Löschen? Nicht möglich!

Sie drückte auf Abspielen, nicht weil sie neugierig war, sondern weil auf dem Bildschirm mal wieder die Benachrichtigung aufpoppte: 1 neue Nachricht. Aus der Küche murrte ihr Mann, Dieses Ding piepst schon zum dritten Mal, und damit sie sein Genörgel nicht hören musste, nahm sie das Handy in die Hand.

Die Aufnahme startete sofort, ohne Begrüßung. Eine weibliche Stimme, rau, als hätte sie geweint oder eine Erkältung, sprach schnell und fahrig:

Hallo… ich weiß nicht, ob ich richtig bin. Hör zu, ich brauche, dass du heute kommst. Er… schon wieder… Ich schaffe das allein nicht. Wenn du nicht kommst, ich… ich weiß echt nicht, was passiert. Bitte. Meld dich, wenn du das hörst.

Dann knackte es, und die Mailbox kehrte zur Stille zurück. Sie schaute auf die Nummer: unbekannt. Kein Name, keine Info.

In der Küche klirrte die Löffel gegen den Topfrand.

Hängst du wieder am Handy?, rief ihr Mann lauter. Gibt’s heute was zu essen oder wieder das ewige ‘gleich-gleich’?

Sie legte das Handy neben die Packung Buchweizen und ging zum Herd. Das Wasser kochte schon heftig, der Deckel tanzte. Sie schaltete runter, gab das Korn hinzu, rührte um, damit nichts klebte. Das Ganze lief wie von selbst; die Hände wussten besser als der Kopf, was sie tun sollte.

Aber in ihrem Inneren hallte die fremde Stimme nach. Heute. Er schon wieder. Und dieses Ich schaffe das nicht allein, das klang wie jemand, der sich an einen Tischrand klammert.

Sie ging zurück, spielte die Nachricht nochmal ab. Sie hielt das Handy am Ohr, damit ihr Mann nichts hörte. Die Worte waren simpel, ohne Details, aber in ihnen steckte eine solche Bitte um Rettung, dass ihr der Hals zu ging.

Sie drückte löschen, der Finger zitterte. Am Display erschien: Nachricht löschen? Ja/Nein. Sie klickte Ja, und die Benachrichtigung verschwand.

Nach einer Minute öffnete sie nochmal die Mailbox. Die Nachricht war noch immer da.

Sie zog die Augenbrauen zusammen. Offensichtlich nicht bestätigt. Sie drückte nochmal. Ja. Der Bildschirm flackerte, die Aufnahme war weg. Sie atmete auf.

Was fummelt du ständig am Handy?, fragte ihr Mann, der in die Küche kam und die Hände am Geschirrtuch abwischte. Immer diese Nachrichten. Immer will irgendwer was von dir.

Sie hob den Deckel vom Topf, um sich mit Dampf und Bewegung zu beschäftigen.

Falsche Nummer, sagte sie. War nichts.

Na dann, meinte er und setzte sich an den Tisch. Kommt heute Sven vorbei?

Er hats angekündigt. Und Anne vielleicht, wenn sie nach der Arbeit noch can.

Ihr Mann nickte, als sei es sein Beschluss. Sie stellte die Salatschüssel hin, schnitt Brot. Das Handy lag daneben, der Bildschirm dunkel. Sie zwang sich, nicht hinzuschauen.

Während sie aßen, piepte das Handy erneut. 1 neue Nachricht.

Mit der Gabel in der Hand erstarrte sie. Ihr Mann hörte es auch.

Mensch, jetzt reicht’s. Mach das aus, sagte er.

Sie hob das Handy. Es war die gleiche Nachricht. Die gleiche Nummer. Die gleiche Aufnahme, als ob sie gelöscht nie wurde. Sie spürte einen kalten Schauer, nicht mystisch, sondern alltäglich: Technik, die nicht gehorcht, macht wütend und hilflos.

Wahrscheinlich spinnt das Netz, sagte sie und ging ins Wohnzimmer, die Tür zu.

