Ich will nicht mit der Familie meiner Tochter zusammenleben! Hier erzähle ich, warum.

Ich möchte nicht mit der Familie meiner Tochter zusammenwohnen! Ich erkläre Ihnen, warum.

Meine Tochter und ihre Familie standen plötzlich ohne eigenes Dach über dem Kopf da. Nach einem unerwarteten Hochwasser war ihre Wohnung in München unbewohnbar und musste grundlegend renoviert werden. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als vorübergehend bei mir einzuziehen.

Natürlich war klar, dass sie nicht woanders unterkommen konnten, also habe ich sie herzlich aufgenommen. Zusammen mit meiner Tochter Elisabeth und meinem Schwiegersohn Sebastian habe ich jedoch gleich zu Beginn festgelegt: Das ist nur eine vorübergehende Notlösung und sie kehren so bald wie möglich in ihr Zuhause zurück.

Ich habe eine wunderbare Tochter und mein Schwiegersohn ist kein Dummkopf. Wir waren uns schnell einig: Eine Familie ist ein eigenständiges Gefüge und jeder Außenstehende und dazu gehören auch die Eltern sollte diese Einheit respektieren. Ich denke in dieser Hinsicht sehr traditionell und möchte kurz darlegen, warum mir das Zusammenleben auf Dauer nicht zusagt.

Ich habe meinen gewohnten Lebensrhythmus, der sich stark von dem meiner Tochter und meines Schwiegersohns unterscheidet. Elisabeth kann ich gut um mich haben, aber Sebastian ist für mich immer noch ein Fremder, der ebenfalls Anspruch auf Privatsphäre hat. Warum sollten wir uns also über Kleinigkeiten wie meine Angewohnheit, abends den Fernseher laufen zu lassen, oder ihre spontanen Einladungen von Freunden streiten? Jeder hat seine eigenen Vorstellungen von Ordnung da führen ungelöschte Tassen oder stehengebliebenes Geschirr viel zu schnell zu Spannungen und verderben das beste Miteinander.

Auch beim Essen gehen die Vorlieben oft auseinander. Was soll man sagen, wenn plötzlich Besuch kommt und ungefragt in den Kühlschrank greift? Ein Schloss an der Kühlschranktür wäre ja keine wirkliche Lösung.

Außerdem haben wir völlig unterschiedliche Schlaf- und Ruhezeiten. Da wird das Schleichen auf Zehenspitzen zur täglichen Herausforderung. Menschen nehmen meist wenig Rücksicht auf die Nachtruhe anderer. Zu wenig Schlaf führt schnell zu schlechter Laune und Kopfschmerzen so ist Zoff vorprogrammiert, und eine Kleinigkeit kann schon den großen Krach auslösen.

Ich möchte auch nicht ständig das Leben meiner Tochter und ihres Mannes mitbewerten müssen. Ich habe Elisabeth alles Wichtige für das Leben beigebracht. Jetzt will ich nur noch das sehen, was sie mir selbst zeigen will und keine weiteren Einblicke erzwingen oder bekommen. Das ist kaum möglich, wenn man Wand an Wand wohnt.

Am wichtigsten ist mir, dass ich selbst entscheiden kann, wann und wobei ich helfen möchte. Ich will das aus freien Stücken tun und nicht, weil ich plötzlich mittendrin bin. Und ich brauche auch Zeit für mich selbst, um zur Ruhe zu kommen.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, gesunde Grenzen zu setzen, selbst gegenüber den Menschen, die man am meisten liebt. Nur so bewahrt man ein gutes Miteinander und respektiert die Bedürfnisse aller. Manchmal bedeutet Liebe, den nötigen Abstand zu wahren.

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Homy
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