Ich habe mich von meiner Freundin getrennt, weil sie sich nicht genug um sich selbst kümmert – sie besitzt nicht einmal die üblichen Hygieneartikel.

Ich bin ein Junggeselle, knackige 45 Jahre alt. Früher war ich stolzer Ehemann einer prächtigen Dame, immerhin 15 Jahre lang. Dame triffts gut, denn das Auftreten meiner Frau war eben genau das elegant, anziehend, stets tadellos gepflegt.

Ihr Maniküre war immer perfekt, ein Hauch von Maiglöckchen-Parfum lag in der Luft, die Haut makellos und schimmernd. Ihr Körper? Da muss ich ehrlich sein: Traumhaft, ohne Übertreibung. Mindestens zehn Jahre jünger sah sie aus und dieser Touch Adel, den sie hatte! Ihr Stil? Immer geschmackvoll, nie aus der Mode, und der Gang das war schon fast Kunst. Die Art, wie sie ihre Hüften bewegte, sanft und kontrolliert, das bleibt mir wohl für immer im Kopf.

Worauf will ich überhaupt hinaus? Während unserer Ehe gewöhnte ich mich an diese Art Frau stolze, aristokratische Löwinnen. Richtig so. Am Ende trennten wir uns, Charakterunterschiede eben. Man macht nichts, es kommt vor. Nach der Scheidung dann: keine ernsthaften Beziehungen. Ich traf verschiedene Damen in Hotels und Mietwohnungen, alles rein zum Wohlbefinden, wie man hier sagt. Ich wollte mich einfach nicht wieder festlegen, aus Angst, am Ende sitze ich nach Jahren alleine da.

Aber das Schicksal hat ja immer ein paar Überraschungen parat, oder? Und meine war die Gabriele. Beziehungspläne? Fehlanzeige! Und plötzlich war sie da im Museum, bei einer Kunstausstellung. Klar, sie war nicht die exakte Kopie meiner Ex-Gattin, aber sie hatte dieses gewisse Etwas. Ein Touch Noblesse, gepaart mit einer ironischen und klugen Persönlichkeit. Sie war die Sorte Frau, die nicht nur durch das Äußere punkten kann, sondern auch mit Geist. Und ganz ehrlich: Intelligenz bei Frauen ist sowieso die größte Versuchung.

Wir gingen also ein paar Monate aus sie kam meist zu mir. Irgendwann stand ein Treffen bei ihr an. Ich wollte nichts dem Zufall überlassen: Ihre Lieblingsblumen Calla in der Hand, eine Flasche feinen Riesling, dazu Kerzen, das volle Programm. Ich betrat ihre Wohnung, sah mich um alles stilvoll, schön. Und dann musste ich schnell ins Bad. Da traf mich der Schlag.

Im Badezimmer fehlte alles, was ich erwartet hatte. Keine Dutzenden Cremetiegel, keine Fläschchen mit teurem Parfüm, keine Auswahl an Shampoos. Einfach nur eine billige Duschgel-Flasche und Shampoo vom Discounter. Das wars. So eine Frau kümmert sich doch nicht richtig um sich selbst, oder? Wer viele Pflegeprodukte benutzt, liebt sich zumindest reden wir uns das gerne ein.

Da kam mir der Gedanke: Gabriele war wohl nicht die Richtige für mich. Ich ging einfach. Ja, mittlerweile ist mir klar: Diese stolze Löwin wie meine Ex-Frau findet man selten. Dann bleib ich lieber allein was solls? So ist das Leben.

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Homy
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