Im Schlafzimmer war es ruhig. Auf dem Nachttisch lagen ihre Brille, Handcreme, ein Stapel Rechnungen. Sie setzte sich aufs Bett und spielte die Nachricht ab. Die Worte trafen sie direkt.

Ich brauche, dass du heute kommst. Er schon wieder…

Sie stellte sich die Frau vor, die das sagte. Nicht ein junges Mädchen, sondern eine Erwachsene, erschöpft. Mit Kind oder ohne, egal. Hauptsache sie bittet, weil sonst niemand da ist.

Sie drückte nochmal löschen. Bestätigte. Schaute. Nachricht weg.

Sie zitterte nicht aus Angst, sondern weil sie plötzlich begriff: Sie hört das nicht aus Neugier. Sie hört, weil sie sich wünscht, dass jemand ihr genauso sagt: Komm, ich schaffe das nicht allein. Oder dass sie selbst das mal sagen kann. Aber sie sagte immer etwas anderes.

Sie ging zurück in die Küche. Ihr Mann hatte schon den Fernseher angemacht, der Ton viel zu laut. Er schaute Nachrichten, aber sah offenbar nichts.

Was ist denn los mit dir?, fragte er, ohne wegzusehen.

Alles gut, antwortete sie.

Dieses Alles gut war ihr Universalwort. Damit konnte sie alles abdecken: Müdigkeit, Kränkung, Angst, Wut. Es war wie ein Deckel auf dem Topf.

Nachts wurde sie wach, weil ihr Mann sich drehte und ihren Ellenbogen berührte. Sie lag da, hörte seinen Atem und dachte an die fremde Stimme. Das Handy lag auf dem Nachttisch, am Ladekabel. Sie griff es, zog den Stecker, damit nichts klackerte, und öffnete die Mailbox.

Die Nachricht war wieder da.

Sie setzte sich, die Füße auf den Boden, die Finger kalt. Sie spielte die Aufnahme ganz leise ab. Die Worte klangen wie Flüstern im Dunkeln.

Wenn du nicht kommst, ich… echt, ich weiß nicht, was passiert.

Sie machte es aus und saß lange mit dunklem Display. Dann wählte sie die Nummer, legte aber gleich auf. Das Herz raste, als ob sie gleich etwas verbotenes tun würde.

Sie legte sich zurück, aber Schlaf kam nicht.

Am Morgen stand sie früher auf als ihr Mann. Sie stellte den Wasserkocher an, holte Quark aus dem Kühlschrank, schnitt einen Apfel. Auf dem Tisch lag die Einkaufsliste, die sie selbst geschrieben hatte: Milch, Brot, Hähnchen, Waschmittel. Sie sah darauf und plötzlich empfand sie fast körperlichen Groll. Als wäre diese Liste nicht für Lebensmittel, sondern für ihr Leben: alles abgehakt, alles für andere.

Ihre Mutter rief um neun an.

Du hast mich gestern nicht zurückgerufen, sagte sie ohne Begrüßung. Ich hab gewartet.

Sie klemmte das Handy zwischen Schulter und Ohr, putzte dabei den Tisch.

Ich war beschäftigt.

Beschäftigt, pff. Und ich bin nicht beschäftigt? Ich muss zur Praxis, einen Termin holen. Kannst du mitkommen? Da ist die Schlange, ich pack das allein nicht.

Sie wollte gerade Natürlich sagen, da hörte sie im Kopf das andere: Ich brauche, dass du heute kommst. Und wie dieses brauche klingt, wenn man ehrlich nicht mehr kann.

Die Mutter sprach weiter:

Und das Waschbecken tropft. Sag deinem Mann, er soll kurz vorbeikommen. Er ist doch eh zu Hause.

Er war nicht eh zu Hause er arbeitete, aber die letzten Monate kam er öfter früher heim, gereizt, weil er sich übergangen fühlte. Er mochte nicht, wenn man ihn bat. Er mochte es geschätzt zu werden. Und die Mutter konnte bitten, dass es wie Befehl klang.

Sie schloss die Augen.

