Als ich Hermann Rogge aus dem Krankenhaus nach Hause brachte, meinte die Hebamme zu meiner Mutter: Was für ein großer Kerl. Aus dem wird mal ein wahrer Hüne. Meine Mutter sagte nichts. Sie schaute das Bündel in ihren Armen an, als hätte sie ein fremdes Kind vor sich, nicht ihren eigenen Sohn.
Ein Hüne ist aus Hermann nie geworden. Er wurde vielmehr der Überflüssige. Einer von denen, die zwar geboren werden, aber für die sich niemand recht zuständig fühlt.
Dein komisches Kind sitzt schon wieder alleine im Sandkasten, alle anderen hast du vertrieben!, rief Frau Liebhardt, unsere Nachbarschaftsbeauftragte und das Sprachrohr aller Hausbewohner, vom zweiten Stock herunter.
Meine Mutter, eine müde Frau mit mattem Blick, konterte erschöpft: Dann schau doch weg, wenn es dir nicht passt. Er tut doch niemandem was.
Tatsächlich tat Hermann niemandem etwas. Mit seinen langen Armen, die traurig an seinem massigen Körper herunterhingen, saß er meist still mit gesenktem Kopf da. Mit fünf sprach er kein Wort. Mit sieben stieß er nur Laute aus. Erst mit zehn begann er zu reden, doch so krächzend und abgebrochen, dass es besser gewesen wäre, er hätte weiter geschwiegen.
In der Schule saß er ganz hinten. Die Lehrerinnen schauten auf seinen leeren Blick und seufzten.
Rogge, hörst du überhaupt zu?, fragte Frau Mathe, während sie mit der Kreide auf die Tafel tippte.
Hermann nickte. Er hörte wohl, aber er sah keinen Sinn darin zu antworten. Warum sollte er? Eine Drei, damit die Statistik stimmt, würde er sowieso bekommen, und dann ließ man ihn wieder in Ruhe.
Die Jungs aus der Klasse verprügelten ihn nicht zu groß war die Angst vor seinem massigen Körper. Aber Freunde hatte er auch nicht. Man machte einen Bogen um ihn, wie um eine zu große Pfütze auf dem Schulweg.
Zuhause war es auch nicht besser. Ein neuer Stiefvater stand plötzlich in der Tür, als Hermann zwölf wurde, und machte gleich klar: Sobald ich von der Arbeit komme, will ich ihn nicht sehen. Frisst nur und bringt nichts.
Hermann verschwand dann einfach. Streifte über Baustellen, saß stundenlang in Kelleranlagen. Er lernte, unsichtbar zu sein sein einziges Talent. Er verschmolz mit den grauen Wänden, mit dem Beton, mit dem Staub am Boden.
An dem Abend, der alles veränderte, nieselte es und war eklig kalt. Hermann war fünfzehn und saß auf der Treppe zwischen dem fünften und sechsten Stock im Mietshaus. Nach Hause konnte er nicht, weil der Stiefvater Gäste hatte also Lärm und Qualm und vielleicht auch wieder eine schwere Ohrfeige.
Die Tür zur Wohnung gegenüber quietschte. Hermann drückte sich tiefer in die Ecke, wollte am liebsten unsichtbar werden.
Frau Thekla Ilsner trat heraus. Eine alleinstehende Frau, locker über sechzig, die aber aufrecht durchs Leben ging, als wäre sie erst vierzig. Im Innenhof galt sie als sonderbar. Nie sah man sie Klatschgeschichten austauschen oder über die Preise beim Metzger debattieren immer hielt sie den Rücken gerade.
Sie sah ihn an. Nicht mitleidig, nicht abfällig, sondern forschend. Wie jemand, der ein kaputtes Gerät prüft und überlegt, ob und wie es zu reparieren wäre.
Was sitzt du hier rum?, fragte sie mit tiefer Stimme.
Hermann schniefte.
Einfach so.
Katzen kriegen einfach so Junge, konterte sie. Hast du Hunger?
