Nach der Scheidung bringt der Vater seine Tochter gegen sich auf

Ich und meine Tochter leben momentan allein von dem Unterhalt, den ihr leiblicher Vater zahlt. Es ist die Schuld meines Ex-Mannes, dass ich nirgendwo Arbeit finde, da er alles tut, um zu verhindern, dass ich angestellt werde. Selbst wenn ich irgendwo einen Job bekomme, werde ich nach kurzer Zeit wieder entlassen und keiner muss mir den Grund nennen, ich weiß genau, woran es liegt.

All meine Probleme begannen, als ich die Scheidung eingereicht habe. Ich konnte diesen Mann einfach nicht mehr in meinem Leben ertragen. Ich wollte in Ruhe und ohne großen Streit gehen, aber das war unmöglich. Mein Mann hat sich mit aller Kraft gegen den Scheidungsantrag gestellt.

Nach der Scheidung bin ich mit meiner Tochter zu meinen Eltern nach München gezogen. Während meine Mutter sich um meine Tochter kümmerte, habe ich nach einer Arbeit gesucht. Das Problem war nur, dass ich gar keine richtige Berufserfahrung hatte, denn ich hatte vorher ausschließlich als Kassiererin gearbeitet. Ich wusste eigentlich gar nicht, wie ich sonst arbeiten sollte. Mein Ex-Mann ist Geschäftsführer einer großen Kaufhauskette und hat durch seine Kontakte schnell dafür gesorgt, dass mich niemand einstellen wollte.

Bei keiner der größeren Firmen in der Stadt habe ich einen Job bekommen – und wenn doch, dann haben sie mich nach kürzester Zeit wieder gekündigt.

Mein Ex-Mann tut so, als hätte er damit nichts zu tun, lächelt nur spöttisch und meint, ich sei einfach zu ungebildet und unfähig. Er zahlt mir lediglich einen Minimalbetrag an Unterhalt, obwohl sein Gehalt weit überdurchschnittlich ist. Meine Mutter und ich schaffen es gerade so, mit ihrer Rente und dem Unterhalt alle Rechnungen zu bezahlen und das Nötigste für meine Tochter zu kaufen.

Jedes Mal, wenn mein Ex-Mann seine Tochter besucht, erniedrigt er mich. Er erzählt ihr, dass ihre dumme Mutter ihren Mann verlassen hat und nun in Armut lebt ohne Spielsachen und vernünftiges Essen und dass Papa ihr so leid tut.

Dann überreicht er seiner Tochter eine große Summe Euro und geht wieder. Anfangs habe ich dem kaum Beachtung geschenkt, aber meine Tochter ist ja noch ein Kind und versteht nicht, warum Papa Geld hat und Mama nicht. In letzter Zeit verlangt sie immer öfter, bei ihrem Vater zu wohnen: Papa ist so nett, er kauft mir alles, und du bist gemein und fies ich will lieber zu Papa ziehen!

Ich weiß wirklich nicht, wie lange ich das noch aushalten kann. Meine Nerven liegen blank. Meine Mutter versucht mich zu unterstützen, so gut sie kann, und meint, das wird sich alles noch zum Guten wenden aber ich bin nicht mehr so sicher. Mein Ex-Mann weiß genau, wo meine Schwächen liegen, und setzt mich ständig unter psychischen Druck. Ich weiß einfach nicht, wie ich das noch durchstehen soll!

