Svetlana fährt den Computer herunter und will gerade das Büro verlassen, als ihre Assistentin sie aufhält: — Frau Dr. Andreeva, da wartet eine junge Dame auf Sie. Sie sagt, es gehe um eine persönliche Angelegenheit. — Lassen Sie sie herein. Eine kleine, lockige Frau in einem kurzen Rock tritt ein. — Guten Tag, mein Name ist Christina. Ich möchte Ihnen ein Geschäft vorschlagen. — Guten Tag, Christina. Was für ein Geschäft? Wir kennen uns doch gar nicht … — Mit Ihnen nicht. Aber mit Ihrem Mann Konstantin sehr wohl. Die junge Frau legt ein Papier auf den Tisch. Svetlana liest: „Christina Alexejewa, Schwangerschaft 5.-6. Woche“ — Was soll das? Warum zeigen Sie mir das? — Ganz einfach: Ich bin von Ihrem Mann schwanger. Svetlana blickt sie fassungslos an. — Und was wollen Sie jetzt von mir? Etwa Glückwünsche? — Nein. Ich will Geld. Drei Millionen Rubel. Entweder Sie zahlen – und ich mache einen Abbruch, Ihr Mann erfährt nie davon, und Sie bleiben ein glückliches Paar. Oder Sie lehnen ab, dann geht Ihr Mann zu mir – schließlich sind Sie unfruchtbar und können ihm keine Kinder schenken. Ich kenne Ihr Geheimnis. Die Szene ist schockierend ungewöhnlich für das ruhige Leben in Hamburgs besten Kreisen. Svetlana ringt um Fassung. — Und wie viel wollen Sie für Ihr Schweigen? — Nur drei Millionen. Für Sie doch Kleingeld? — Welch edelmütiges Angebot! Geben Sie mir Ihre Nummer, ich überlege und rufe Sie an. — Aber denken Sie nicht zu lange nach – die Zeit drängt. Christina hinterlässt ihre Nummer und verlässt das Büro. Svetlanas Welt gerät ins Wanken. Wer ist diese Christina? Ist an der Geschichte wirklich etwas dran? Zuhause angekommen, betrachtet sie das Papier noch einmal. Als ihr Mann Konstantin abends nach Hause kommt, spricht sie ihn sofort an: — Kosta, wer ist Christina Alexejewa? — Eine Mitarbeiterin aus einer anderen Firma, mit der ich zu tun habe. Wieso? — Sie behauptet, von dir schwanger zu sein. Sie verlangt drei Millionen dafür, dass sie abtreibt und verschwindet. — Das ist doch Wahnsinn! Ich habe nichts mit ihr gehabt! — Sie sagt, du seist der Vater, und sie könne das beweisen. — Ich schwöre bei meinem HSV-Schal, da ist nichts dran! Svetlana glaubt ihm, bleibt aber misstrauisch. Um sicherzugehen, beschließen sie einen Vaterschaftstest. Das Ergebnis nach neun Wochen: Das Kind ist tatsächlich von Konstantin. Als Christina erneut im Büro erscheint, legt sie Svetlana sogar ein Video vor. Sie erzählt, sie habe Kosta auf einer Betriebsfeier mit einem Betäubungsmittel ausgetrickst, weil sie wusste, dass Svetlana keine Kinder bekommen kann – und dass er auf junge Frauen nicht anspringt. Das Video zeigt einen apathischen Kostya, der sich an nichts erinnern kann. — Drei Millionen, sonst bekommt Ihr Mann nie einen Sohn, sagt Christina. Svetlana bleibt kalt. — Höchstens eineinhalb Millionen, und wir regeln alles rechtlich sauber. Widerwillig nimmt Christina an. Neun Monate später wird ein gesunder Junge geboren. Christina gibt das Kind frei, erhält das vereinbarte Geld und verschwindet aus Hamburg. Konstantin und Svetlana erzählen allen, das Kind stamme von einer Leihmutter. — Erinnerst du dich an die alte Frau an der St. Michaelis-Kirche, die mir einst prophezeit hat, dass wir auf wundersame Weise ein Kind bekommen würden? — Ja, erstaunlich, wie das Leben manchmal spielt … Monate später sieht Svetlana in den Hamburger Nachrichten: Christina wurde tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Polizei ermittelt. Eine unglaubliche, bittere Geschichte aus dem Herzen Hamburgs: Wie eine Fremde das Glück einer Hamburger Geschäftsfrau bedrohte – und warum am Ende das Wunderkind dennoch einzog

Am Abend schaltete Annemarie ihren Computer aus und packte ihre Sachen zusammen.
Frau Schneider, da möchte eine junge Dame Sie sprechen. Sie sagt, es sei privat.
Lassen Sie sie bitte herein.

