Ein wohlhabender Senior startet eine außergewöhnliche Herausforderung für seine Kinder und Enkel: Er versteckt Geld und hinterlässt eine Reihe cleverer Hinweise.

Es war gegen 8 Uhr morgens, als die ganze Familie des Mannes sich in einem Notariatsbüro in München versammelte, voller Erwartung auf eine beträchtliche Erbschaft, die ein wohlhabender Verwandter ihnen hinterlassen hatte. Da der Notar sich verspätete, stieg die Anspannung unter den Anwesenden. Freya, Roberts älteste Tochter, war so neugierig, ob ihr Name im Testament stehen würde, dass sie ihre Nervosität kaum verbergen konnte. Komm schon, Tante, zeig etwas Respekt. Wir sollten doch in Trauer sein. Schließlich ist unser Vater nicht mehr unter uns, sagte Mark.

Nenn mich bitte nicht Tante. Ich bin noch jung, sag ruhig meinen Vornamen, entgegnete die Tante etwas gekränkt. Es ist schon bemerkenswert, wie du glaubst, dass Make-up und Schönheitsbehandlungen dich jung halten, konterte Mark leicht gereizt.

Endlich betrat der Notar das Büro, blickte sich um und nahm eine Mappe mit Unterlagen von seiner Kommode. Sind alle bereit, das Testament zu hören?, fragte er in die Runde, woraufhin alle nickten. Mit einem geheimnisvollen Lächeln begann der Notar, Roberts letzten Willen zu verlesen.

Ich hinterlasse euch allen mein Vermögen. Doch nicht jeder von euch wird es bekommen. Ich habe beschlossen, eine richtige ‘Schnitzeljagd’ für euch zu veranstalten, wie meine Mutter sie früher für mich und meine Geschwister gemacht hat. Eure Reise beginnt im Dorf meiner Kindheit. Unsere Familie hatte wenig Geld, aber wir waren glücklich. Als ältester Sohn habe ich von meiner Mutter eine Truhe geerbt, und darin liegen eure Schätze doch nur der Aufmerksamste erhält den Schlüssel. Dieser befindet sich irgendwo im Haus, gut versteckt und nicht leicht zu finden. Ich kann euch nur viel Glück wünschen! Für einige Minuten war es ganz still im Raum, denn jeder versuchte zu begreifen, dass der Verstorbene ihnen sogar nach seinem Tod ein Rätsel hinterlassen hatte.

Die Stille wurde gebrochen, als die Tante und Freya, Roberts älteste Tochter, sagte: Mein Mann, die Kinder und ich fahren jetzt sofort ins Dorf. Hat jemand Lust, mitzukommen und den Schlüssel zu suchen?

Mark und ich werden keine Truhe und keinen Schlüssel suchen. Unseren Vater kennend, steckt da noch etwas anderes dahinter. Ganz sicher ist hier ein anderes Geheimnis verborgen. Uns geht es nicht ums Geld, meinte Roberts jüngste Tochter, Leni.

Die älteste Tochter, ihr Mann und andere Verwandte fuhren ins Dorf. Sie probierten alles Mögliche: kletterten auf den Heuboden, durchsuchten den Stall nach Hinweisen, querten Zäune und die Dorfbewohner beobachteten sie neugierig. Dabei verwandelte sich Freyas Designerkleid in einen Fetzen. Schließlich fanden sie den Schlüssel, öffneten die Truhe und waren überrascht. Drinnen lag ein Zettel und viele Bonbons.

Mein ganzes Erspartes habe ich für wohltätige Zwecke gestiftet und ihr habt das bekommen, was ihr wirklich verdient. Danke, dass ihr den Menschen in meinem Heimatdorf Freude gebracht habt, stand auf dem vom verstorbenen Vater unterschriebenen Zettel.