Mama, ich kann heute nicht, sagte sie.

Stille am anderen Ende.

Wie meinst du ‘kannst nicht’? Willst du etwa arbeiten gehen? Es ist doch dein freier Tag.

Sie spürte das gewohnte Schuldgefühl aufsteigen. Ihr wurde beigebracht: Wenn du helfen kannst, musst du. Wenn nicht, bist du schlecht.

Ich habe heute daheim was zu tun, sagte sie und glaubte selbst nicht daran.

Was zu tun? Spinnst du? Ich habe dir immer geholfen und du…

Sie hätte sich rechtfertigen können. Sie hätte sagen können, dass sie nachmittags kommt. Sie hätte ihren Mann bitten können. Sie hätte es allen passend machen können.

Aber sie war einfach müde davon, dass ihr Leben immer um die Müssen der anderen gebaut wurde.

Ich ruf später zurück, sagte sie und legte auf.

Ihre Hände zitterten. Sie legte das Handy auf den Tisch und schaute so darauf, als könnte es sie beißen.

Eine halbe Stunde später kam die Nachricht von Anne: Mama, kann ich heute nicht kommen? Arbeit türmt sich. Sie las und spürte Erleichterung und dann gleich Scham für dieses Gefühl.

Sven schrieb: Komm heut Abend vorbei, muss was besprechen. Sofort verspannte sie sich. Besprechen hieß bei Sven meist Geld oder Hilfe.

Sie ging zum Supermarkt. Draußen war es grau, Leute hasteten in Gedanken vorbei. Sie trug ihre Tasche, drin Milch und Hähnchen, und dachte an die fremde Frau, die bat, vorbeizukommen. Und wohin würde sie selbst fahren, wenn sie sich traute, jemanden um Hilfe zu bitten?

Daheim saß ihr Mann am Computer. Er schaute hoch.

Du bist früh. Mutter hat übrigens bei mir angerufen. Meinte, du bist unverschämt zu ihr.

Sie stellte die Einkaufstasche ab, zog die Jacke aus.

Ich sagte, ich kann heute nicht.

Du kannst echt nicht? Du bist doch daheim. War doch nicht die Welt.

Sie räumte Milch in den Kühlschrank, Hähnchen ins Eisfach, Brot in die Box. Die Bewegungen waren präzise, wie jemand, der festhält, damit er nicht zerbricht.

Ist eben nicht nichts, sagte sie leise.

Was ist nicht nichts?

Sie schloss die Kühlschranktür, das Schloss machte klick.

Es ist nicht nichts, ständig für alle verfügbar zu sein.

Ihr Mann lehnte sich zurück.

Jetzt geht das wieder los. Du machst alles selbst, und dann bist du beleidigt.

Sie fühlte, wie alte, müde Wut aufstieg, nicht grell, sondern erschöpft.

Ich machs, weil wenn nicht ich, wer dann? Du? Die Kinder? Mama?

Jetzt, das ist eine Zumutung. Immer gleich Vorwürfe.

Sie hätte noch mehr sagen können, ließ es aber. Sie wusste: Wenn sie jetzt weiterredete, würde sie schreien, und schreien war ihr zuwider. Sie ging ins Wohnzimmer, schloss die Tür und setzte sich aufs Sofa.

Das Handy lag in der Tasche. Sie holte es heraus, öffnete die Mailbox. Die Nachricht war noch da. Sie hörte die fremden Worte als eine Art geheime Rechtfertigung für ihre eigene Gereiztheit.

Sie machte aus und legte das Handy beiseite. Dann ging sie in die Küche, um sich zu beschäftigen. Schnitt Gemüse, schaltete den Backofen an, holte das Fleisch. Alles wie gewohnt, das war Sicherheit.

Am Abend kam Sven. Er zog die Schuhe aus, ging in die Küche, gab ihr einen Kuss auf die Wange.

Hi. Riecht gut.

Sie lächelte mechanisch.

Setz dich.

Ihr Mann kam in die Küche und setzte sich. Sven legte sein Handy auf den Tisch.