Hermann hatte immer Hunger. Der wachsende Körper verlangte nach Futter, und der heimische Kühlschrank war meist leer.
Na, wie? Ich frage nicht zweimal.
Er stand schüchtern auf, streckte sich und folgte ihr.
Bei Frau Ilsner war es anders als in anderen Wohnungen. Überall Bücher: auf Regalen, am Boden, auf Stühlen. Ein feiner Duft nach Papier und nach etwas Herzhaftem lag in der Luft.
Setz dich, bedeutete sie ihm. Aber wasch erst die Hände. Da drüben mit Kernseife.
Gehorsam wusch Hermann seine Hände. Sie stellte ihm einen Teller mit Kartoffeln und kräftigem Gulasch vor die Nase. Echten Gulasch mit viel Fleisch er konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal richtig Fleisch gegessen hatte, nicht nur Würstchen oder Wurst.
Er schlang die Portion fast ohne Kauen herunter. Frau Ilsner saß gegenüber, stützte das Kinn auf die Hand und schaute zu.
Weshalb die Eile? Es nimmt dir keiner den Teller weg. Und kauen solltest du auch, dein Magen wirds dir danken.
Langsamer jetzt, brummelte er Danke und wischte sich den Mund mit dem Ärmel ab.
Nicht mit dem Ärmel! Wozu gibt es denn Servietten? Sie reichte ihm eine. Sag mal, du bist ja richtig wild. Wo ist eigentlich deine Mutter?
Zuhause. Beim Stiefvater.
Aha. Überflüssig in der Familie, was?
Das sagte sie so sachlich, dass es ihn nicht einmal verletzte. Es klang wie Heute regnet es oder Das Brot ist schon wieder teuer.
Hör mal, Rogge, sagte sie mit plötzlicher Strenge. Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder du lässt dich treiben und gehst vor die Hunde, oder du reißt dich zusammen. Kraft hast du das sehe ich. Nur im Kopf da weht der Wind.
Ich bin halt dumm, sagte Hermann ebenso ehrlich. Sagen die Lehrer.
Blödsinn. In der Schule ists nur für Mittelfeldgehirne. Du bist nicht durchschnittlich. Du bist anders. Was kannst du mit deinen Händen?
Hermann betrachtete seine breiten, von rauer Haut gezeichneten Hände.
Weiß nicht.
Finden wirs raus. Komm morgen, reparierst mir den Wasserhahn. Der tropft zu stark, und einen Handwerker braucht man nicht zu rufen die sind viel zu teuer. Werkzeuge gebe ich dir.
Seit diesem Tag war Hermann fast jeden Abend bei Frau Ilsner. Erst reparierte er den Wasserhahn, dann Steckdosen, dann Türschlösser. Es stellte sich heraus, dass er ein echtes Händchen für so etwas hatte. Er konnte Mechanik fühlen, begreifen nicht mit Wissen, sondern mit tierischer Intuition.
Frau Ilsner war nicht zärtlich. Sie unterrichtete streng, fordernd.
So hältst du keinen Schraubendreher! Was ist das, ein Suppenlöffel? Mehr Kraft in die Hand!, und sie schlug ihm mit einem hölzernen Lineal auf die Finger. Das tat nicht wenig weh.
Sie gab ihm Bücher. Keine Schulbücher, sondern richtige Lebensgeschichten. Über Menschen, die sich durchkämpften. Über Forscher, Erfinder, Entdecker.
Lesen! Sonst verrostet dein Kopf. Du meinst, du bist der Einzige? Millionen gabs wie dich, und viele sind rausgekommen. Wieso solltest du es nicht schaffen?
Mit der Zeit erzählte sie ihm ihre Geschichte. Ihr Leben lang war sie Ingenieurin in einem Maschinenbauwerk gewesen. Ihr Mann starb früh, Kinder hatte sie nie. Das Werk wurde in den Neunzigern dichtgemacht, sie jonglierte mit ihrer Rente und gelegentlichen technischen Übersetzungen. Bitter wurde sie nie, verbittert schon gar nicht. Sie lebte einfach aufrecht, konsequent, einsam.
