Meine Frau und ich haben einen Kredit für eine Eigentumswohnung aufgenommen, dann habe ich angefangen, mehr Geld zu verdienen und dachte, jetzt brechen die guten Zeiten an. Doch wir mussten schmerzhaft feststellen, wie sehr wir uns geirrt hatten.

Damals, als ich an der Universität studierte und gleichzeitig versuchte zu arbeiten, reichte mein Geld bei weitem nicht aus, um mir alles zu leisten, was ich mir wünschte. Trotzdem war ich glücklich, denn große Sorgen kannte ich damals nicht. Meine Frau und ich wohnten zur Miete in einer kleinen Wohnung und dachten noch nicht einmal im Traum daran, Kinder zu bekommen. Unser erster Plan war es, ein eigenes Haus zu kaufen, und erst danach wollten wir ans Kinderkriegen denken. Meine Eltern waren bereits im Ruhestand und ich habe eine jüngere Schwester. Meine Schwester, Caroline, war geschieden und kümmerte sich alleine um meinen Neffen, der gerade in die erste Klasse gekommen war. Wohlhabend waren wir in unserer Familie nie, aber wir haben es stets geschafft, uns selbst über Wasser zu halten.

In jenen Zeiten schien das Glück auf unserer Seite zu sein zumindest glaubte ich das am Anfang. Ich schloss das Studium ab und wurde kurz darauf bei der Arbeit befördert. Nun war ich Hauptassistent meines Chefs und das spiegelte sich auch in meinem neuen Gehalt wieder, das deutlich höher ausfiel als früher. Meine Frau, Ingrid, und ich entschlossen uns direkt, eine Wohnung zu kaufen und dafür einen Kredit bei der Sparkasse aufzunehmen endlich ein eigenes Zuhause! Und da wir schon dabei waren, unser Leben umzukrempeln, verkündete Ingrid nur einen Monat später, dass sie schwanger sei. Wir begannen sofort mit den Vorbereitungen für unser erstes Kind. Als meine Familie von meiner Beförderung erfuhr, herrschte große Freude.

Doch dann stieg auch der Druck. Meine Eltern appellierten an mein Verantwortungsgefühl und verlangten, ich solle Caroline und meinen Neffen finanziell unterstützen, da sie alleine zurechtkommen mussten. Caroline wiederum erinnerte mich immer wieder daran, dass der ältere Bruder in der Pflicht stünde, auch die Eltern zu unterstützen. So leerte sich unser Konto schneller, als mir lieb war. Mal sollte ich meinen Eltern helfen, einen neuen großen Fernseher zu kaufen, ein anderes Mal wollte mein Neffe an einer teuren Klassenfahrt nach München teilnehmen. Ingrid, mittlerweile im Mutterschutz, konnte meine andauernden finanziellen Unterstützungen kaum mehr nachvollziehen. Sie war frustriert, weil unser Einkommen kaum ausreichte und letztendlich viele von meinem Gehalt lebten.

Mir blieb nichts anderes übrig, als klare Worte zu finden und meiner Verwandtschaft Grenzen zu setzen. Ich musste an unser eigenes Kind denken, dessen Geburt kurz bevorstand, und Kindersachen waren zu der Zeit unglaublich teuer geworden. So blieb mir keine Wahl, als mich von meinen Verwandten loszueisen, was finanzielles angeht auch wenn es schmerzte. Aber ich musste für meine kleine Familie vorsorgen und endlich lernen, meine eigenen Bedürfnisse an erste Stelle zu setzen.

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Homy
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