Neulich verließ meine Mutter das Haus wie jeden anderen Tag. Am Morgen hatte sie mir geschrieben und gefragt, ob ich bereits gefrühstückt hatte. Ich antwortete ihr: „Ja, wir sprechen später,“ und arbeitete weiter. Es war nichts Besonderes.

Neulich verließ meine Mutter das Haus wie jeden anderen Tag. Am Morgen schrieb sie mir eine Nachricht und fragte, ob ich schon gefrühstückt hätte. Ich antwortete ihr Ja, wir sprechen später und widmete mich wieder meiner Arbeit. Sie war nicht krank, nicht im Krankenhaus, es gab keine Sorgen, keinen Abschied. Nur ein ganz gewöhnlicher Tag. So einer, von denen man denkt, sie ändern nichts.
Um 16 Uhr bekam ich einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Es war unsere Nachbarin. Sie sagte: Deine Mutter hatte einen Unfall. Ich fragte sofort, wo sie sei, und sie nannte mir die Klinik in München. Ich machte mich sofort auf den Weg. Dort sagten sie mir, dass meine Mutter auf der Straße gestürzt war, sich den Kopf angeschlagen hatte und nichts mehr getan werden konnte. So ohne Drama, ohne letzte Worte.
Es gab keine letzten Sätze. Keine Umarmung. Keine Zeit, etwas zu sagen. Ich stand da und blickte auf eine weiße Wand, während mir Formulare, Unterschriften, Abläufe erklärt wurden. Mit zitternder Stimme rief ich meine Brüder an und sprach den schwersten Satz meines Lebens: Mama ist gestorben.
Der richtige Schlag kam nicht in der Klinik. Es war vielmehr, als ich allein ihre Wohnung betrat, um ihre Sachen abzuholen. Ich öffnete den Schrank und fand dort noch Kleidung, die zum Waschen bereitlag. Ihre Sandalen standen neben der Haustür, ihre Geldbörse hing über dem Stuhl, die Einkäufe waren nur halb eingeräumt. Alles war stehengeblieben im Moment, in dem das Leben geendet hatte.
Ich nahm eine ihrer Blusen, um sie in die Tasche zu packen, und roch ihren Seifenduft. Ich blieb so stehen, mit dem Kleidungsstück in den Händen, unfähig, mich zu bewegen. Ich setzte mich aufs Bett und starrte lange auf den Boden. Ich empfand Wut.
Dann kamen diese kleinen Dinge, die am meisten schmerzen: automatisch ihre Nummer wählen und dann daran denken, dass sie nicht mehr existiert; von der Arbeit heimkommen und niemand fragt, ob ich gut angekommen bin; am Haus vorbeigehen und ein nicht-eintreten. Niemand bereitet einen auf diese Stille vor.
Alle sagen: Es war ihre Zeit; Gott weiß, warum er das tut; Jetzt ruhen sie sich aus. Aber ich spüre keinen Frieden. Ich spüre nur die Leere. Ich spüre, dass sie an einem zufälligen Tag ging, ohne Erlaubnis, ohne Warnung, ohne Zeit, mein Herz zu trösten.
Und das tut am meisten weh: Es war kein Abschied. Es war ein abruptes, trockenes Ende.

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Homy
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Neulich verließ meine Mutter das Haus wie jeden anderen Tag. Am Morgen hatte sie mir geschrieben und gefragt, ob ich bereits gefrühstückt hatte. Ich antwortete ihr: „Ja, wir sprechen später,“ und arbeitete weiter. Es war nichts Besonderes.
Es war der letzte Schultag: Der Duft von Winterferien, Tannengrün und Mandarinen lag in der Luft – und als ich nach Hause kam, wartete eine Überraschung am Fenster, die alles veränderte.