Ich habe niemanden, sagte sie einmal. Und du hast auch niemanden. Aber das ist kein Ende. Das ist ein Anfang. Verstehst du?
Hermann nickte, obwohl er nicht ganz verstand.
Mit achtzehn kam die Wehrpflicht. Sie bat ihn an den Tisch, groß aufgedeckt mit frischen Kuchen und Marmelade.
Hör zu, Hermann, nannte sie ihn zum ersten Mal beim vollen Namen. Du darfst nicht zurück hierher. Hier gibt es nichts für dich. Nach der Bundeswehr findest du dir einen neuen Platz geh nach Norden, auf die Baustellen, auf Montage, wohin du willst. Aber diese Ecke meide sie. Noch Fragen?
Nein, brachte Hermann leise heraus.
Sie reichte ihm einen Umschlag. Hier sind dreitausend Euro. Alles, was ich gespart habe. Das reicht, wenn du sparsam bist. Und vergiss nicht: Du musst niemandem gerecht werden, nur dir selbst. Werde ein Mensch, Hermann. Nicht für mich. Für dich.
Er wollte ablehnen, die letzten Ersparnisse nicht anrühren. Aber in ihren strengen, erwartungsvollen Augen erkannte er, dass es kein Zurück gab. Ihr letzter Unterricht. Ihr letzter Befehl.
Er ging.
Und kam nie zurück.
Zwanzig Jahre vergingen.
Das Wohngebiet hatte sich verändert. Die alten Kastanien waren gefällt, stattdessen lag nun alles unter Asphalt und Parkplätzen. Die Bänke am Eingang aus Metall, unbequem geworden. Das Haus war älter, bröseliger, aber stand immer noch stur wie ein alter Mann, der nicht weiß, wohin.
Vor dem Haus parkte ein schwarzer Geländewagen. Ein großer, massiver. Ein Mann stieg aus hochgewachsen, breitschultrig, im teuren, aber unauffälligen Mantel. Das Gesicht wettergegerbt, die Augen ruhig und selbstbewusst.
Das war Hermann Rogge. Jetzt heißt er Herr Rogge, Chef einer Baufirma im nördlichen Niedersachsen, mit hundertzwanzig Mitarbeitern, drei Großprojekten, und dem Ruf, solide zu bauen.
Er hatte sich auf den Baustellen des Nordens hochgearbeitet. Als Hilfsarbeiter, dann Vorarbeiter, dann Bauleiter. Abends paukte er, holte das Ingenieursdiplom nach. Spart, investierte, riskierte. Zwei mal war er pleite, zwei Mal stand er wieder auf. Die dreitausend Euro von Frau Ilsner hatte er längst zurückgegeben jeden Monat schickte er ihr Geld. Sie schimpfte, drohte, das Geld zurückzuschicken aber es kam an.
Irgendwann kamen die Überweisungen zurück: Empfänger nicht auffindbar.
Hermann starrte auf das Fenster im fünften Stock. Es blieb dunkel.
Im Hof saßen neue Frauen die alten waren schon lange nicht mehr dort.
Entschuldigung, fragte er eine von ihnen. Wissen Sie, wer jetzt in der 45 wohnt? Frau Ilsner?
Die Frauen wurden neugierig ein so maskuliner Mann, solche Autos gabs selten hier.
Ach, wissen Sie, Thekla es steht schlecht um sie. Das Gedächtnis hat ausgesetzt, alles durcheinander. Die Wohnung hat sie wohl irgendwelchen Verwandten überschrieben, die sich irgendwann gemeldet haben. Jetzt lebt sie angeblich auf dem Land, irgendwo bei Isern. Verkaufen die Wohnung schon, habe ich gehört.
In Hermann wurde es eisig. Er kannte solche Methoden nur allzu gut aus dem Norden: Einsame Leute, die irgendeinen Neffen überschreiben, dann aufs Land geholt, im besten Fall nur vergessen.
Wo liegt dieses Isern?
