**Tagebucheintrag**
Oh, Freund, lass mich dir eine Geschichte erzählen. Mein Mann und seine Geliebte haben die Schlösser ausgetauscht, während ich auf der Arbeit war doch sie wussten nicht, was noch auf sie zukam.
Als ich vor unserer Wohnungstür in München stand, mit einem Schlüssel, der nicht funktionierte, fiel mein Herz in Stücke. Meine Ehe, um die ich so gekämpft hatte, zerbrach in einem Augenblick. Doch mein untreuer Mann und seine Geliebte hatten keine Ahnung, welche Freude ich für sie bereithielt eine Lektion, die sie nie vergessen würden.
Markus, es ist fast zehn Uhr, sagte ich mit zitternder Stimme am Telefon. Du hast versprochen, um sieben zu Hause zu sein!
Er warf die Schlüssel achtlos auf die Kommode, ohne mich auch nur anzusehen.
Arbeit, Lena. Was soll ich dem Chef sagen? Dass ich heim zu meiner Frau muss? Sein Ton war spöttisch, als wäre ich eine Last.
Ich schluckte die Beleidigung runter und starrte auf den Tisch, den ich für unser Abendessen zu meinem Geburtstag gedeckt hatte. Zwei Kerzen flackerten neben dem Kuchen, den ich in der Mittagspause gekauft hatte.
Ja, Markus. Genau das hättest du tun können. Ein einziges Mal, presste ich heraus und wischte mir die Tränen weg. Heute ist mein Geburtstag.
Er sah endlich den Tisch an. Sein Gesicht verzog sich, als es ihm dämmerte.
Verdammt, Lena, ich habs vergessen, murmelte er und fuhr sich durch die Haare.
Natürlich, antwortete ich kalt, während sich mein Inneres zusammenzog.
Fang nicht schon wieder an, schnauzte er. Ich arbeite für uns, das weißt du.
Ich lächelte bitter.
Für uns? Du bist kaum noch zu Hause, Markus. Wann haben wir das letzte Mal zusammen gegessen? Einen Film geschaut? Einfach geredet wie Eheleute?
Das ist unfair, fuhr er mich an. Ich baue eine Karriere auf, damit wir eine Zukunft haben.
Welche Zukunft? Wir leben wie Fremde unter einem Dach! Meine Stimme brach. Ich verdiene mehr als du, also hör auf, dich hinter der Familienversorgung zu verstecken.
Sein Gesicht wurde eisig.
Natürlich wirfst du mir das vor, spottete er. Wie soll ich mit meiner erfolgreichen Frau mithalten?
Das war nicht so gemeint
Genug, Lena. Ich gehe schlafen. Er verschwand im Schlafzimmer und ließ mich mit dem kalten Kuchen und den erloschenen Kerzen zurück.
Ich blies sie aus, murmelte mir selbst zu, dass alles wieder gut werden würde. Er ist mein Mann. Ich liebe ihn. Ehen haben ihre Krisen, oder? So sagt man es immer.
Wie falsch ich lag, ihm so leicht verziehen zu haben.
Markus und ich waren drei Jahre verheiratet, doch das letzte Jahr war eine zermürbende Auseinandersetzung. Kinder hatten wir keine und im Nachhinein bin ich dem Schicksal dankbar dafür. Mein Job als Marketing-Leiterin trug den Großteil unseres Einkommens, während Markus, Vertriebsmanager, sich ständig über Stress, Überstunden und Dienstreisen beschwerte über alles, nur nicht über die Wahrheit, die ich zu spät erkannte.
Drei Wochen nach dem verpfuschten Geburtstag kam ich früher nach Hause mein Kopf pochte vor Schmerzen. Alles, was ich wollte, war eine Tablette und mein Bett. Doch als ich vor unserem Haus am Stadtrand Münchens parkte, fiel mir etwas Seltsames auf. Der Türgriff und das Schloss, früher aus Messing, glänzten jetzt silbern.
Was zum, murmelte ich und versuchte, meinen Schlüssel einzustecken. Er passte nicht.
Ich probierte es noch einmal nichts. Ich überprüfte die Adresse. Ja, das war unser Haus.
Dann sah ich den Zettel an der Tür. Markus Handschrift stach mir ins Gesicht: *Das ist nicht mehr dein Zuhause. Such dir was anderes.*
Die Welt drehte sich. Mein Blut gefror.
Was zum Teufel?! schrie ich.
Ich hämmerte gegen die Tür, brüllte seinen Namen. Schließlich ging sie auf. Markus stand vor mir, und hinter ihm eine Frau in meinem Kaschmir-Schlafanzug, einem Geschenk meiner Mutter.
Ernsthaft jetzt? Meine Stimme zitterte vor Wut und Schmerz.
Lena, hör zu, sagte er mit gekreuzten Armen und einem Lächeln. Ich gehe weiter. Erika und ich sind jetzt zusammen. Wir brauchen den Platz. Verschwinde.
*Erika.* Die gleiche *nur eine Kollegin*, von der er monatelang geredet hatte. Sie trat näher, die Hände in die Hüften gestützt, und sagte herausfordernd:
Deine Sachen sind in Kartons in der Garage. Nimm sie und verschwinde.
Ich starrte sie an, unfähig, es zu glauben. Dann drehte ich mich um und ging zum Auto, während in mir der Zorn brodelte. Sie dachten, sie könnten mich wie Müll vor die Tür setzen und ungeschoren davonkommen. Aber ich würde mich nicht so einfach geschlagen geben. Ich brauchte einen Plan. Einen soliden, durchdachten Plan.
Ich wusste, an wen ich mich wenden musste.
Lena? Mein Gott, was ist passiert? Meine Schwester Hannah öffnete die Tür, sah mein verzweifeltes Gesicht und zog mich ins Wohnzimmer. Erzähl mir alles.
Ich sank auf ihre Couch, und die Geschichte floss aus mir heraus, vermischt mit Tränen.
Abschaum! zischt