Mama, hör zu, begann er nach dem Essen. Ich bräuchte… also, könnt ihr ein bisschen helfen? Ich schaue mir eine Wohnung an. Die Anzahlung. Ich weiß, es ist viel, aber…

Sie sah Sven an und merkte: Er ist erwachsen, sicher, hat gelernt, dass seine Eltern immer absichern. Er ist kein schlechter Mensch, er ist nur in einer Familie groß geworden, wo Mama immer na gut sagt.

Wie viel?, fragte ihr Mann.

Sven nannte den Betrag. In ihr zog sich alles zusammen. Es war nicht nur eine Zahl. Es waren ihre Ersparnisse, für Reparatur, für neue Zähne, für den Traum, einmal zusammen nach Italien zu fahren. Es war das, was sie hielt, als Garantie, dass ihr Leben nicht nur für andere da ist.

Wir überlegen, sagte ihr Mann.

Sven blickte sie an.

Mama, du verstehst doch, das ist eine Gelegenheit. Die Preise steigen.

Sie verstand. Und sie verstand noch etwas: Wenn sie alles weggibt, bleibt nichts übrig. Ihr Mann würde dann wieder maulen, dass kein Geld da ist. Und sie würde wieder bei sich sparen, damit die anderen genug haben.

Sie spürte den Kloß im Hals.

Ich möchte nicht all unsere Ersparnisse weggeben, sagte sie.

Sven blinzelte.

Wie meinst du?, er blickte zum Vater. Papa?

Ihr Mann runzelte die Stirn.

Was hast du denn? Wir haben doch immer geholfen.

Wir haben geholfen, sagte sie ruhig. Aber ich bin müde davon, dass wir keine eigenen Pläne haben. Ich bin müde, dass ich immer zustimmen soll.

Sven lehnte sich zurück.

Mama, das ist Ernst. Ich will keine Party ich will eine Wohnung.

Ich weiß, sagte sie. Und ich freue mich, dass du das willst. Aber ich will auch was. Ich will, dass wir Geld für unsere Gesundheit, für Reparaturen, für ein eigenes Leben haben. Ich will, dass man mich fragt und nicht einfach erwartet.

Ihr Mann stand auf.

Was ist mit dir? Willst du bei Sven jetzt Theater machen?

Sie spürte, wie sie rot wurde. Sven sah sie an wie jemand, der einen unausgesprochenen Vertrag gebrochen hat.

Ich mache kein Theater, sagte sie. Ich sage einfach, was ich denke.

Zu spät, warf ihr Mann hin. Das hättest du früher machen sollen.

Das tat weh, weil darin Wahrheit und Spott lagen. Sie hatte jahrelang geschwiegen. Und jetzt, wo sie den Mund aufmachte, wurde sie dafür bestraft.

Sven stand auf.

Okay, sagte er, zog die Jacke an. Habs kapiert. Lass mal. Danke.

Er ging, schlug die Tür nicht laut, aber die Garderobe wackelte. Ihr Mann blieb schwer atmend stehen.

Na, zufrieden? fragte er.

Sie antwortete nicht. Sie ging ins Schlafzimmer, schloss die Tür und setzte sich aufs Bett. Die Stille war dicht, aber nicht schlimm eher ungewohnt.

Das Handy lag auf dem Nachttisch. Sie spielte die Nachricht ab. Die Worte klangen wie Vorwurf.

Wenn du nicht kommst…

Sie machte aus. Es wurde ihr klar: Sie nutzt die fremde Bitte als Rechtfertigung für den eigenen Mut. Ohne sie hätte sie sich nicht getraut, nein zu sagen.

Sie ging in die Küche. Ihr Mann saß da, starrte auf den Tisch. Vor ihm die Tasse mit kaltem Tee.

Ich will keinen Krieg mit dir, sagte sie.

Er hob den Blick.

Dann warum das alles?

Sie setzte sich ihm gegenüber, Hände auf den Tisch, damit er sie nicht übersah.

