Der herzlose Sohn verweigerte seiner Mutter jede Hilfe. Während sie sich auf eine Operation im Krankenhaus vorbereitete, reisten er und seine Frau zum Urlaub nach Bayern.

Clara heiratete mit 20 Jahren, und mit 22 brachte sie ihr erstes und einziges Kind zur Welt. Sie empfand wenig für Kinder. Nach der Geburt ihres Sohnes gaben Clara und ihr Mann den Jungen in die Obhut der Großmutter. Einmal im Monat schickten sie ihr Geld, lebten aber selbst sorgenfrei. Zwei Jahre später mussten sie den Sohn zurückholen, da die Großmutter verstarb. Über die neue Verantwortung war Clara verärgert. Sie brachte ihren Sohn in die Kinderkrippe, um ihn selten zu sehen, später in den Kindergarten. In der Schule wurde der Junge von seinen Mitschülern gehänselt.

Er konnte weder lesen noch schreiben. Die Schule versuchte, die Eltern einzuladen, doch Clara hatte nie Zeit. Eines Tages erschien Claras Ehemann in der Schule. Die Lehrer nutzten die Gelegenheit und berichteten ihm von den Schwierigkeiten des Jungen. Nach dem Elternabend kam er nach Hause und schlug seinen Sohn mit dem Gürtel. Nach dem Schulabschluss schickte Clara ihren Sohn in eine Fabrik zur Arbeit. Dort lernte er seine zukünftige Frau kennen. Das Fabrikmanagement stellte dem jungen Paar eine Wohnung zur Verfügung. Als Clara Enkelkinder bekam, zeigte sie ihnen gegenüber ebenso wenig Interesse.

Nur an Feiertagen überwies sie hin und wieder etwas Geld an die Enkel. Der Tag kam, an dem Clara in Rente ging. Sie wollte eine große Feier organisieren und wandte sich dafür an ihren Sohn. Ich habe dir etwas Geld aufs Konto überwiesen. Geh mit Maria einkaufen, besorge Essen und Schmuck. Wir feiern meinen Ruhestand bei euch. Ja, Mutter. Der Sohn und seine Frau schickten ihre Kinder ins Dorf, damit sie nicht stören, und bereiteten das Fest vor. Als alles fertig war, kam Clara und war zufrieden. Nicht schlecht, jetzt ab in die Küche.

Die Gäste kommen, wir müssen sie begrüßen. Wir setzen uns erst zusammen, wenn die Gäste weg sind. Der Sohn und die Schwiegertochter befolgten Claras Anweisungen und gingen in die Küche. Die Gäste aßen, tranken und feierten bis spät in die Nacht. Nachdem sie gegangen waren, kam Clara in die Küche und sagte: Ein Stück Kuchen ist noch übrig, teilt es euch. Mir geht es nicht gut, wir fahren nun heim, ich kann nicht mehr bleiben. Der Sohn war zutiefst gekränkt. Eine Woche später rief Clara ihn an: Sohn, ich muss ins Krankenhaus zur OP. Bring mir bitte einige Sachen, ich schicke dir eine Liste. Nein, wir fahren mit Maria in den Urlaub, das weißt du. Ruf doch Papa an. Tschüss.

So wurde Clara endlich klar, dass die Welt nicht nur um einen selbst kreisen darf und dass der Wert von Aufmerksamkeit und Fürsorge sich im Leben immer widerspiegelt.

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Homy
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Der herzlose Sohn verweigerte seiner Mutter jede Hilfe. Während sie sich auf eine Operation im Krankenhaus vorbereitete, reisten er und seine Frau zum Urlaub nach Bayern.
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