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Homy
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Nach der Scheidung bringt der Vater seine Tochter gegen sich auf
Tamara stellt ihrem Mann Stepan zwei Quark-Pfannkuchen auf den Teller, dreht sich zum Herd, um weitere fertig zu braten, und sieht, wie er lustlos im Essen stochert. „Was ist denn heute los mit dir? Iss schnell, sonst kommst du zu spät zur Arbeit.“ Stepan isst sein Frühstück, seufzt und steht vom Tisch auf. „Vergiss die belegten Brote nicht.“ – Sie reicht ihm ein Päckchen in Butterbrotpapier. Nachdem ihr Mann gegangen ist, erledigt sie die üblichen Hausarbeiten, dann will sie einkaufen gehen. Im Flur trifft sie auf Herrn Fritsche aus dem zweiten Stock. „Ist Stepan daheim? Ich wollte ihn zum Spiel einladen.“ „Was für ein Spiel denn? Bist du verrückt, Alter?“ – Tamara blickt den Nachbarn streng an. „Ach, keine Sorge, ich meine natürlich Domino im Hof. Die Wittes sind aufs Land gefahren, uns fehlt ein Mitspieler.“ – Fritsche hält die Dominobox hoch. „Stepan ist auf der Arbeit. Weißt du das nicht? Heute ist Freitag.“ Tamara macht sich bereit, die Treppe hinunterzugehen. „Ach, hat er wieder einen Job? Na sowas! Kann der Rentner nicht zu Hause bleiben.“ – Fritsche grinst, sieht jedoch Tamaras überraschten Blick und weicht ihr schnell aus. „Moment mal!“, ruft Tamara und hält ihn am Ärmel seines alten, abgetragenen Jacketts fest. „Er hat nie aufgehört zu arbeiten, ist immer noch in seiner Fabrik.“ „Also, ich… ich muss dann gehen…“ – Fritsche versucht sich loszureißen. „Nein, warte! Weiß ich irgendwas nicht? Bleib stehen!“ – Tamara läuft ihm ein Stück nach und ergreift nochmals seinen Arm. „Ach…“, Fritsche kratzt sich am Kopf. „Gut, ich sag’s dir: Er wurde entlassen, in Rente geschickt. Mit 68 – vor zwei Wochen. Hat er’s dir nicht gesagt? Entschuldige, ich dachte, du wüsstest es.“ Er sieht beschämt weg. „Und wo ist er dann den ganzen Tag?“ „Das würde ich jetzt auch gerne wissen“, murmelt Tamara nachdenklich. „Jeden Tag ging er zur Arbeit, hat Brote mitgenommen… Stepan, warte nur, das gibt ein Verhör, wenn du heimkommst! Will wohl Spion spielen im Ruhestand.“ Sie lässt Fritsche los und geht zurück in ihre Wohnung. Sie setzt sich, das Grübeln beginnt: Wo ging Stepan jeden Morgen hin? Sie denkt an den Tag zurück, als er von der Arbeit heimkam und krank war – das ganze Wochenende lang, dann am Montag wieder wie gewohnt zur Arbeit… Plötzlich springt sie auf. „Ich muss ihn finden. Klein ist unser Städtchen ja.“ Vielleicht an der Ruhr, bei den Anglern… Sie schnappt ihre Tasche und geht aus dem Haus. Sie sucht überall, an der Ruhr, im Park, in der Fabrik würde er sich nie blicken lassen – dafür ist er zu stolz. Müde und erschöpft kehrt sie am späten Nachmittag heim und wartet auf Stepan. Endlich, das Schloss knarrt. Stepan tritt ohne auf sie zu sehen ein und setzt sich an den Tisch. „Warum bist du heute schon so früh zurück? Bist du krank?“ – fragt sie besorgt. „Wie immer. Bin nicht früh.“ Er schaut weg. „Wasch dir die Hände, ich decke gleich den Tisch. Gibt Abendessen.“ Tamara steht auf. „Warte.“ Stepan hält sie am Arm, den Kopf gesenkt. „Ich bin wirklich müde. Leg mich hin. Esse später. Mach dir keine Sorgen.