Weil ich nicht mehr schweigen kann, sagte sie. Ich bin müde davon, immer alles auszugleichen. Müde davon, dass du so mit mir redest, als wäre ich verpflichtet. Und müde, dass Zeit und Geld immer für alle, nur nie für uns sind.

Er schwieg. Sie sah, wie die Kiefer zuckte.

Meinst du, mir ist alles leicht?, sagte er irgendwann. Ich bin auch müde. Ich auch…

Ich weiß, unterbrach sie sanft. Aber du gehst davon aus, ich halte das aus. Ich bin nicht aus Eisen.

Er wandte sich ab.

Und, was willst du dann?, fragte er leiser.

Sie wusste kein Allheilmittel. Aber sie wusste, dass sie nicht zurück will.

Ich will, dass wir gemeinsam entscheiden, sagte sie. Und dass du mein ‘Nein’ ernst nimmst. Nicht als Laune als Grenze.

Er schwieg lange, dann nickte er, ohne sie anzugucken.

Na gut, sagte er. Versuchen wirs.

Dieses na gut war kein Versprechen, aber es klang nicht nach dem üblichen Spott. Sie merkte, wie innen ein bisschen Druck nachließ.

Nachts schlief sie wieder schlecht. Die Gesichter von Sven, ihrem Mann, ihrer Mutter. Und die fremde Stimme, die noch im Handy wohnte.

Am Morgen wählte sie die Nummer der Nachricht. Diesmal legte sie nicht auf.

Lange klingelte es. Dann ging ein Mann ran.

Hallo?

Sie erstarrte. Das Herz sackte.

Entschuldigen Sie, sagte sie, ich habe eine Sprachnachricht von dieser Nummer erhalten. Vielleicht haben Sie sich vertan. Da hat eine Frau um Hilfe gebeten.

Stille.

Das war nicht für Sie, sagte der Mann schroff. Halten Sie sich raus.

Und legte auf.

Sie saß mit dem Handy in der Hand und zitterte nicht aus Angst um sich, sondern weil sie nichts tun konnte. Sie kannte die Frau nicht.

Sie öffnete die Mailbox. Die Nachricht war noch da. Sie hörte sie ein letztes Mal, ohne sich zu verstecken. Dann drückte sie löschen. Bestätigte. Wartete. Schaute nach. Weg.

Sie legte das Handy auf den Tisch und ging ins Bad. Sie wusch sich mit kaltem Wasser, sah ins Spiegelbild. Das Gesicht müde, aber der Blick klarer.

Sie rief ihre Mutter an.

Mama, sagte sie, als die ran ging. Ich komme heute nicht zur Praxis. Morgen auch nicht. Du musst eine Nachbarin fragen oder dich online anmelden. Ich kann dir zeigen, wie das geht.

Bist du völlig…, begann die Mutter.

Ich kann anders helfen, sagte sie ruhig. Aber ich werde nicht jedes Mal alles stehen und liegen lassen.

Mutter schwieg. Dann sagte sie beleidigt:

Mach wie du willst.

Das mache ich, sagte sie und legte auf.

Eine Stunde später schrieb sie Sven: Lass uns das ruhig besprechen. Wir können dich teilweise unterstützen, aber nicht mit allem, was wir haben. Mir ist wichtig, dass du das verstehst. Sie las es nochmal und schickte es ab.

Ihr Mann kam aus dem Computerzimmer, sah sie an.

Wo gehst du hin?

Zur Bank, sagte sie. Ich möchte ein eigenes Konto eröffnen, für unsere Ausgaben und Rücklagen. Damit alles klar ist, und wir nicht spontan entscheiden.

Er verzog kurz das Gesicht, sagte aber nicht Quatsch. Nur ein Seufzer.

Gut. Sag Bescheid, was wir brauchen.

Sie zog die Jacke an, nahm die Unterlagen, schaute, ob der Herd aus war. Im Flur hielt sie inne, horchte in sich hinein. Es war Unruhe, aber nicht leer.

Die fremde Stimme war weg. Nur ihre eigene blieb sie hatte sie endlich gehört und nicht verdrängt.

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Homy
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