Ich habe zugestimmt, auf das Kind meiner besten Freundin aufzupassen – ohne zu wissen, dass es das meines Mannes ist.

Ich hatte mich bereit erklärt, auf das Kind meiner besten Freundin aufzupassen, ohne zu wissen, dass es das Kind meines Mannes war.

Meine beste Freundin wurde vor vier Jahren schwanger. Zu dieser Zeit führte ich ein ruhiges Leben: ich war verheiratet, hatte Sicherheit und ein schönes Zuhause in München. Sie hingegen war allein, ohne Partner, ohne festen Halt im Leben. Eines Tages rief sie mich weinend an und sagte, sie wisse nicht, was sie mit dem Baby machen solle, dass sie arbeiten müsse und niemanden hätte, dem sie ihr Kind anvertrauen könne. Sie bat mich um Hilfe. Ihre Worte waren:

Du bist die Einzige, der ich vertraue.

Ich sagte sofort zu. Es war schließlich meine beste Freundin wir kannten uns schon seit Jahren.

Anfangs blieb das Kind nur für ein paar Stunden bei mir. Später verbrachte es ganze Tage in meiner Wohnung. Ich badete es, fütterte es, wiegte es in den Schlaf. Mein Mann, Thomas, war auch immer dabei, spielte mit dem Kind, trug es herum und brachte ihm Spielsachen aus dem Spielwarengeschäft. Es schien ganz selbstverständlich, ja fast liebevoll.

Meine Freundin, Anna, kam oft vorbei. Manchmal blieb sie zum Mittagessen. Manchmal unterhielt ich mich mit Thomas in der Küche, während sie im Schlafzimmer war. Es kam mir nie merkwürdig vor. Ich vertraute beiden voll und ganz. Es kam mir bei weitem nicht in den Sinn, dass etwas nicht stimmen könnte.

Mit der Zeit geschahen Dinge, die rückblickend betrachtet klare Hinweise waren. Das Kind sah Thomas erstaunlich ähnlich: dieselbe Nasenform, das gleiche verschmitzte Lächeln. Ich redete mir ein, dass ich übertreibe. Eines Tages, als das Kind spielte, nannte es mich Mama. Anna lachte und sagte, das passiere öfter, kleine Kinder würden das manchmal verwechseln. Ich lachte einfach mit. Ich wollte nicht weiter darüber nachdenken.

Alles brach zusammen, als das Kind einmal krank wurde. Es bekam plötzlich hohes Fieber. Anna war gerade außerhalb von Bayern und reagierte nicht auf Anrufe. Ich hatte Angst und brachte das Kind ins Krankenhaus. Thomas kam mit. An der Rezeption wurde nach den Angaben des Vaters gefragt. Niemand fragte direkt, aber mein Mann nannte aus eigenem Antrieb seinen vollen Namen.

Ich bemerkte es sofort und fragte ihn:

Warum hast du das gesagt?

Er antwortete:

Ich weiß nicht ich war nervös.

Aber sein Gesichtsausdruck verriet mehr als seine Worte.

Draußen auf dem Parkplatz nach dem Krankenhausbesuch stellte ich ihn zur Rede:

Ist das dein Kind?

Er stritt es zunächst ab. Sagte, ich spinne, wie ich nur so etwas denken könne. Ich ließ aber nicht locker. Immer wieder stellte ich die Frage. Irgendwann schwieg er, senkte den Blick. In diesem Moment wusste ich Bescheid.

Am selben Abend rief ich Anna an und bat sie, zu mir zu kommen. Als sie da war, fragte ich sie ganz direkt:

Ist das Kind von meinem Mann?

Sie fing an zu weinen. Sagte Ja. Sie erklärte:

Ich wollte dich niemals verletzen.

Ich antwortete:

Du hast mich dein Kind erziehen lassen, ohne mir die Wahrheit zu sagen.

Sie gestand mir dann, dass Thomas sie damals gebeten hatte, es vor mir zu verheimlichen. Er würde die Verantwortung übernehmen, aber ich dürfe nichts wissen. Genau das hatte er getan. Das Kind lebte praktisch in meinem Haus. Ich kümmerte mich um alles. Ich zahlte für alles, ich hielt das Kind im Arm und brachte es abends ins Bett.

In jener Nacht wurde mir alles klar. Warum das Kind immer so lange bei uns war. Warum Thomas sich nie beschwert hat zu helfen. Warum Anna mir so sehr vertraute. Ich war die Pflegerin, die Betreuerin, fast die Mutter des Kindes meines eigenen Mannes.

Etwas in mir zerbrach.

Noch in derselben Woche reichte ich die Scheidung ein. Ich verlor in einem Zug meinen Mann und meine beste Freundin. Es gab keinen Weg zurück.

Das Kind konnte nichts für all das das weiß ich. Aber ich konnte es einfach nicht mehr sehen. Heute lebe ich ruhig und allein in meiner Wohnung und lasse niemanden mehr in mein Leben, der mich so hintergangen hat.

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Homy
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Ich habe zugestimmt, auf das Kind meiner besten Freundin aufzupassen – ohne zu wissen, dass es das meines Mannes ist.
Du lebst jetzt wie eine Königin! Du hast dir irgendwo im Ausland einen reichen Mann geangelt und genießt nun den Luxus im Überfluss!