“ Er blickt sie an und lächelt matt. Sie achtet darauf, wie schwerfällig er aufsteht. Sie hört das Knarzen des Sofas, als er sich hinlegt. Tamara setzt sich und überlegt, wie sie ihn beruhigen könnte. Es ist doch nichts dabei, wenn er zuhause bleibt – sie weiß ja jetzt alles, das Theater ums Arbeiten läuft ins Leere. Sie würde schon für Beschäftigung sorgen, im Schrebergarten gibt es Arbeit in Hülle und Fülle. Ihre Schwester lädt sie schon lange ein. Die Pilzsaison ist auch bald… Sie betritt das Zimmer; Stepan liegt mit geschlossenen Augen auf der Seite, eine Hand unters Gesicht gelegt, die andere beinahe bis zum Boden hängend. Sie hebt seine Hand, sie rutscht schwer wieder hinab. Sein Körper zuckt leicht, aber er wacht nicht mehr auf. „Stepan!“ Ihr Schrei bleibt stecken. Tamara schlägt die Hand vor den Mund, begreift, was geschehen ist. Sie fällt vor dem Sofa auf die Knie, drückt das Gesicht in seinen Rücken und weint. Als sie keine Tränen mehr hat, steht sie schwankend auf, richtet Stepans Arm. So hat er es beim Dösen immer gehalten. Sie geht hinaus, eine Etage tiefer, klopft bei den Nachbarn. Fritsche öffnet und weiß gleich Bescheid. „Friedrich, Stepan…“ Die schlimmen Worte bleiben ungesagt, sie schmiegt sich an seine knochige Brust. Gemeinsam gehen sie eine Etage höher. Auch Fritsches Frau Anja schließt sich an; sie bekreuzigt sich. „Wir müssen den Notarzt oder den Bestatter rufen. Nein, zuerst den Notarzt.“ – Anja geht telefonieren. „Ach, Stepan… Drei Jahre jünger als ich. Tja, so kann’s gehen.“ – Friedrich seufzt. „Er kam heim, war müde, wollte sich hinlegen. Nicht mal Abendessen… Es waren doch nur Minuten vergangen…“ – Tamara kann kaum sprechen. „Ein feiner Kerl, nicht alt geworden. Die ersten Tage nach dem Jobverlust sind schwer, dann gewöhnt man sich. Aber wenn man aus der Fabrik geworfen wird… Das war ihm zu viel.“ Friedrich redet vor sich hin. Anja führt Tamara in die Küche, gibt ihr Beruhigungstropfen. „Wie soll ich ohne ihn? 48 Jahre zusammen… Seit seiner Rückkehr aus der Bundeswehr waren wir ein Paar. Was mach ich nur…“ Sie schaukelt auf dem Stuhl hin und her. Der Notdienst kommt, bestätigt das Offensichtliche. Tamara verabschiedet sich bitterlich ein letztes Mal, als Stepan abgeholt wird. Friedrich, hilfst du mir bei der Beerdigung?“ fragt sie. „Natürlich, morgen gehen wir gemeinsam zum Bestattungsinstitut.“ „Und das Requiem?“ fragt Anja. „Stepan mochte das eigentlich nicht“, flüstert Tamara. „Trotzdem, irgendwie gehört sich das. Ich frag morgen im Pfarramt.“ – Anja bleibt beharrlich. Die Tage schleppen sich dahin. Nach den Beerdigungen fahren die Kinder weg. Sie bitten Tamara zu sich. Doch sie lehnt ab. Sie lebt weiter in der leeren Wohnung, sieht Stepan manchmal noch auf der Couch liegen, wie immer – den Kopf auf die Hand gestützt. Manchmal spricht er sie an: „Habe ich lange geschlafen?“ – Dann weiß sie nicht mehr, ob sie träumt. Am Morgen steht sie früh auf, um Frühstück zu machen, realisiert dann – Stepan ist fort. Die Tochter ruft an, lädt sie ein, Tamara besucht sie kurz, kehrt aber bald zurück. Die Wohnung empfängt sie stumm und leer. Stepan liegt nicht mehr auf dem Sofa. Abends nimmt sie die alten Fotoalben heraus und spricht mit Stepan. „Schau mal, unsere Hochzeit. Und das hier, dein Bild aus der Bundeswehr…“ Sie redet, erwartet keine Antwort. Nur schweigen ist schlimmer. Sanft läuft der Fernseher. In den Fotos und Erinnerungen bleibt Stepan jung und lebendig. Ganz nah. Tamaras letzter Morgen – Ein deutsches Lebewohl nach 48 Jahren an der Seite von Stepan