In ihr Büro trat eine kleine, lockige Frau im kurzen Rock.
Guten Abend. Mein Name ist Johanna. Ich habe Ihnen ein Angebot zu machen.
Guten Abend, Johanna. Was für ein Angebot? Wir kennen uns doch gar nicht
Mit Ihnen nicht, aber mit Ihrem Mann Konstantin Kühn bin ich recht gut bekannt.
Johanna trat näher und warf ein Blatt Papier auf den Tisch. Annemarie nahm es auf und las:
Johanna Bergmann, Schwangerschaft 5.6. Woche

Was soll das? Wieso zeigen Sie mir das?
Ganz einfach. Das ist der Beweis. Ich bin von Ihrem Mann schwanger.

Annemarie starrte sie ungläubig an. Was für Nachrichten sind das jetzt?
Und was wollen Sie jetzt von mir? Glückwünsche?
Nein. Ich will Geld. Wenn Sie an Ihrem Mann hängen
Und warum genau?
Ich mache einen Abbruch und verschwinde aus dem Leben Ihres Mannes er weiß noch nichts von der Schwangerschaft. Sie sind die Erste, zu der ich gehe. Und falls Sie ablehnen, dann zieht Konstantin zu mir, schließlich sind Sie unfruchtbar und können keine Kinder bekommen nicht einmal mit Leihmutterschaft. Ich weiß alles über Sie. Na, wie entscheiden Sie sich?

Annemarie versuchte die Worte zu ordnen, ihre Gedanken rasten.
Und welche Summe stellen Sie sich vor?
Drei Millionen Euro, das ist doch für Sie kein Problem. Dafür bleibt Ihr Mann und Sie können gemeinsam alt werden
So viel Großmut sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen. Geben Sie mir Ihre Nummer, ich überlege es mir.

Lange dürfen Sie nicht überlegen, ich muss mich entscheiden
Johanna schrieb ihre Nummer auf einen Zettel und verschwand aus dem Büro.
Frau Schneider, die Reinigungskraft wartet schon auf Sie
Annemarie steckte das Blatt ein.
Ja, ich gehe. Bis morgen, Angela!

Sie verließ das Büro und stieg in ihren Wagen. Was war das? Wer ist diese Johanna? Kann es wirklich sein, dass Konstantin ?

Zuhause studierte sie das Papier sorgfältig. Gleich kommt Konstantin heim
Liebling, ich bin da! Was duftet hier so gut?
Komm in die Küche, dann wirst du es sehen.

Konstantin rieb sich die Hände und trat ein. Annemarie saß mit überschlagenen Beinen im Sessel und musterte ihn eindringlich.
Was ist? Warum schaust du so seltsam? Mir wird ganz mulmig
Konstantin, wer ist Johanna Bergmann?
Mitarbeiterin einer Partnerfirma wieso?
Sie ist von dir schwanger. Lies.

Konstantin nahm das Papier, überflog es und rang nach Worten.
Das ist unmöglich. Ich habe nichts mit dieser Frau gehabt. Wie kommt sie darauf?
Sie verlangt drei Millionen Euro Schweigegeld für einen Abbruch. Sonst, sagt sie, würdest du zu ihr gehen.
Ich versteh die Welt nicht mehr Keine Ahnung, wie sie auf so etwas kommt. Annemarie, ich schwöre, sie lügt! Das ist doch Wahnsinn!

Ich glaube ihr kein Wort. Ich spüre so etwas. Die will nur einen schnellen Euro machen.
Ich habe nichts zu verbergen, du kannst alles überprüfen. Du bist alles für mich, das weißt du doch

Gut, ich habe verstanden. Lass uns essen.

