Das Schwierigste daran, mit einem kleinen Hund zusammenzuleben, ist nicht das, was die meisten Leute denken.
Es ist nicht, ihn hinauszubringen, wenn es regnet, wenn es eisig kalt ist, wenn du schlecht geschlafen hast oder wenn dein Herz unruhig ist.
Es ist nicht, auf Reisen oder Einladungen zu verzichten, nur weil man dir sagt: Komm, aber lass ihn bitte zu Hause.
Es sind nicht die Hundehaare auf den Bettlaken, auf den Kleidern, ja selbst im Essen.
Es ist auch nicht das ständige Wischen des Bodens in dem Wissen, dass du es in einer halben Stunde sowieso wieder machen musst.
Es sind weder die Tierarztrechnungen, noch die Angst, irgendein wichtiges Anzeichen zu übersehen.
Es ist nicht der Verlust eines Stücks Freiheit, weil Freiheit längst wir bedeutet.
Und es ist auch nicht, dass dein Herz nicht mehr nur dir allein gehört…
All das ist Liebe.
All das ist Leben.
All das war meine eigene Entscheidung.
Das Schwierigste kommt still und langsam wie dieser Schmerz in den Knochen, wenn das Wetter umschlägt. Wie der typische Berliner Winterwind, der zuerst ganz harmlos scheint, aber dann doch bis auf die Haut geht.
Eines Tages merkt man es einfach:
Er kann nicht mehr so wie früher.
Er bemüht sich… aber er schafft es nicht.
Er läuft wie immer zu dir, doch irgendetwas ist anders geworden.
Seine Augen schauen dich immer noch an, aber dort drin liegt jetzt dieses müde Leuchten, das sagt:
Ich bin hier, aber jeder Tag ist ein klein wenig schwerer.
Und du erinnerst dich daran, wie er früher war.
Und du siehst ihn jetzt, ganz dein, völlig vertrauend.
Er hat immer an dich geglaubt:
dass du bei ihm bist,
dass du ihn unterstützt,
dass du ihn rettest.
Und du hast es getan.
Aber jetzt kannst du ihn nicht vor dem Altwerden beschützen.
Das Schmerzhafteste ist die Erkenntnis: Für dich war er Trost…
aber für ihn warst du ALLES:
sein ganzes Leben,
sein ganzer Himmel,
all seine Hoffnung.
Du bist nicht bereit.
Nicht bereit, ihn gehen zu lassen.
Nicht bereit zuzusehen, wie derjenige verblasst, der dir die bedingungslose Liebe gezeigt hat.
Dann kommt die Stille.
Schwere Stille.
Der leere Platz auf dem Kopfkissen.
Der Napf, den niemand mehr ausschleckt.
Und dein Herz in Scherben.
Und trotzdem gehst du wieder hinaus.
Aber ohne ihn.
Und ertappst dich dabei, wie du in die Luft sagst:
Komm, meine Kleine…
Und wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte…
würde ich mich wieder für sie entscheiden.
Für alles: die Müdigkeit, die Traurigkeit, das Sich-ganz-Hingeben.
Weil diese Liebe wahr ist.
Einen Hund zu haben bedeutet, ein Feuer in sein Leben zu holen.
Ein Feuer, das wärmt für immer,
auch wenn es erloschen scheint.
Denn ein Hund hat nur eine Aufgabe in dieser Welt:
Dir sein Herz zu schenken.
Heute, während ich diese Zeilen schreibe, denke ich an meine geliebte Frieda zurück. Und ich habe verstanden: Diese Liebe, so schmerzlich sie auch endet, ist das Wertvollste, das man bekommen kann.





