Liebes Tagebuch,
neulich habe ich bei einer Geburtstagsparty einer Freundin einen Jungen kennengelernt. Es stellte sich heraus, dass er ein Freund ihres Freundes war. Offenbar fanden wir einander ganz sympathisch, denn er hat mich anschließend eingeladen, gemeinsam etwas zu unternehmen.
Als wir uns getroffen haben, meinte er gleich, dass wir zuerst noch schnell zum Supermarkt müssten, ein paar Sachen einkaufen, und dann zu einem Freund von ihm fahren würden. Draußen war es richtig kalt und da er keine andere Idee hatte wie ins Café zu gehen oder ins Kino, habe ich zugestimmt.
Er meinte, wir sollten eine Pizza holen und noch ein paar Kleinigkeiten. Im Supermarkt hat er sich direkt einen Einkaufswagen geschnappt und fing an, ihn zu füllen. Und dann packte er plötzlich eine teure Flasche Cognac, einen Packen guter Würstchen, Käse, Ananas und noch mehr in den Wagen…
Ich war schon etwas irritiert. Ich selbst habe nur Mandarinen und ein paar Kekse eingepackt viel mehr Geld hatte ich ohnehin nicht dabei. Für mich war das ein Treffen, kein Großeinkauf.
Ich nahm einfach an, er sei vielleicht ziemlich großzügig.
An der Kasse standen bereits fünf Leute vor uns. Kurz bevor wir dran waren, entfernte er sich plötzlich und meinte: Ich bin gleich wieder da. Ich war überrascht und verstand nicht, was los war. Als ich an der Reihe war, hab ich nur meine eigenen Sachen Mandarinen und Kekse bezahlt und den Rest im Wagen gelassen.
Am Ausgang traf ich ihn wieder, er stand schon da und wartete auf mich. Er nahm meine Tüte, bemerkte wohl, dass sie ziemlich leicht war, sah hinein und fragte verwundert: Wo ist denn der Rest?
Ich zeigte einfach auf den Supermarkt, in dem wir eben einkaufen waren. Da rief er mir noch hinterher, ich sei geizig, ich hätte doch alles zahlen können, er hätte seine Zeit verschwendet
Ehrlich gesagt habe ich mich dabei wirklich unwohl gefühlt. Warum soll ich für alles aufkommen, nur weil wir uns auf ein Treffen verabredet haben? In solchen Momenten wird mir mal wieder klar, wie wichtig es ist, auf seine eigenen Grenzen zu achten und auch mal nein zu sagen, wenn etwas einfach nicht passt.




