Ein Vater ließ seinen Sohn im Stich, obwohl ein DNA-Test die Vaterschaft bestätigte.

Das ist doch nicht mein Kind, das sieht exakt aus wie dein Kumpel, aber sicher nicht wie meins! brüllte Philip, während er dramatisch mit den Armen fuchtelte.

Aber wir haben ja schon einen DNA-Test gemacht das sollte doch reichen! flehte Rebecca, deren Nerven inzwischen dünner waren als die Schwäbische Maultasche.

Du hast den Test bestimmt manipuliert, woher soll ich wissen, ob das echt ist? konterte Philip mit dem Nachdruck eines deutschsprachigen Tatort-Kommissars.

Woher sollte ich das Geld nehmen, um einen Test zu fälschen? entgegnete Rebecca, fast schon resigniert.

Dein Ex-Freund hat dir bestimmt das Geld zugesteckt, damit du mir das Kind unterschieben kannst, schoss Philip zurück seine Unterstellung war so dreist, dass Rebecca kurz ihre Ohren überprüfen musste.

Die Anschuldigung traf Rebecca wie eine Klatsche mit kaltem Berliner Spreewasser. Sie versuchte noch zu erklären, dass alle Babys zu Beginn wie Kartoffeln aussehen, aber Philip verschloss sich der Realität. Er befahl ihr, das Haus zu verlassen und bloß nicht mehr zurückzukommen, und knallte die Tür zu, dass selbst die Nachbarn in München erschrocken zusammenzuckten.

Rebecca saß auf dem Boden, den kleinen Johann schluchzend im Arm, und fühlte sich vollkommen überfordert. Sie wiegte ihn hin und her, und nach gefühlten drei Stunden schlief er dann endlich ein. In ihrer Verzweiflung rief Rebecca ihre Oma an und die hatte wie immer einen praktischen Tipp: Sie sollte Mark, den Sohn von Omas Freundin, anrufen und ihn um Unterstützung beim Umzug bitten.

Mark erschien pünktlich mit einem Schraubenzieher in der Hand und half Rebecca, ihr Hab und Gut einzupacken, den Kinderwagen auseinanderzubauen und alles für den Umzug vorzubereiten. Rebecca bot ihm eine Tasse Kaffee an, aber Mark lehnte höflich ab in Bayern trinkt man den lieber mit Oma im Wohnzimmer. Die nächsten Tage war Mark für Rebecca da, begleitete sie und Johann zu Behördengängen und sorgte mit seiner humorvollen Art dafür, dass die Stimmung nicht ganz unter Null sank.

Je mehr Zeit sie miteinander verbrachten, desto mehr spürte Rebecca, dass ihr Herz für Mark schlug fast so sehr wie für Apfelstrudel mit Vanillesauce. Sie kamen sich näher und heirateten schlussendlich mit einer typisch deutschen Feier, voller Musik, Brezeln und ein bisschen Peinlichkeit in der Tanzrunde. Später kam auch ihre kleine Tochter Marie zur Welt, und Johann wuchs heran er sah mehr und mehr aus wie Philip, eine Kopie des Originals, wie man es eben in deutschen Fotoautomaten bekommt.

Als Philip Jahre später seinem Sohn begegnete, konnte er nicht anders als die Reue zu spüren. Es war wie ein misslungener Bieranstich am Oktoberfest: der Schmerz saß tief. Er hätte gerne andere Entscheidungen getroffen aber das Leben, das schiebt man halt nicht einfach zurück wie den Einkaufswagen im Supermarkt.

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Homy
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