Am nächsten Tag rief Annemarie die Nummer an und bestellte Johanna noch einmal ins Büro. Nach einer halben Stunde saß sie ihr wieder gegenüber.
Hören Sie, Johanna. Konstantin ist nicht der Vater. Ich glaube ihm. Sie werden mit Ihrer Erpressung nicht durchkommen. Sie können den Abbruch machen.

Sie sind eine seltsame Frau Wieso glauben Sie ihm so blind? Sie sind doch schon vierzig und wer weiß, wie viele hübschere, jüngere Frauen es gibt

Gibts noch was?
Doch. Sie können das Kind auch von mir kaufen. Sie können alle Tests machen lassen, er ist der Vater, darauf wette ich.

Aber er hatte nichts mit Ihnen? Wie geht das?
Ich sage es Ihnen ehrlich. Vor anderthalb Monaten gab es eine Betriebsfeier, da habe ich Konstantin kennengelernt. Unsere gemeinsame Bekannte hat mir erzählt, dass er mit einer reichen, kinderlosen Frau verheiratet ist und dass mit Adoption oder Leihmutterschaft nichts funktioniert.

Ideale Gelegenheit für mich. Ich wollte ihn verführen, aber er blieb kalt. Alle Männer fliegen auf mich, aber er nicht.

Jung, schön, tolle Figur. Ich habe die Taktik gewechselt. Meine Schwester ist Apothekerin und gab mir ein Pulver, das temporäre Amnesie auslöst. Ich habe es Konstantin heimlich ins Getränk gemischt. Dann bin ich mit ihm zu mir nach Hause er war willenlos.

Wie es der Zufall wollte, hatte ich gerade Eisprung. Nun bin ich schwanger, Konstantin weiß von nichts. Ich habe sogar ein Video.

Johanna öffnete ihr Handy; das Video zeigte Konstantin, wehrlos, auf einem Bett liegend.

Mir macht so ein Abbruch nichts aus, aber ich liebe schnelles Geld. Ich bezweifle, dass Sie Anzeige erstatten würden Ihr Ruf ist ja zu wichtig. Ich dachte, Sie würden den Deal eingehen, aber wenn nicht: Dann gebären ich das Kind und übergebe es Ihnen gegen drei Millionen Euro.

Annemarie war sprachlos.
Johanna, Sie gehören ins Gefängnis, Sie sind eine Betrügerin!
Was soll’s alle Mittel sind recht. Ich habe große Schulden, und mein “Sponsor” ist letztes Jahr verstorben. Denken Sie darüber nach. In drei Tagen melde ich mich nochmal.

Johanna ging. Annemarie kippte ein Glas Wasser. Die Kopfschmerzen setzten ein. Was für eine verzwickte Lage

Am Abend erzählte sie Konstantin alles. Auch er war fassungslos.
Die Frau hat mich benutzt Ich werde sie anzeigen!
Konstantin, heutzutage gibt es nichts, was es nicht gibt. Aber vielleicht ist das alles auch ein Zeichen. Ich habe gelesen, dass man ab der siebten Schwangerschaftswoche anhand einer Blutprobe feststellen kann, ob es dein Kind ist.

Vielleicht ist das unsere einzige Chance auf ein eigenes Kind. Klar, es ist nicht ehrlich entstanden, aber vielleicht ist das trotzdem der Weg für uns. Hättest du daran je gedacht?

Hör auf, diese Frau noch in Schutz zu nehmen! Unsinn! Sie soll den Abbruch machen und uns in Ruhe lassen! Für so was zahle ich keinen Cent!
Konstantin verließ wütend das Zimmer.

Annemarie erinnerte sich an die Zeit vor zehn Jahren zurück. Damals hatten sie und Konstantin zusammen studiert. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie heirateten, lebten in einer kleinen Mietwohnung. Annemarie machte schnell Karriere, mit Unterstützung ihres Onkels gründete sie ein eigenes Unternehmen. Als das Geschäft lief, zahlte sie alles zurück. Konstantin eröffnete einen Laden, sie waren glücklich. Einzig Kinder blieben ihnen verwehrt.

Eines Abends, als sie gemeinsam aus einem Restaurant kamen, wurden sie von einer betrunkenen Gruppe überfallen. Einer griff Konstantin mit einem Messer an. Annemarie warf sich schützend vor ihn und wurde im Bauch verletzt. Sie wurde gerettet aber die Ärzte mussten Gebärmutter und Eierstöcke entfernen. Ihr Traum von eigenen Kindern war vorbei.

