Maria gibt ihr Bestes! Wenn ihr Mann nicht mehr da ist, lebt sie für ihre Kinder weiter. Sie eilt von einem zum anderen, hofft auf etwas von ihnen. Und was tun sie? Nein, keinen Zaun bauen oder die Wände streichen… Sie wetteifern miteinander. Was passiert nun im Dorf?

Guten Tag, meine Damen! Worüber wird heute getuschelt? Geht mal beiseite, ich möchte die Nachrichten hören. Solche Sachen erfährt man sicher nicht aus dem Fernsehen, sagte Robert, schon leicht beschwipst. Die Frauen lachten und machten ihm Platz.

Wo warst du?, fragte meine Tante neugierig. Im Supermarkt. Ein Unfall, meine Frau hat mich verlassen

Die alte Frau schrie auf: Wie kannst du das sagen, Junge? Sie ist zu meinem Freund gegangen. Sie meinte, ich sei kein richtiger Mann, wenn ich keine Arbeit habe.

Meine Tante war entsetzt: Aber er ist doch selbst arbeitslos. Wo ist da der Unterschied zwischen euch?

Robert schüttelte den Kopf: Ich versteh es selbst nicht.

Robert ging hinaus, und meine Tante sagte: Da haben wirs: Die Männer kommen! Haben nichts zu tun, wollen aber auf Kosten der Frauen leben. Robert Was für ein Mann war er früher! Ein echter, gutaussehender Typ! Seitdem seine Frau und das Kind fort sind, ist er nicht mehr derselbe. Und sein Freund? War der erste Hausbesitzer hier im Dorf! Und Maria, was für eine fantastische Köchin! Ihr Mann ist fort, sie lebt nur noch für ihre Kinder. Aber nein, sie läuft von einem zum anderen, wartet darauf, dass sie ihr etwas geben. Und sie?

Nicht einen Zaun bauen oder Wände neu streichen Nein, sie wetteifern miteinander. Was ist aus unserem Dorf geworden? Früher gingen die Männer spazieren, aber sie waren fleißig. Und jetzt? Keine Arbeit, keine Familie! Viele verlassen das Dorf. Natürlich gehen sie! Suchen ein besseres Leben.

Und erzählt mir nichts, fügte die alte Frau hinzu, meine Kinder sind nach ganz Deutschland gezogen. Kommen jedes halbe Jahr mal zu Besuch. Meine Enkel seh ich nur auf Fotos. Früher lebten wir alle zusammen: Eltern, Kinder Alle waren glücklich. Mit Gesang und Gesprächen bis spät in die Nacht. Alle halfen beim Heumachen, Familie und Nachbarn. Oder wir gruben den Garten um, und das an einem Tag. Wir blieben bis zum Abend, am nächsten Tag gings wieder an die Arbeit. Und nun macht jeder seine Arbeit allein auf seinem Hof.

Maria kam vorbei. Sie schleppte schwere Säcke, hinter ihr liefen zwei Kinder. Zieht ihr um?, fragte ihre Tante. Maria seufzte tief.

Ja, zu Michael. Was bleibt mir anders übrig? Wenigstens bekommt er eine Rente. Und Robert? Der tut nichts. Ich muss meine Kinder großziehen. Ich habe kein Geld. Von Kindergeld kann man nicht leben. Sonst hätte ich längst gefragt. Ich glaube, im Frühling gehe ich in die Stadt. Kaufe mir ein kleines Haus, ohne Männer. Ich habe davon genug. Nichts geht, wenn man sie nicht antreibt. Aber essen wollen sie. Im Dorf habe ich nichts mehr zu tun. Der Große kommt bald in die Schule. Wer bringt ihn hin? Meine Tochter will in den Kindergarten. Ich muss arbeiten gehen. Mir tut es weh, dass ich fort muss. Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Aber ich muss gehen. Na gut, ich geh jetzt. Sonst sucht Michael mich im ganzen Dorf. Lebt wohl, meine Damen, sagte Maria, nahm ihre Taschen und ging.

Ich denke, sie hat recht. Maria ist jung, sie muss ihre Kinder großziehen. Ich hätte genauso gehandelt. Aber wohin jetzt? Es tut weh, das Haus zu verlassen. Mein verstorbener Mann hat es gebaut. Er dachte, die Kinder würden hier bleiben. Ich erinnere mich, einmal beim Pilzesammeln habe ich mich verirrt. Früher gingen die Leute auf den Wegen, jetzt wächst alles zu. Nun leben wir unser Leben hier. Wenigstens kommt die Rente ins Haus. Ich muss los, sagte meine Tante, stand auf, der Hof wartet nicht. Ich muss noch die Kühe melken und die Hühner füttern. Bis morgen!

Die alte Frau saß noch lange allein. Sie dachte immer wieder daran, wie sie gelebt und ihre Kinder erzogen hatte. Die Jahre waren vergangen. Nur Gott weiß, wie viele noch bleiben. Sobald es draußen dunkel wurde, ging sie ins Haus. Sie machte kein Licht mehr an, ging direkt ins Bett. Sie brauchte es ohnehin nicht. Ihre Großmutter hatte seit drei Jahren nichts mehr gesehen.

Maria ist nie aus dem Dorf fortgegangen. Sie blieb. Sie hatte nicht den Mut, ihr Leben zu ändern. Wo Menschen sind, lebt das Dorf. Viele solcher Dörfer sind leer! Da stehen nur noch die alten Häuser und der Friedhof, besucht werden sie von Menschen nur einmal im Jahr.

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Homy
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Maria gibt ihr Bestes! Wenn ihr Mann nicht mehr da ist, lebt sie für ihre Kinder weiter. Sie eilt von einem zum anderen, hofft auf etwas von ihnen. Und was tun sie? Nein, keinen Zaun bauen oder die Wände streichen… Sie wetteifern miteinander. Was passiert nun im Dorf?
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