„Hier bist du nichts, und dein Balg ebenso!“ – sagte die Schwester ihres Mannes

Annika heiratet noch jung, ihr Vater sucht ihr zu ihrem 18. Geburtstag einen Bräutigam. Die Familie ist wohlhabend was braucht man mehr zum Glück? Die Hochzeit ist prunkvoll, das ganze Dorf feiert. Nur das neuvermählte Paar fühlt sich fehl am Platz.

Annika mag den Bräutigam, obwohl sie ihn kaum kennt. Ihre Schwester hat weniger Glück sie heiratet einen vierzigjährigen Mann aus dem Nachbardorf. Alle dachten, sie würde eine alte Jungfer bleiben, doch ihr Vater findet schließlich einen Ehemann für sie und verspricht eine Aussteuer.

Die Frischvermählten ziehen ins Haus von Konrad. Es ist zwar nicht viel Platz, doch immerhin ist alles ihr Eigen. Das Familienoberhaupt erklärt, dass sie bei Enkelkindern anbauen werden.

Ihre Schwiegermutter steht ihr nicht im Weg, sondern hilft ihr, sich einzuleben und an die Rolle der jungen Ehefrau zu gewöhnen. Anders verhält sich ihre Schwägerin, Gisela, die Annika voller Feindseligkeit begegnet. Gisela ist älter, wohnt aber weiterhin bei den Eltern. Ihr Vater hat sie verheiratet, doch der Schwiegersohn brachte seine Braut nach nur einem Jahr samt Koffern zurück. Gisela ist eine richtige Intrigantin. Den Haushalt will sie nicht führen und Nachkommen sind ihr egal. So lebt sie einsam weiter.

Nach alten Bräuchen wird eine Schwiegertochter erst zur vollwertigen Hausherrin, wenn sie ihren ersten Sohn geboren hat. Bis dahin bleibt sie still am Tisch sitzen. Deshalb bemüht sich jede junge Frau, möglichst rasch schwanger zu werden.

Annika verfolgt die gleiche Taktik. Bis zu ihrer Schwangerschaft muss sie von Gisela die härteste und schmutzigste Arbeit erledigen. Sinn macht das kaum, denn auf dem Hof gibt es genug angestellte Helfer. Aber Gisela genießt es, Annika zu drangsalieren.

Als Konrad erfährt, dass er Vater wird, strahlt er vor Freude. Die Schwiegereltern sind stolz und glücklich über ihre Schwiegertochter. Noch am selben Tag fahren sie, um Baumaterial für das neue Haus zu kaufen. Gisela schäumt vor Wut und Verzweiflung. Ihr ist klar, dass sie für den Rest ihres Lebens bei den Eltern eingepfercht bleibt und ihnen dienen muss. Ein Mann wird sie wohl nicht mehr ehelichen, ein eigenes Haus bleibt auch ein Traum…

Sechs Monate vergehen. Eines Morgens wird Annika von lautem Klopfen geweckt. Es ist Gisela.

Warum liegst du noch im Bett? Ist etwa schon alles erledigt? Im Haus ja, aber mein Mann lässt mich nicht in den Hof. Ach, das ist doch nur eine Ausrede! Was willst du eigentlich? In welchem Ton sprichst du mit mir? Willst du schon Befehle geben? Ich erinnere dich daran, dass du erst nach der Geburt hier das Sagen hast! Daran habe ich nicht gedacht… Du bist und bleibst hier nichts genauso wenig wie dein Balg! Kapiert?

Gisela benimmt sich wie von Sinnen. Sie wirft mit Sachen nach Annika und schreit sie an. Der Schwiegervater eilt ins Haus und zieht die rasende Tochter hinaus. Annika legt beruhigend die Hand auf ihren Bauch. Alles wird gut werden. Ganz bestimmt.

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Homy
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„Hier bist du nichts, und dein Balg ebenso!“ – sagte die Schwester ihres Mannes
Das elegante Restaurant verstummte schlagartig in entsetzter Stille.