Konstantin war immer an ihrer Seite, tröstete sie und gab ihr Halt. Er fühlte sich schuldig und sagte oft, lieber hätte er selbst die Verletzung ertragen.

Annemarie besuchte manchmal Kirchen, zündete Kerzen für ihre Lieben an und spendete regelmäßig Almosen. Eines Tages saß eine alte Frau auf der Kirchentreppe.

Vergelts Gott. Ich sehe Ihre Traurigkeit. Trauern Sie nicht, Kind, trauern Sie nicht, sagte die Alte.
Danke, Oma, aber ein Leben ohne Kinder ist schwer zu akzeptieren.
Ich verstehe Sie so gut. Auch ich hatte nie Kinder. Aber Sie, Sie werden ein Kind bekommen. Auf ganz wundersame Weise sogar.

Annemarie ging weiter, schüttelte innerlich den Kopf. Was weiß die alte Frau schon

Sie konzentrierte sich ganz auf ihre Arbeit. Die Beziehung zu Konstantin, tief und stark wie immer. Und dann das

Am Ende überzeugte Annemarie Konstantin, einen Bluttest durchführen zu lassen. Auch Johanna gab eine Probe ab, in der neunten Woche. Das Ergebnis: Konstantin war tatsächlich der Vater.

Sehen Sie? Ich habe nicht gelogen. Und? Jetzt bereit, zu zahlen? Johanna grinste.

Hören Sie zu. Für drei Millionen Euro kann ich mit Leichtigkeit eine Frau finden, die ein Kind von Konstantin austrägt. Und das wäre nicht mal unser Weg gewesen. Aber da es so ist, zahlen wir Ihnen eineinhalb Millionen Euro.
Sie kriegen Ihr Geld, wir das Kind, alles wird ordentlich notarisch dokumentiert.

Was soll das? Ich habe drei gefordert!
Jetzt machen wir die Regeln. Sonst bekommen Sie nichts, können froh sein, dass wir Sie nicht angezeigt haben aus Gnade.

***

Konstantin, es ist alles geregelt. Wir bekommen ein Kind.

Ach Annemarie, warum nur und dann auch noch ihr Geld geben?

Vielleicht will das Schicksal einfach, dass wir diesen Weg gehen.

Johanna erledigte alle Untersuchungen, führte einwandfrei die Schwangerschaft durch. Pünktlich kam ein gesunder Junge zur Welt.

Johanna unterschrieb die Adoption, Konstantin holte den Sohn offiziell ab. Der Papierkram war erledigt. Johanna verschwand mit dem Geld für immer. Allen wurde erzählt, das Kind stamme von einer Leihmutter.

Danke, dass du meinem Mann ein Kind geboren hast, sagte Annemarie zum Abschied.
Der Junge, Lukas, zog bei den Kühns ein.

Schau mal, Kosti, wie sehr er dir ähnelt
Wirklich? Von Babys verstehe ich nichts Aber ja, ein hübscher Junge, wie sein Papa.

Weißt du noch die alte Frau an der Kirche? Sie hat es vorausgesagt ein Kind auf ganz wundersame Weise

Konstantin und Annemarie betrachteten ihren Sohn. Was die Zukunft bringt, wussten sie nicht aber in diesem Moment waren sie glücklich.

Oft erfüllt das Leben Wünsche auf ganz unerwartete Weise

***

Einige Monate später sah Annemarie eine Nachricht im Fernsehen: In einer Wohnung wurde Johanna tot aufgefunden. Die Hintergründe waren unklar. Sie hatte ihr Spiel zu weit getrieben.

Heute habe ich gelernt, dass das Schicksal manchmal eigenartige Wege wählt, aber wer offen bleibt, kann auch in schweren Momenten Hoffnung und Glück finden.

