Ihr Ehemann fragte sich, warum Alina ihre Nachbarin einfach nicht ausstehen konnte. Doch als er den Grund erfuhr, war er total überrascht…

Ich erinnere mich noch gut an jene Zeiten, als ich ständig die Geschichten von ihrer Verwandtschaft hören musste! Sie ist doch unsere Nachbarin, kannst du ihr nicht einfach zuhören?, fragte mein Mann damals. Aber sie erzählt immer wieder das Gleiche, erwiderte ich. Margarete so hieß ich galt im Dorf als besonnen und geduldig, doch im Umgang mit unserer Nachbarin Hannelore verlor ich oft diese Gelassenheit. Meinem Mann Wilhelm war das lange unverständlich. Einst waren unsere Familien sogar befreundet.

Hannelore war fünfzehn Jahre älter als ich. Nachdem ihre Eltern gestorben waren, begann sie das große Fachwerkhaus mit ihren beiden Schwestern zu teilen. Eigentlich hätte alles friedlich verlaufen sollen, denn die drei einigten sich darauf, das Haus zu verkaufen und die D-Mark brüderlich zu teilen. Doch es kam, wie es kommen musste, zum Streit.

Genauere Einzelheiten waren mir nicht bekannt, aber meine Großmutter hatte mir erzählt, dass Hannelore darum gebeten habe, zunächst im Haus bleiben zu dürfen, weil sie einige Schwierigkeiten hatte. Sie versprach, ihren Anteil auszubezahlen, sobald sich ihre Lage gebessert hätte. Ihre Schwestern stimmten widerwillig zu und verzichteten offiziell auf ihren Anteil am Erbe. Was danach geschah, blieb mir verborgen, aber ich vermutete schon damals, dass Hannelore das Geld bis heute nicht zurückgezahlt hatte.

Oft kam sie nun zu mir auf einen Kaffee, klagte und jammerte über ihre Verwandtschaft: Die interessieren sich kein bisschen für mich. Kein Anruf, keine Karte zu Weihnachten, kein einziges Gespräch. Für die zählt nur noch das liebe Geld!

Natürlich, hatte sie doch hoch und heilig versprochen, das Geld zurückzugeben! Doch stattdessen waren jetzt alle anderen die Bösen, und nur sie selbst die Fehlbare. Kürzlich wollte ich sie anrufen, setzte Hannelore ihr Klagelied fort, ich habe nämlich nicht genug Geld, um das Haus in Schuss zu halten! Dabei ist das doch auch ihr Elternhaus! Sie müssten sich ebenfalls darum kümmern!

Aber sie haben doch offiziell auf das Haus verzichtet , versuchte ich zögerlich einzuwenden. Und was soll das schon heißen?, entgegnete sie prompt. Es bleibt doch trotzdem ihr Zuhause! Sie sind hier groß geworden, es war das Haus ihres Vaters. Statt an meine Lage zu denken, erheben sie Anspruch auf ihren Anteil!

Vielleicht fühlen sie sich einfach verletzt, weil du dein Versprechen bisher nicht halten konntest du wolltest ihnen doch den Anteil auszahlen , warf ich leise ein.

Erstens, sie haben selbst so entschieden, niemand hat sie gezwungen. Zweitens, ich habe klipp und klar gesagt, ich zahle ihnen das Geld, wenn ich es habe und das habe ich nun mal noch immer nicht. Es wäre eine Schande, das elterliche Haus einfach zu verkaufen, nur damit sie ihr Geld bekommen. Wo sollte ich denn dann hin? Natürlich denkt keiner an mich, alle wollen nur das Geld!

Ich blickte zu Wilhelm. Er saß da mit seinem bekannten, wissenden Gesichtsausdruck. Ich konnte an seinem Blick ablesen, dass er die Geschichte nun endlich verstand und sich nie wieder wundern würde, warum mir die Besuche von Hannelore so schwerfielen.

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Homy
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Ihr Ehemann fragte sich, warum Alina ihre Nachbarin einfach nicht ausstehen konnte. Doch als er den Grund erfuhr, war er total überrascht…
Ein schwieriges Gespräch