Hinterm Landkreis, etwa vierzig Kilometer. Schlechte Straßen, aber man kommt durch.
Hermann nickte, stieg ins Auto und brauste los.
Isern war ein sterbendes Dorf auf drei Straßen. Die Hälfte der Häuser vernagelt, die Wege von Herbstregen durchweicht. Ein Dutzend Rentner lebte hier noch und ein paar Familien, die nirgends ankamen.
Hermann fand das gesuchte Haus an der Beschreibung der Einheimischen: windschiefes Fachwerk, der Zaun fiel fast um. Hof in tiefem Dreck, Wäsche flatterte am Strick.
Er drückte das Tor auf es quietschte kläglich.
Auf die knarrende Veranda kam ein Mann. Ungerasiert, im ausleierten Unterhemd, die Augen trüb vom Schnaps.
Was willst du, Chef? Verlaufen?
Wo ist Frau Ilsner?, fragte Hermann.
Welche Frau? Hier gibts keine Ilsner. Such woanders.
Hermann blieb gelassen. Er packte wie selbstverständlich den Mann am Kragen, schob ihn sanft aber unaufhaltsam beiseite. Der taumelte zum Geländer.
Im Haus schlug ihm feuchte Luft entgegen Schimmel, Säuerliches. Im ersten Zimmer schmutziges Geschirr, leere Flaschen, Essensreste.
Im zweiten Zimmer dort lag sie. Klein, abgemagert, mit verfilzten grauen Haaren, das Gesicht fahl, dunkle Schatten unter den Augen, die Lippen rissig.
Doch es war Frau Ilsner. Die, die ihm beibrachte, was er kann. Die ihm ihr letztes Geld hinlegte mit den Worten: Werde ein Mensch.
Sie öffnete ihre mattgewordenen Augen.
Wer ist da?, krächzte sie.
Ich bins, Frau Ilsner. Hermann. Rogge. Erinnern Sie sich? Habe Ihnen die Wasserhähne repariert.
Sie sah ihn lang an, blinzelte, als müsste sie das Bild sortieren. Dann schimmerten Tränen in ihren Augenwinkeln.
Hermann Zurückgekommen Groß bist du geworden. Ein richtiger Mensch
Ein Mensch, Frau Ilsner. Wegen Ihnen.
Er wickelte sie in eine Decke federleicht, fast nichts wog sie und hob sie auf den Arm. Aus der Decke stieg der Geruch von Krankheit und feuchtem Haus. Doch darunter roch er immer noch ihren alten Duft: Papier, Kernseife.
Wohin?, fragte sie erschrocken.
Nach Hause. Zu mir. Da ist es warm. Und gibt viele Bücher. Das wird Ihnen gefallen.
Der Mann drängte sich auf dem Weg hinaus in den Weg: Moment, wohin bringen Sie sie? Geben Sie Papiere her! Sie hat mir das Haus überschrieben, ich kümmer mich um sie!
Hermann blieb ruhig.
Meine Anwälte klären das, Polizei und Staatsanwaltschaft ebenso. Und wenn rauskommt, dass sie das alles im Wahn unterschrieben hat, sorge ich dafür, dass Sie die Rechnung bekommen. Verstanden?
Der Mann wich blass zurück.
Es zog sich Monate hin: Gutachten, Gerichtsverfahren, Akten. Nach einem halben Jahr wurde die Schenkung rückgängig gemacht sie hatte damals ihre Entscheidungen nicht mehr verstanden. Der Mann war ein windiger Betrüger, saß schon für ähnliche Geschichten. Die Wohnung ging zurück. Er bekam eine Bewährungsstrafe.
Aber Frau Ilsner brauchte die Wohnung nicht mehr.
Hermann baute ein Haus. Groß, aus hellem Holz, am Stadtrand von Hannover. Kein Schloss, sondern ein festes Heim, mit Kachelofen und großen Fenstern.