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Homy
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Svetlana fährt den Computer herunter und will gerade das Büro verlassen, als ihre Assistentin sie aufhält: — Frau Dr. Andreeva, da wartet eine junge Dame auf Sie. Sie sagt, es gehe um eine persönliche Angelegenheit. — Lassen Sie sie herein. Eine kleine, lockige Frau in einem kurzen Rock tritt ein. — Guten Tag, mein Name ist Christina. Ich möchte Ihnen ein Geschäft vorschlagen. — Guten Tag, Christina. Was für ein Geschäft? Wir kennen uns doch gar nicht … — Mit Ihnen nicht. Aber mit Ihrem Mann Konstantin sehr wohl. Die junge Frau legt ein Papier auf den Tisch. Svetlana liest: „Christina Alexejewa, Schwangerschaft 5.-6. Woche“ — Was soll das? Warum zeigen Sie mir das? — Ganz einfach: Ich bin von Ihrem Mann schwanger. Svetlana blickt sie fassungslos an. — Und was wollen Sie jetzt von mir? Etwa Glückwünsche? — Nein. Ich will Geld. Drei Millionen Rubel. Entweder Sie zahlen – und ich mache einen Abbruch, Ihr Mann erfährt nie davon, und Sie bleiben ein glückliches Paar. Oder Sie lehnen ab, dann geht Ihr Mann zu mir – schließlich sind Sie unfruchtbar und können ihm keine Kinder schenken. Ich kenne Ihr Geheimnis. Die Szene ist schockierend ungewöhnlich für das ruhige Leben in Hamburgs besten Kreisen. Svetlana ringt um Fassung. — Und wie viel wollen Sie für Ihr Schweigen? — Nur drei Millionen. Für Sie doch Kleingeld? — Welch edelmütiges Angebot! Geben Sie mir Ihre Nummer, ich überlege und rufe Sie an. — Aber denken Sie nicht zu lange nach – die Zeit drängt. Christina hinterlässt ihre Nummer und verlässt das Büro. Svetlanas Welt gerät ins Wanken. Wer ist diese Christina? Ist an der Geschichte wirklich etwas dran? Zuhause angekommen, betrachtet sie das Papier noch einmal. Als ihr Mann Konstantin abends nach Hause kommt, spricht sie ihn sofort an: — Kosta, wer ist Christina Alexejewa? — Eine Mitarbeiterin aus einer anderen Firma, mit der ich zu tun habe. Wieso? — Sie behauptet, von dir schwanger zu sein. Sie verlangt drei Millionen dafür, dass sie abtreibt und verschwindet. — Das ist doch Wahnsinn! Ich habe nichts mit ihr gehabt! — Sie sagt, du seist der Vater, und sie könne das beweisen. — Ich schwöre bei meinem HSV-Schal, da ist nichts dran! Svetlana glaubt ihm, bleibt aber misstrauisch. Um sicherzugehen, beschließen sie einen Vaterschaftstest. Das Ergebnis nach neun Wochen: Das Kind ist tatsächlich von Konstantin. Als Christina erneut im Büro erscheint, legt sie Svetlana sogar ein Video vor. Sie erzählt, sie habe Kosta auf einer Betriebsfeier mit einem Betäubungsmittel ausgetrickst, weil sie wusste, dass Svetlana keine Kinder bekommen kann – und dass er auf junge Frauen nicht anspringt. Das Video zeigt einen apathischen Kostya, der sich an nichts erinnern kann. — Drei Millionen, sonst bekommt Ihr Mann nie einen Sohn, sagt Christina. Svetlana bleibt kalt. — Höchstens eineinhalb Millionen, und wir regeln alles rechtlich sauber. Widerwillig nimmt Christina an. Neun Monate später wird ein gesunder Junge geboren. Christina gibt das Kind frei, erhält das vereinbarte Geld und verschwindet aus Hamburg. Konstantin und Svetlana erzählen allen, das Kind stamme von einer Leihmutter. — Erinnerst du dich an die alte Frau an der St. Michaelis-Kirche, die mir einst prophezeit hat, dass wir auf wundersame Weise ein Kind bekommen würden? — Ja, erstaunlich, wie das Leben manchmal spielt … Monate später sieht Svetlana in den Hamburger Nachrichten: Christina wurde tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Polizei ermittelt. Eine unglaubliche, bittere Geschichte aus dem Herzen Hamburgs: Wie eine Fremde das Glück einer Hamburger Geschäftsfrau bedrohte – und warum am Ende das Wunderkind dennoch einzog
Ich werde niemals das Abendessen vergessen, bei dem meine Schwiegermutter beschloss, mich vor allen zu demütigen.