gemacht hatte. Ich hätte damals nicht zustimmen dürfen und bei ihr bleiben sollen. Jetzt trage ich all diese Erniedrigungen schon so lange mit mir herum.

Johanna macht gerade ihr Studium fertig. Sie hat einen Freund, Florian, den sie bald heiraten will. Ein wirklich liebenswerter junger Mann. Nach der Hochzeit wird sie bei ihm leben. Ich bete darum, dass meine Tochter ein gutes Leben führen wird.

Für mich selbst bleibt nur Schmerz und die bittere Erkenntnis eines zerstörten Lebens…

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Homy
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Warum verachtest du mich so sehr? – Ich habe meine Schwiegermutter gefragt
Warum Anna anfing, Schühchen zu stricken, wusste sie selbst nicht. Ihre Tochter ist bereits vierzig Jahre alt.