Mareike konnte ihr Glück kaum fassen, als sie die Stelle bei einer wohlhabenden Familie in München annahm ein Job, der wie aus einem Traum zu stammen schien. Ihr wurde angeboten, in einer eleganten Villa am Rande des Englischen Gartens zu wohnen, während sie auf die beiden lebhaften und neugierigen fünfjährigen Zwillinge aufpasste. Die Familie wirkte ungewöhnlich: Das Ehepaar verhielt sich betont reserviert zueinander. Die Ehefrau, Katharina, zeigte wenig Interesse an den Kindern, während ihr Ehemann, Frank, jede freie Minute mit den Jungen genoss und sichtlich aufblühte.
Mit jeder Stunde, die Mareike mit Frank und den Kindern verbrachte, vertieften sich ihre Gefühle für ihn auch wenn sie wusste, dass er verheiratet war. Selten blickte sie ihm direkt in die Augen, doch ihr Herz klopfte bei jeder Begegnung schneller. Unerwartet gestand Frank ihr eines Abends unter dem milchigen Licht alter Kronleuchter seine Liebe. Er erzählte, dass er sich von Katharina scheiden lassen wolle, denn zwischen ihnen bestehe nur noch die Verbindung zu ihren Söhnen; Katharina wirkte unbeteiligt und fern.
Dieses Geständnis traf Mareike wie ein Donnerschlag. Niemals hätte sie gedacht, dass sich ihr Leben so wenden könnte. Sie war hin- und hergerissen, da sie wusste, wie schwierig und schmerzhaft Beziehungen mit einem verheirateten Mann sein konnten. Und trotzdem: Die Gefühle, die sie für Frank hegte, konnte sie nicht länger verleugnen. Unsicherheit, Angst, aber auch Hoffnung rangen in ihr miteinander, als sie auf das blickte, was vor ihr lag.
Tag für Tag kümmerte sie sich weiter liebevoll um die Kinder, verbrachte Zeit mit Frank und wurde von ihren Gedanken fast zerrissen. Sie spürte, dass sie sehr behutsam vorgehen und die Konsequenzen ihrer Entscheidungen sorgsam abwägen musste schon allein der Kinder wegen.
Mareikes Herz war ein Schlachtfeld aus Sehnsucht und Vernunft; sie wusste, der Weg in die Zukunft würde mit noch mehr Ungewissheiten und schwierigen Entscheidungen gepflastert sein. Sie musste gründlich abwägen, welche Richtung sie einschlagen und dabei stets auch an das Wohl der Kinder denken. Ganz gleich, welchen Schritt sie wagen würde sie hoffte, dass er sie und die Kinder in ein erfülltes und glückliches neues Leben führen würde.