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Homy
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Ein wohlhabender Senior startet eine außergewöhnliche Herausforderung für seine Kinder und Enkel: Er versteckt Geld und hinterlässt eine Reihe cleverer Hinweise.
Olga bereitete sich den ganzen Tag auf die Silvesterfeier vor: Sie putzte, kochte und deckte den Tisch. Es war ihr erstes Silvester nicht bei den Eltern, sondern mit ihrem Liebsten. Seit drei Monaten wohnte sie nun schon bei Timo in seiner Wohnung. Er war 15 Jahre älter als sie, geschieden, zahlte Unterhalt und trank gern mal einen über den Durst… Aber das alles war egal, wenn man wirklich liebt. Niemand verstand, was Olga an ihm fand: Er war weit entfernt davon, als schön zu gelten, eher im Gegenteil – sogar richtig unansehnlich, dazu hatte er einen furchtbaren Charakter, war geizig bis zum Gehtnichtmehr und ständig pleite. Und wenn er doch mal Geld hatte, war es nur für ihn selbst da. Trotzdem verliebte Olga sich in dieses Kuriosum von Mann. Drei Monate lang hoffte Olga, Timo würde erkennen, was für eine geduldige und fleißige Frau sie war, und sie vielleicht sogar heiraten wollen. Er sagte immer: „Man muss erst zusammenwohnen – dann sieht man, was für eine Hausfrau du bist. Nicht, dass du so bist wie meine Ex!“ Was genau mit seiner Ex-Frau los war, blieb für Olga ein Rätsel – er druckste immer herum. Deshalb gab Olga alles: Sie schimpfte nicht, wenn er betrunken heimkam, kochte, wusch, putzte und kaufte die Lebensmittel von ihrem eigenen Geld (bloß damit Timo nicht denkt, sie sei aufs Geld aus). Auch die Silvester-Tafel hatte sie alleine bezahlt. Sogar ein neues Handy gab sie ihm zum Geschenk. Während Olga sich auf das Fest vorbereitete, nutzte ihr Wunder-Timo die Zeit auf seine Weise: Er trank mit seinen Freunden. Beschwingt kam er nach Hause und verkündete, dass zu Silvester seine Freunde kommen würden – Leute, die Olga nicht kannte. Sie deckte den Tisch, noch eine Stunde bis Mitternacht. Die Laune war im Keller, doch sie blieb ruhig, denn sie wollte nicht wie seine Ex sein. Eine halbe Stunde vor Mitternacht platzte eine betrunkene Gesellschaft von Männern und Frauen herein. Timo blühte richtig auf, setzte alle an den Tisch und das Besäufnis ging weiter. Olga stellte er den Gästen nicht mal vor; niemand beachtete sie, stattdessen tranken und redeten alle unter sich. Als Olga anmerkte, dass in zwei Minuten Mitternacht sei und sie doch mit Sekt anstoßen sollten, schaute man sie an, als sei sie das fünfte Rad am Wagen. „Und wer ist das?“ lallte eine Frau. „Die Bett-Nachbarin“, prustete Timo, und alle lachten über Olga. Sie aßen Olgas Essen und machten sich über sie lustig. Um Mitternacht zogen sie über ihre Naivität her und lobten Timo: „Schlauer Kerl, so eine kostenlose Haushälterin zu haben!“ Timo verteidigte sie kein bisschen, sondern lachte mit. Aß ihr Essen und „trat nach ihr“. Olga schlich leise hinaus, packte ihre Sachen und fuhr zu den Eltern. So ein furchtbares Silvester hatte sie noch nie. Die Mutter sagte nur: „Ich hab’ dich ja gewarnt“, der Vater atmete auf, und Olga weinte sich die Enttäuschung von der Seele und legte ihre rosarote Brille ab. Nach einer Woche, als Timos Geld weg war, stand er plötzlich vor ihrer Tür, als sei nie etwas gewesen: „Warum bist’n weg? Schmollst du jetzt, oder was?“ Und als klar wurde, dass sie nicht einknicken würde, probierte er es anders: „Na super, du gammeln bei Mama und Papa, und bei mir tanzt schon die Maus im Kühlschrank! Du wirst wirklich immer mehr wie meine Ex!“ Vor so viel Dreistigkeit verschlug es Olga die Sprache. Sie hatte sich so oft vorgestellt, was sie ihm alles sagen würde – und jetzt fiel ihr nur eines ein: Ihn schroff zu verabschieden und ihm die Tür vor der Nase zuzuschlagen. So begann für Olga mit diesem Silvester ein neues Leben.