Nun ja, er ist hässlich und unnötig. Also habe ich ihn weggeworfen. Das Herz der Mutter blieb beinahe stehen. Der Vater ging nach draußen, um das Kind zu suchen.

Es war einmal eine alte Frau namens Gertrud Weber, die beschloss, etwas Gutes zu tun. Sie sammelte alle Dinge, die sie nicht mehr brauchte schöne Blusen, Kleider, Hüte und Röcke alles, was nur im Haus herumlag und ihr keine Ruhe ließ. All diese Sachen nahmen einfach Platz weg. Da dachte Gertrud: Ich bringe alles zur Kirche. Vielleicht gibt es jemanden, der das gebrauchen kann, vielleicht Obdachlose oder Geflüchtete.
Sie packte alles sorgfältig in eine große Stofftasche und stellte sie in die Ecke. Morgen bringe ich das rüber, dachte sie und legte sich schlafen.
Doch in dieser Nacht hatte Gertrud einen merkwürdigen Traum.
Es fühlte sich an, als würde ihre Seele den Körper verlassen. Sie schwebte im eigenen Wohnzimmer und beobachtete sich aus der Höhe. Alles war hell, durchdrungen von Licht, und dennoch war sie immer noch in ihrer bekannten Umgebung. Ihre Seele war voller Glück.
Gertrud stand mitten im Raum, die gepackte Tasche fest umklammert. Plötzlich trat ein kleines Mädchen vor sie blond, mit Sommersprossen und großen blauen Augen.
Was ist in Ihrer Tasche, Oma?
Gertrud lächelte und antwortete: Ich habe ein paar Sachen gesammelt, die ich nicht mehr brauche. Sie liegen hier nur herum. Ich möchte sie Menschen geben, die sie wirklich brauchen. Morgen bringe ich sie in die Kirche.
Das Mädchen nickte anerkennend, runzelte aber die Stirn: Die Tasche sieht aber schmutzig aus. Waschen Sie sie vorher, ja?
Gertrud kicherte: Natürlich, das mache ich.
Vergessen Sie es nicht!, rief das Mädchen, lächelte schelmisch und verschwand.
Gertrud fuhr schweißgebadet aus dem Schlaf hoch. War das ein Engel gewesen? Sie schaute zur Tasche, lachte leise über sich und begann, alles herauszunehmen. Wenn die Tasche sauber sein muss, dann wird sie eben gewaschen.
Das klingt vielleicht lächerlich. Und ihr könnt sagen, die alte Dame sei abergläubisch doch ich widerspreche. Ich habe das gleiche gedacht, bis das Wunder geschah, von dem ich euch erzählen möchte.
In einer Familie im selben Haus wurde ein Junge geboren das zweite Kind der Familie Schneider. Die Eltern waren voller Freude und luden viele Gäste ein, um die Geburt zu feiern. Alle kamen, brachten Geschenke und sprachen Glückwünsche aus. Doch niemand drückte das Kind oder lobte seine Schönheit. Die Eltern galten als abergläubisch: Nicht zu sehr loben, das bringt Unglück!
Also taten die Gäste, als sei der kleine Junge gar nicht so hübsch und murmelten: Ach, was für ein armseliges Kind, Gott bewahre! So ein hässlicher Kerl! Den will ich mir nicht weiter anschauen…
Einer nach dem anderen wiederholte dieselben Worte, winkte ab und wandte sich ab. Die Eltern atmeten erleichtert auf und führten die Gesellschaft ins Nebenzimmer.
Der ältere Sohn, Emil, hatte jedes Wort gehört. Er sah, wie unzufrieden die anderen mit seinem kleinen Bruder waren. Und er fasste einen Entschluss: Wenn der Kleine so schlimm ist, warum braucht man ihn überhaupt?
Gedankenlos griff Emil nach dem Baby, lief hinaus auf den Balkon im dritten Stock, schaute kurz über das Geländer und warf den Bruder hinunter, als wäre es ein altes Spielzeug.
Mir stockte der Atem, als ich davon hörte. Es hätte eine Katastrophe werden können hätte der Himmel nicht einen Engel geschickt, der schützend eingriff.
Denn die alte Gertrud Weber, die am Abend die Tasche gewaschen hatte, wohnte genau ein Stockwerk tiefer. Gerade hatte sie die frisch gewaschene Tasche aus dem Fenster zum Trocknen an die Wäscheleine gehängt.
Und genau in diesem Moment fiel das Kind von oben und plumpste direkt in die weiche, dampfende Stofftasche, die draußen hing!
Erst spät merkten die Schneiders, dass es im Kinderzimmer zu still geworden war. Als sie nachschauten, war der Kleine verschwunden und Emil stand auf dem Balkon. Auf Nachfrage gestand Emil mit schiefer Miene: Er war doch hässlich. Niemand will ihn. Also habe ich ihn einfach rausgeworfen.
Der Mutter blieb fast das Herz stehen, während der Vater zur Haustür stürzte und hinauslief. Und tatsächlich das Baby lag unversehrt in der Tasche, vor Gertruds erstaunten Augen.
Was für ein Wunder!, weinten die Eltern und drückten das Kind fest an sich.
Und wem dankten sie am Ende? Natürlich, der lieben Oma Gertrud. Kein einziges Wort wurde über Gott verloren. Außer von Gertrud selbst, die genau wusste, dass solche Wunder niemals einfach so geschehen. Hätte sie auf den Traum nicht gehört, hätte sie die Tasche nicht frisch aufgehängt wer weiß…
Warum glauben alle immer, dass es nur Glück war? Niemand bedankt sich wirklich beim Herrgott.
Ich habe lange darüber nachgedacht. Es gibt viele Erklärungen. Aber ich glaube nicht an Zufall. Für mich sind solche Wunder nur mit Gottes Hilfe möglich und dafür danke ich Ihm von Herzen. Denn welches echte Wunder geschieht schon ohne Seine Hand?

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Homy
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