Das Verhalten unserer Nichte bereitet der Familie große Sorgen, denn ihre Eltern haben sie so sehr verwöhnt, dass sie sich wie eine Prinzessin fühlt und alle um sich herum wie Bedienstete behandelt. Die Lage hat sich verschärft, da sie bald eingeschult wird, aber immer noch darauf angewiesen ist, mit den Fingern zählen zu können.

Das Verhalten meiner Nichte ist mittlerweile ein echter Dauerbrenner in unserer Familie allerdings weniger im positiven Sinne. Ihre Eltern haben sie so sehr verwöhnt, dass sie sich für eine kleine Prinzessin hält und sämtliche Menschen um sie herum für ihr persönliches Dienstpersonal. Die Lage ist mittlerweile so ernst, dass sie bald eingeschult wird aber noch immer darauf schwört, mit Hilfe ihrer kleinen Würstchenfinger zu zählen.

Der Ursprung unseres Familien-Dramas Überraschung! lag bereits in der Wiege. Kaum war die süße Annalena auf der Welt, kamen alle Verwandten herangeschwebt und fühlten sich berufen, bei der Kinderaufzucht ihren Senf dazuzugeben. Meine Schwiegermutter hat sich kurzerhand im ohnehin schon beengten Altbauapartment meines Bruders einquartiert, um das Babyglück hautnah mitzuerleben. Leider wurde aus erzieherischer Unterstützung bald ein 24h-Wellnessservice für Annalena gefühlt wurden all ihre Wünsche erfüllbar, Hauptsache, das Quengeln und Kreischen hörte endlich auf.

Mit sechs Monaten hatte Annalena das System bestens verstanden und die Erwachsenen voll im Griff. Das Ergebnis? Dauerchaos in der Wohnung, jeder rannte für sie, während der Rest der Familie kurz vor dem Nervenzusammenbruch stand. Mein Bruder schmiss irgendwann das Handtuch, verließ den Haushalt aber auch nach der Scheidung wurde Annalena weiterhin mit Kleidern, Lipgloss und kleinen Pumps überhäuft, als würde sie jeden Moment zur Miss Deutschland gekrönt.

Sämtliche Versuche, das Mädchen mithilfe von Pädagogen oder alten Tanten auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, mündeten in laute Diskussionen, Drama und der Erkenntnis, dass Annalena sich von so etwas nicht beeindrucken ließ.

Ihr ganzes pädagogisches Konzept drehte sich fortan um Selbstverwirklichung Annalena sollte alles selbst entscheiden, ganz ohne Grenzen. Lernen fand sie dabei vollkommen überflüssig. Nun rückt die Einschulung näher und sie zählt nach wie vor nur an den Fingern. Von den grundlegenden Dingen, die andere Erstklässler beherrschen sollten, gar nicht zu sprechen.

Die Eltern schwören Stein und Bein auf Freiheit und Selbstbestimmung, doch die Lehrkraft hätte da lieber ein bisschen mehr Bescheidenheit und zumindest ein Minimum an sozialer Kompetenz.

Genervt von ihrer Arroganz und fehlenden Manieren beschloss die restliche Verwandtschaft, den Kontakt aufs Nötigste zu reduzieren zum Schutz der eigenen Psyche. Sie sind sich einig: Jetzt sind die Eltern am Zug, Annalena endlich ein paar Werte, ein paar Spielregeln und vielleicht sogar ein klitzekleines bisschen Realitätssinn mitzugeben bevor sie wirklich denkt, dass jeder sie mit einer Krönchen-Verbeugung begrüßen muss.

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Homy
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Das Verhalten unserer Nichte bereitet der Familie große Sorgen, denn ihre Eltern haben sie so sehr verwöhnt, dass sie sich wie eine Prinzessin fühlt und alle um sich herum wie Bedienstete behandelt. Die Lage hat sich verschärft, da sie bald eingeschult wird, aber immer noch darauf angewiesen ist, mit den Fingern zählen zu können.
Nachdem mein Mann mich geschlagen hatte, packte ich schweigend die Kinder und ging. Meine Schwiegermutter und Schwägerin triumphierten – endlich die „unerwünschte“ Schwiegertochter losgeworden… Doch ihre Freude verflog wie Rauch, als