Als mein Sohn ungefähr sieben Jahre alt war, machten wir als kleine Familie einen Ausflug ins Umland von München. Die Sonne brannte, wir genossen das schöne Wetter, schleckten Eis am Stiel und unterhielten uns angeregt. Plötzlich änderte sich die Stimmung, als mein Sohn das Autofenster herunterkurbelte und achtlos das Eispapier hinauswarf. Im selben Moment hielt ich am Straßenrand an. Ich wusste, ich musste sofort handeln.
Mit ruhigem Gemüt stieg ich aus dem Auto, holte die Müllbeutel hervor, die ich immer dabei habe, und bat meinen Sohn, ebenfalls auszusteigen. Ich erklärte ihm, dass es nicht reiche, nur sein eigenes Papier wieder einzusammeln, sondern dass wir auch den Müll aufsammeln, den andere Menschen hinterlassen hatten. Meine Frau Annegret wollte eingreifen, doch ich bat sie, einfach im Auto sitzen zu bleiben und Musik zu hören, während ich die Sache regelte. Ich machte meinem Sohn deutlich, dass wir erst weiterfahren würden, wenn seine Aufgabe erledigt sei und über weitere Wünsche oder Leckereien nicht mehr zu reden wäre. Das setzte ihm zu, er war den Tränen nahe, doch ich blieb konsequent.
Mit festem Blick machte sich mein Sohn ans Werk. Ich nahm einen zweiten Beutel und packte mit an schließlich ist man als Vater auch nicht fehlerfrei. Zusammen sammelten wir innerhalb einer guten halben Stunde den Müll entlang des Straßenrandes auf. Als wir fertig waren, erklärte ich meinem Sohn in einfachen Worten, wie wichtig der Schutz unserer Umwelt ist, gerade für kommende Generationen.
Er fragte mich, warum ich selbst mitgesammelt hatte. Ich gestand ihm, dass ich als Vater offensichtlich einen Fehler in seiner Erziehung gemacht hatte sonst hätte er das Verpackungspapier nicht weggeschmissen. Deshalb musste ich gemeinsam mit ihm die Verantwortung tragen.
Mittlerweile ist mein Sohn dreizehn. Unsere Familie ist gewachsen er hat nun zwei kleine Schwestern. Es macht mich besonders stolz, dass er ihnen beibringt, nach sich selbst aufzuräumen und nichts in die Landschaft zu werfen. Ich bin meinem eigenen Vater, Heinrich, dankbar. Vieles von seiner Lebenserfahrung und seinen Werten fließt in meine eigene Erziehung der Kinder ein. Aus dieser Situation habe ich gelernt, dass Konsequenz und das eigene Vorbild von unschätzbarem Wert sind, wenn es darum geht, Kindern die richtigen Werte fürs Leben mitzugeben.




