Bevor sie auf die Jagd geht, wickelt die Mutter ihr Junges liebevoll in Nordseetang ein.

Bevor sie zur Futtersuche aufbricht, wickelt die Mutter ihr Junges sorgsam in dichte Algen. In der rauen Nordsee, wo der Wind Wellen peitscht und das Wasser erbarmungslos ist, kann diese schlichte Geste über Leben und Tod entscheiden.

An der stürmischen Küste Norddeutschlands haben Seeotter eine bemerkenswerte Gewohnheit entwickelt. Bevor die Mutter abtaucht, um nach Muscheln oder Krabben zu suchen, bettet sie ihr Kind behutsam in die dichten Bänder der Seetangwälder, die wie grüne Teppiche an der Wasseroberfläche treiben.

Der kräftige Seetang wirkt wie ein natürlicher Anker: Seine zähen Halter verkrallen sich im sandigen Meeresgrund, während die langen, schimmernden Blätter das Jungtier sanft wiegen und davor schützen, von der Strömung davongetragen zu werden.

Die kleinen Otterkinder, genannt Helene oder Frieda, können noch nicht tauchen. Ihr weiches Fell das dichteste aller Säugetiere fängt so viel Luft ein, dass sie auf der Wasseroberfläche treiben wie kleine, lebende Schwämme.

Diese Eigenschaft hält sie warm, macht sie aber auch schutzlos: Schon ein starker Windstoß, eine plötzliche Strömung, könnte sie innerhalb weniger Augenblicke weit aufs Meer hinaustragen.

Genau deshalb nimmt die Mutter, nennen wir sie Margarete, ihr Junges in die Pfoten, verwickelt es achtsam in das glitschige Grün. Manchmal zieht sie sogar ein breites Blatt über die Augen ihres Kindes, wie eine grüne Decke, damit es nicht erschrickt und ruhig bleibt. Dann gleitet Margarete zwischen die Wellen.

Sie taucht mehrmals, kehrt immer wieder zurück an denselben Punkt, wo das Jungtier wartet, und prüft, ob alles in Ordnung ist. Ein ständiges Kommen und Gehen zwischen Mutter und Kind gehalten nur von einem Band aus Algen und dem unerschütterlichen Instinkt von Margarete.

Im eisigen, unberechenbaren Nordmeer hängt das Überleben manchmal an einer feinen Algenschnur und am Mut einer Mutter. Selbst wenn sich die Nordseewellen an den Felsen brechen, bleibt es der Mutterinstinkt, der in diesem rauschenden Chaos die Welt zusammenhält.

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Homy
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Bevor sie auf die Jagd geht, wickelt die Mutter ihr Junges liebevoll in Nordseetang ein.
David erzählte mir von der bevorstehenden Scheidung und gab mir eine Woche, um eine neue Wohnung zu finden – und dann kamen meine Schwiegereltern ins Spiel.