Frau Ilsner bekam das schönste Zimmer im Erdgeschoss. Die besten Ärzte, eine Betreuerin, ausgewogene Diät. Sie erholte sich, bekam wieder Farbe. Das Gedächtnis blieb lückenhaft, aber ihr Charakter kam zurück. Sie las wieder, wenn auch mit dicken Gläsern. Kommandierte die Hausperle, wenn irgendwo Staub flog.
Was ist das da für ein Spinnennetz? schimpfte sie. Ist das ein Heim oder ein Stall?
Hermann musste schmunzeln.
Doch das blieb nicht alles.
Eines Tages brachte er einen Jungen mit. Mager, eckig, ein gehetzter Blick und ein alter Riss an der Wange. Die Kleider viel zu groß.
Das ist Lukas, stellte er ihn vor. Auf der Baustelle zugelaufen. Keine Unterkunft, aus dem Heim, gerade volljährig. Geschickte Hände, der Kopf meist in den Wolken.
Frau Ilsner legte das Buch zur Seite, richtete die Brille.
Was stehst du da wie die Salzsäule? Hände waschen und Tisch decken! Kernseife gibts da. Es gibt Frikadellen.
Lukas zuckte zusammen, warf einen Blick auf Hermann, der nickte.
Wenig später zog auch ein Mädchen ein. Ilse, zwölf, humpelte am linken Fuß, den Kopf tief gesenkt. Hermann nahm sie offiziell in Pflege die Mutter war das Sorgerecht los, Alkohol und Gewalt.
Das Haus füllte sich. Keine Schaustellung von Wohltätigkeit es wurde eine echte Familie. Eine Familie aus Überflüssigen. Verschiedene vom Leben Vergessene, die sich gegenseitig fanden.
Oft sah Hermann Frau Ilsner, wie sie Lukas zeigte, wie man mit dem Hobel arbeitete, ihm mit dem bekannten Holzlineal auf die Finger klopfte. Wie Ilse aus ihrem Buch vorlas, stockend aber von Herzen.
Hermann!, rief Frau Ilsner. Was stehst du da herum? Hilf mal! Der Schrank muss noch rüber.
Komme sofort.
Ich ging zu ihnen. Zu meiner merkwürdigen, ungeglätteten, alles andere als perfekten, aber echten Familie. Und spürte zum ersten Mal in vierzig Jahren: Ich bin nicht überflüssig. Hier gehöre ich hin.
Abends, als alles schlief, setzte ich mich zu Lukas auf die Veranda. Er starrte schweigend in den Sternenhimmel.
Und, wie ists hier, Lukas?
Der sah mich kurz an. Passt schon, Herr Rogge. Nur
Was?
Irgendwie komisch. Warum machen Sie das? Ich bin doch niemand.
Ich reichte ihm einen Apfel.
Weißt du, mir hat mal jemand gesagt: Einfach so kommen nur Katzen zur Welt.
Lukas grinste. Und was heißt das?
Nichts auf der Welt geschieht einfach grundlos. Alles hat Folgen. Du bist jetzt hier das hat einen Grund. Ich bin hier wegen Leuten wie dir und Frau Ilsner.
Im Haus ging das Licht bei Frau Ilsner wieder an. Sie las, wie so oft zu lange.
Ich schüttelte den Kopf.
Geh schlafen, Lukas. Morgen gibts genug zu tun. Wir müssen den Zaun machen.
Ja. Gute Nacht.
Gute Nacht.
Ich blieb noch einen Moment draußen. Die Stille war echt, endgültig. Kein Geschrei mehr durch die Wände, kein Gezanke, keine Angst. Nur Grillenzirpen und das ferne Summen der Landstraße.
Alle konnte ich nicht retten. Aber diese hier sie waren mir genug. Und Frau Ilsner. Und mich selbst.
Für jetzt war das genug.
Und morgen würde ich weitermachen. Wie sie es mich einst gelehrt hat.
Ich habe gelernt: Jeder Mensch braucht irgendwann jemanden, der an ihn glaubt und ihm eine Hand reicht. Und manchmal ist es an einem selbst, diese Hand weiterzugeben.




