Ich habe meinen Mann an der Universität kennengelernt. Damals waren wir beide 18 Jahre alt und Studenten in München. Mein zukünftiger Mann fiel mir sofort auf er stach durch seine Stärke, seine Klugheit und, am wichtigsten, durch seine Güte heraus. Anfangs waren wir nur Freunde, doch schon bald merkte ich, dass meine Gefühle für ihn weit über eine einfache Freundschaft hinausgingen. Nach ein paar Monaten wurden wir ein Paar. Ich erinnere mich immer noch gerne an diese Zeit zurück, und ich bin überzeugt, dass die Unijahre die schönsten meines Lebens waren.
Ein Jahr später machte mir Matthias einen Heiratsantrag, und wir haben geheiratet. Wir hatten damals nicht viel Geld, also haben wir die Hochzeit nur im engen Familienkreis gefeiert. Das war zwar einfacher, aber trotzdem wunderschön.
Im zweiten Jahr an der Uni fing Matthias an, nebenbei zu arbeiten. Anfangs wohnten wir im Studentenwohnheim, und eine eigene Wohnung war nur ein Traum. Trotzdem waren wir sicher, dass wir diesen Traum irgendwann verwirklichen würden. Nach dem Tod meiner Großmutter habe ich ein kleines Erbe bekommen, und Matthias hatte außerdem etwas gespart. Zusammen reichte das für die Anzahlung auf eine Zwei-Zimmer-Wohnung, da wir planten, unsere Familie bald zu erweitern.
Wir haben zehn Jahre zusammengelebt, doch Kinder hatten wir nie. Vor einigen Jahren bekam Matthias Probleme in der Firma: Das Unternehmen geriet in Schwierigkeiten und der Inhaber machte meinen Mann, der dort als Chef-Buchhalter arbeitete, für die Schulden und illegale Buchführung verantwortlich. Nach einem langwierigen Prozess wurde Matthias völlig zu Unrecht zu vier Jahren Haft verurteilt. Wir haben alles versucht, uns um gute Anwälte bemüht, aber uns blieb keine Möglichkeit. Die Unterlagen waren so abgefasst, dass Matthias schließlich als Schuldiger dastand, obwohl er nur die Anweisungen seines Chefs ausgeführt hatte. Es war eine schwere Zeit, aber ich habe meinen Mann so gut es ging unterstützt. Doch ein Jahr später musste ich feststellen, dass ich selbst Unterstützung brauchte.
Eines Tages stand meine Schwiegermutter vor meiner Tür. Sie sagte mir unmissverständlich, dass ich hier nicht mehr wohnen dürfe. Sie warf mir vor, was mit Matthias passiert war, und behauptete zudem, dass er die Wohnung allein mit seinem Geld gekauft habe und mir keinerlei Rechte zustünden. Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte, so überrascht war ich von der Grausamkeit meiner Schwiegermutter.
Vor dem Gerichtsprozess hatte mein Mann seiner Mutter eine Vollmacht ausgestellt. Mit dieser hat sie dann Kontoauszüge besorgt, die belegen sollten, dass die Zahlungen für die Wohnung ausschließlich vom Konto meines Mannes kamen. Nun meint meine Schwiegermutter, dies reiche für das Gericht, um mir jegliche Ansprüche auf die Wohnung abzusprechen. Ich bin völlig ratlos und weiß nicht, wie ich weitermachen soll.





